Erste Erinnerungszeichen für Opfer des NS-Regimes übergeben

Erinnerungszeichen für die Opfer des NS-Regimes - Landauer, Foto: Michael Nagy / Presseamt München
Foto: Michael Nagy / Presseamt München

OB Dieter Reiter übergibt erste Gedenktafel

(26.7.2018) Ein individuelles Gedenken an die von den Nazis ermordeten Münchner: Oberbürgermeister Dieter Reiter hat heute die erste Gedenktafel für die Opfer des NS-Regimes übergeben. Drei weitere folgen bis Anfang August.

Angemessenes Gedenken an die Münchner Opfer der Nazis

Erinnerungszeichen für die Opfer des NS-Regimes - Landauer, Foto: Michael Nagy / Presseamt München
Foto: Michael Nagy / Presseamt München

Eine Tafel an der Königinstraße 85 zeigt Franz und Tilly Landauer (Foto). Die beiden jüdischen Versicherungsleute aus München wurden von den Nazis verschleppt, Franz Landauer starb 1943 im niederländischen Kamp Westerbork, seine Frau Tilly 1944 im Vernichtungslager Auschwitz. Zwei Schicksale in München – die sich während der NS-Gewaltherrschaft tausendfach wiederholten.

Im Beisein von Angehörigen und Vertreten von Opferverbänden hat Oberbürgermeister Dieter Reiter heute die Erinnerungstafel für die Landauers offiziell übergeben. „Es ist mir wichtig, dass wir in München Formen des individuellen Gedenkens an die Opfer der NS-Zeit finden“, erklärt der OB. „Mit den Erinnerungsstelen und -tafeln wird uns das in angemessener Weise gelingen."

Zwei weitere Erinnerungszeichen sind heute für Paula und Siegfried Jordan in der Mauerkircherstraße 13 und in Gedenken an Dr. Friedrich Crusius in der Mandlstraße 21 übergeben worden.

Offizielle Übergaben finden außerdem am Freitag (27.7.) und am 5.8. statt. Die Veranstaltungen sind öffentlich, alle Interessierten sind dazu eingeladen.
Eine Übersicht zu Terminen und Orten finden Sie hier

Zeichen setzen gegen das Vergessen

Erinnerungszeichen für die Opfer des NS-Regimes, Foto: stauss processform
Foto: stauss processform

Die Tafeln und Stelen erinnern an die 10.000 Münchner Männer, Frauen und Kinder, die zwischen 1933 und 1945 von den Nazis ermordet wurden. Viele von ihnen gerieten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Vergessenheit, nun wird diesen Menschen auf Wunsch von Angehörigen oder der Stadtgesellschaft ein Platz im kollektiven Gedächtnis gesichert.

Die Tafeln werden am Haus, in dem die Opfer gelebt oder gearbeitet haben, angebracht, die Stelen davor aufgestellt. Sie zeigen – soweit vorhanden – ein gerastertes Bild der Opfer, der Text gibt Auskunft über die Lebensdaten und die Verfolgung der Getöteten während der Nazi-Herrschaft. Die Landeshauptstadt stellt in den nächsten beiden Jahren 150.000 Euro bereit, um die Erinnerungszeichen zu realisieren.

„Ich wünsche mir, dass die Erinnerungszeichen ihrem Namen gerecht werden“, so OB Reiter. „Sie sollen an die Ermordeten erinnern und ein Zeichen setzen – ,Nie wieder!‘“

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