FKK-Debatte: Münchner Stadtrat erlaubt „oben ohne“ an der Isar

Badende am Flaucher, Foto: muenchen.de/ Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/ Michael Hofmann

Bikini, Badehose? Das sind die neuen Vorschriften

(27.6.2019) Frauen dürfen sich an der Isar „oben ohne“ sonnen und ohne Bikinioberteil baden gehen. Das hat der Stadtrat am Mittwoch einstimmig beschlossen. Ein Dringlichkeitsantrag der CSU-Fraktion zur Änderung der städtischen Badekleidungsverordnung wurde ohne Gegenstimme angenommen. Welche Vorschriften es gibt und wie es zur Debatte kam…

Was ist eigentlich Badekleidung?

Frau im gelben Bikini liegt in der Sonne und hat eine Sonne mit Sonnencreme auf der Schulter

Am Mittwoch befasste sich der Münchner Stadtrat mit der Frage: Was ist eigentlich Badekleidung? Die sogenannte Badekleidungsverordnung schreibt vor, dass außerhalb ausgewiesener FKK-Flächen beim Schwimmen in der Isar Badekleidung getragen werden muss. „Wer öffentlich badet, muss im Stadtgebiet der Landeshauptstadt München Badekleidung tragen. Dies gilt für das Wasser-, Luft- und Sonnenbaden“, heißt es in der Verordnung. Diese ließ aber bislang offen, was Badekleidung bedeutet. Dies soll sich künftig ändern.

Die Verordnung soll mit dem Zusatz ergänzt werden, dass „Badebekleidung im Sinne dieser Satzung die ´primären Geschlechtsorgane` vollständig bedecken muss.“ Will heißen: Eine Badehose reicht. Weder Männer noch Frauen müssen demnach Oberteile tragen.

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Sicherheitsdienst bat Frauen, sich obenrum zu bedecken

FKK-Bereich am Flaucher, Foto: muenchen.de/ Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/ Michael Hofmann

Aufgekommen war die Diskussion, nachdem Münchner Medien berichtet hatten, ein von der Stadt beauftragter Sicherheitsdienst habe Frauen, die sich oben ohne sonnten, aufgefordert, ein Bikinioberteil anzuziehen. „Im Sinne des ´Leben und leben lassen` und einer Klarheit im Vollzug der Verordnung soll diese entsprechend geändert werden“, hieß es in dem Dringlichkeitsantrag der CSU.

In weiteren Anträgen forderten die Fraktionen der Grünen/Rosa Liste und der CSU außerdem Auskunft über das Verhalten des privaten Sicherheitsdienstes an der Isar. „Sind die von der Stadt beauftragten Sicherheitsdienste angewiesen, die Einhaltung des Nacktbadeverbots zu kontrollieren und umzusetzen?“, wollten die Grünen wissen. „Inwieweit unterscheidet die Kommunale Badebekleidungsverordnung zwischen den Geschlechtern?“ Und: „Falls sie zwischen den Geschlechtern unterscheidet, worauf begründet sich diese Unterscheidung?“

Die Badekleidungsverordnung bezieht sich nach Angaben eines Stadtsprechers ausdrücklich nur auf die Schwimmbereiche an der Isar und nicht auf die Parkanlagen, in denen die Grünanlagensatzung gilt, die „das Baden ohne Badebekleidung“ untersagt, ohne konkreter auszuführen, was unter Badebekleidung zu verstehen ist. In Schwimmbädern gelten gesonderte Regelungen.

Ein Antrag der ÖDP, die Badeverordnung ersatzlos zu streichen, bekam keine Mehrheit. Wenn sich alle „nackert“ überall hinlegen könnten – „dann fühlen sich alle möglichen Leute belästigt“, prophezeite Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD). „Es ist ja nicht immer nur eine Frage von Prüderie, es ist sehr, sehr häufig - in vielen Fällen - eine Frage der Ästhetik“, sagte Ursula Sabathil von den Freien Wählern. „Man muss nicht unbedingt das Unästhetische in der Gänze sehen. Es reicht, wenn man es zur Hälfte sieht.“

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(dpa/muenchen.de)

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