Nachfolgemodell ab 1. September

München beschließt neues Fördersystem für Kindertageseinrichtungen

Das Nachfolgemodell für die Münchner Förderformel ist auf den Weg gebracht: Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Münchner Stadtrats hat am 6. Februar in gemeinsamer Sitzung mit dem Bildungsausschuss beschlossen, dass zum 1. September 2024 ein neues Fördersystem für Kindertageseinrichtungen freigemeinnütziger und sonstiger Träger in München eingeführt werden soll. Das oberste Ziel der Landeshauptstadt München ist dabei die zielgerichtete Förderung von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in München.

LHM

Wie funktioniert das neue Fördersystem?

  • Bei dem geplanten Defizitausgleichsverfahren müssen Träger einer Einrichtung darlegen, welche Ausgaben (Personalkosten, Verwaltungskosten, Miete/Instandhaltung, Sachkosten) sie haben, um Kinder zu betreuen.
  • Dem gegenüber werden die Einnahmen gestellt, also gesetzliche Förderungen nach dem BayKiBiG, Elternbeitragszuschüsse durch den Freistaat, Elternbeiträge und sonstige Einnahmen.
  • Die Landeshauptstadt füllt dann die finanzielle Lücke, sodass die teilnehmenden Träger ein entstehendes Defizit ausgeglichen bekommen.
  • Um für alle Münchner Familien dauerhaft bezahlbare Verpflegungsentgelte zu ermöglichen, bezuschusst die Stadt zudem jeden gebuchten Verpflegungstag mit 3 Euro. Um diesen Betrag mindern die Träger das Verpflegungsentgelt, welches sie von den Familien verlangen.

Wer kann das neue Fördersystem in Anspruch nehmen?

Aktuell werden 618 Kindertageseinrichtungen in München durch die freiwillige Förderung der Münchner Förderformel bezuschusst. Diese Kindertageseinrichtungen werden von Trägern der Wohlfahrtsverbände, sonstigen Trägern oder als Eltern-Kind-Initiativen betrieben. Der Einstieg ins geplante Defizitausgleichsverfahren steht allen Trägern – auch den privat-gewerblichen – mit in München ansässigen Kinderkrippen, Kindergärten, Häusern für Kindern, Horten und Eltern-Kind-Initiativen offen.

Voraussetzung ist vor allem, dass die Einrichtungen nach der gesetzlichen Förderung grundsätzlich förderfähig sind. Es bleibt einem Träger unbenommen, analog zur Münchner Förderformel, nur mit einem Teil der eigenen Einrichtungen in das Defizitausgleichsystem zu wechseln und die anderen Einrichtungen auf andere Weise zu finanzieren. Die Entscheidung zur Teilnahme liegt allein beim jeweiligen Träger.

Was bedeutet das neue Fördersystem für die Münchner Familien?

Wichtig ist, dass jeder Euro, den die Stadt fördert, bei den Kindern ankommt. Entscheidet sich ein Träger, in das neue Defizitausgleichsverfahren einzusteigen, können die Gebühren für den Kitaplatz weiterhin niedrig gehalten werden. Der Kindergarten bleibt dann wie auch in den vergangenen Jahren für Eltern in der Regel komplett beitragsfrei. Eltern mit mehreren Kindern erhalten schon ab dem 2. Kind eine Reduzierung der Entgelte um 50 Prozent, ab dem 3. Kind ist der Besuch der Einrichtung komplett entgeltfrei.

Inhaber eines München-Passes sowie Menschen im Sozialleistungsbezug werden komplett von den Kosten befreit. Da der München-Pass eine andere Berechnungsgrundlage darstellt als es bisher in der Münchner Förderformel der Fall war, können deutlich mehr Familien profitieren und zahlen zukünftig keine Besuchsentgelte. Darüber hinaus haben Eltern weiterhin die Möglichkeit, dass die Besuchsentgelte ganz oder teilweise im Rahmen der Wirtschaftlichen Jugendhilfe (WJH) übernommen werden. Zur zusätzlichen Unterstützung der Eltern ist geplant, einen Online-Rechner zur Wirtschaftlichen Jugendhilfe und dem München-Pass bereitzustellen.

Die neue freiwillige Förderung von Kindertageseinrichtungen durch die Stadt München wird damit erreichen, dass viele Münchner Familien durch niedrige Gebühren indirekt von der Förderung der Träger profitieren. Somit werden die Voraussetzungen für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in Münchner Kindertageseinrichtungen geschaffen. Die hohe Qualität der Kindertagesbetreuung in München kann durch das neue Fördersystem weiterhin beibehalten werden. So konnte der hierzu wichtige Baustein aus der Münchner Förderformel, der sogenannte „Standortfaktor“, auf das neue Fördersystem übertragen werden. Kindertageseinrichtungen, die Plätze überwiegend an Kinder vergeben, die aus belastet definierten Stadtvierteln stammen, erhalten eine personell bessere Ausstattung. Zusätzlich werden Betreuungsplätze gesondert gefördert, die auf Vorschlag des Sozialreferats an Kinder in besonderen Lebenslagen vergeben werden können.

„Das neue Fördersystem der Landeshauptstadt München schafft trotz der schwierigen Rechtslage die besten Voraussetzungen dafür, dass Entgelte für Kindertageseinrichtungen niedrig und die Kindergärten kostenfrei bleiben können. Darüber freue ich mich sehr. Das Leben in München ist teuer, daher müssen wir immer auch einen Ausgleich für die Menschen schaffen, die sich nicht alles leisten können.“

Bürgermeisterin Verena Dietl
Verena Dietl Bürgermeisterin

„Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit stehen bei dem neuen Fördersystem für Kindertageseinrichtungen im Vordergrund. Ich freue mich, dass wir Wege gefunden haben, wichtige Errungenschaften der Münchner Förderformel in das Defizitausgleichssystem zu übertragen und somit die Qualität in den Einrichtungen hochzuhalten und vor allem die Kinder nach wie vor in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen.“

Florian Kraus, Leiter des Referats für Bildung und Sport
Florian Kraus Stadtschulrat

Im Auftrag des Referats für Bildung und Sport (RBS)

Dieser Beitrag über das neue Fördersystem für Kindertageseinrichtungen ist vom Referat für Bildung und Sport (RBS) beauftragt. Die Inhalte wurden zwischen dem RBS und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

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