Stille Feiertage: Tanzverbot in München

Leere Disco

Was Ihr machen könnt und was nicht

An den Stillen Feiertagen gilt in Bayern ein Tanzverbot. Welche Veranstaltungen erlaubt sind und welche verboten, verraten wir Euch hier.

Die Stillen Feiertage in Bayern

Insgesamt neun sogenannte "stille Tage" gibt es in Bayern, an denen ein generelles Tanzverbot gilt - mit Ausnahme von Heiligabend und den Kartagen von 2 bis 24 Uhr.

Allerheiligen - 1.11.2018
Volkstrauertag - 18.11.2018
Buß- und Bettag - 21.11.2018
Totensonntag - 25.11.2018
Heiligabend - 24.12.2018 - von 14 bis 24 Uhr
Aschermittwoch -  6.3.2019
Gründonnerstag - 18.4.2019
Karfreitag, Karsamstag - 19./20.4.2018 - von 0 bis 24 Uhr

Was könnt Ihr nicht machen?

An den stillen Feiertagen müssen die Tanzflächen - unabhängig von eventuell zulässiger Musik – leer bleiben. Öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, die nicht dem Ernst des jeweiligen stillen Tages entsprechen, sind nicht erlaubt. Das gilt besonders für Musik in Gaststätten, Clubs oder Diskos. Nach einer Gesetzesänderung ist es mittlerweile möglich, an den meisten Stillen Feiertagen bis 2 Uhr "hineinzufeiern". Danach dürfen die Clubs weiter offen bleiben, müssen aber die Musik leiser drehen und Euch von der Tanzfläche holen. Zocker unter Euch wissen bereits: Vergnügungsstätten wie Spielhallen haben geschlossen.

Was könnt Ihr trotz des Tanzverbots unternehmen?

Konzerte und andere Musikevents werden jeweils nach Einzelfall bewertet. Wenn sie dem Charakter eines stillen Tages entsprechen, sind sie erlaubt. Über eine Genehmigung entscheidet in München das Kreisverwaltungsreferat. Heavy-Metal-Konzerte oder Hardrock werden an diesen Tagen eher nicht geduldet, dafür sind klassische Konzerte meist problemlos durchführbar. Bei Popmusik, Jazz oder Schlager kommt es auf das gespielte Repertoire an. Der Veranstalter muss sich das genehmigen lassen. 

Kabarett-, Variete- und Zirkusshows sind hingegen erlaubt, denn die gesetzliche Regelung betrifft das Tanzen zu lauter Musik. Daher sind auch Sportevents möglich - bis auf zwei Ausnahmen: Buß- und Bettag und Karfreitag.

Und was ist mit einer privaten Feier wie Hochzeiten? Hier seid Ihr eigentlich immer auf der sicheren Seite, wenn Ihr Gäste einladet und nicht jeder Zugang hat - denn das Tanzverbot gilt für öffentliche Veranstaltungen. Wenn Ihr Zweifel habt, fragt lieber vorher beim Kreisverwaltungsreferat nach.

Warum gibt es das Tanzverbot?

Das bayerische Innenministerium begründet die gesetzliche Regelung so: „An stillen Tagen sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen verboten, die nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen.“

Das Kreisverwaltungsreferat informiert über das Feiertagsgesetz

Urteil des Bunderverfassungsgerichts zu Ausnahmeregelungen

In Bayern ist der Karfreitag als stiller Feiertag per Gesetz besonders geschützt. Das Bundesverfassungsgericht hat in einem Urteil (Aktenzeichen 1 BvR 458/10) aus dem Jahr 2016 aber festgelegt, dass das Ausschließen jeder Befreiungsmöglichkeit von diesem Schutz unverhältnismäßig ist. Im konkreten Fall hatte eine „Weltanschauungsgemeinschaft“ geklagt, deren Veranstaltung in München nicht ausschließlich auf Tanzen und kommerzielle Interessen ausgelegt war. Grundsätzlich bedeute dieses Urteil aber keineswegs, dass jede „Karfreitags-Party“ genehmigt werden müsse, so die Richter weiter.

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