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Kinderfragen und Familie

, Foto: RGU-SFM
Foto: RGU-SFM

Friedhöfe, Beerdigungen und die eigene Sterblichkeit: Wir von den ​Städtischen Friedhöfen München​ haben die Münchnerinnen und Münchner gefragt, welche Fragen sie zu diesen Themen haben.

Wie lange dauert das Traurigsein?

Es gibt keine festgelegte Trauerzeit. Jeder von uns reagiert anders auf den Verlust eines geliebten Menschen. Man kann das ganze Leben lang von Zeit zu Zeit traurig sein. Doch geht die Fröhlichkeit vollständig verloren, sollte reagiert werden. Professionelle Trauerhilfe kann Angehörigen dabei helfen, wieder neuen Lebensmut zu fassen.

Was passiert mit Omas Grab, wenn wir umziehen?

Grundsätzlich darf die Totenruhe nicht gestört werden. Darum können Verstorbene nicht einfach mit Ihnen “umziehen”. Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen wird eine beantragte Umbettung genehmigt.

Kriegt man ein Grab, wenn man nicht getauft ist?

Ja. Seit genau 200 Jahren ist das Friedhofs- und Bestattungswesen in München in kommunaler Hand. Die Münchner Friedhöfe stehen allen Menschen der Stadt offen, egal welcher Religion und natürlich auch für Menschen ohne Religionszugehörigkeit.

Kann ich als Muslim in einem Leintuch bestattet werden?

Ja, allerdings wird die verstorbene Person mit dem Leintuch noch in einen Sarg gelegt, da eine Sargpflicht besteht. Soweit möglich, versuchen wir in München bei muslimischen Bestattungen den muslimischen Ritus zu ermöglichen. Es gibt in einigen Friedhöfen Waschräume und es gibt muslimische Sektionen, in denen die Gräber Richtung Mekka ausgerichtet sind.

Was zieht Oma ins Grab an?

Natürlich können Verstorbene in eigener Kleidung beigesetzt werden – z.B. dem Lieblingsanzug oder einem besonderen Kleid. Wichtig ist nur, dass diese Stücke vorwiegend aus Naturfasern bestehen (Baumwolle, Seide, Wolle, etc.). Und: Die letzte Reise muss leider ohne Schuhe angetreten werden. Zum Glück hat die Seele Flügel.

Wird Opa jetzt ein Skelett?

Jeder Mensch ist ein Kind von Mutter Erde. Bei einer Erdbestattung wird der Körper in ca. zwei Metern Tiefe begraben – und kehrt damit zur Natur zurück. Dazu gehört auch, dass der Leichnam sich langsam auflöst. Je nach Boden sind nach einem halben Jahr fast nur noch die Knochen übrig. Die vollständige Zersetzung von Knochen und auch dem Sarg dauert mehrere Jahrzehnte.

Oma will doch in den Himmel... Warum begraben wir sie dann?

In vielen Religionen ist der menschliche Körper nur eine Hülle, in der die Seele des Menschen wohnt. Nach dem Tod lebt die Seele – also das, was einen Menschen ausmacht – je nach Glauben auf unterschiedliche Art und Weise weiter. Zum Beispiel im Himmel. Der Körper bleibt auf der Erde zurück und wird hier beigesetzt und löst sich langsam auf.

Kann uns der Friedhof etwas fürs Leben lehren?

Ja. Sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen, lässt uns vieles bewusst werden – zum Beispiel unsere eigene Vergänglichkeit und die Kostbarkeit des Lebens. Darüber hinaus sind die von den Städtischen Friedhöfen München angebotenen Friedhofsführungen sehr interessant und verraten viel Wissenswertes über die verstorbenen Persönlichkeiten Münchens und zur Vielfalt der Münchner Friedhöfe.

Wie will ich leben, damit ich am Ende in Frieden sterben kann?

Auf diese Frage muss jeder Mensch seine eigene Antwort finden. Wir sind der Meinung: Wer sich zu Lebzeiten mit dem Thema auseinandersetzt und die Dinge zur Bestattung klärt, hat zum Ende des Lebens eine Sorge weniger – und kann sich in den letzten Monaten und Jahren noch intensiver mit seinen Liebsten beschäftigen. Auch für die Angehörigen kann dies sehr entlastend sein. Einmal im vertrauten Kreis offen zu reden kann sehr hilfreich sein.

Nehme ich etwas mit, wenn ich mit leeren Händen den Friedhof verlasse?

Es ist sicher nichts Materielles oder Fassbares, das man vom Friedhof mitnehmen kann. Ob die Hände wirklich “leer” sind, wird nicht bei jedem Friedhofsbesuch gleich sein. Einen festen Ort der Trauer zu haben, die Verstorbenen in guter Obhut zu wissen und die Ruhe und Würde des Ortes zu spüren, kann durchaus Fülle, Trost und Lebensmut vermitteln.

Kann ich bei den Toten was fürs Leben lernen?

Wer sich mit dem Tod auseinandersetzt, wird auch immer etwas fürs Leben lernen. Beide Themen sind untrennbar miteinander verknüpft. Bei unseren geführten Friedhofsrundgängen lassen wir für Sie Verstorbene und ihre Geschichten wieder aufleben. Und natürlich können Sie unseren Guides auch individuelle Fragen stellen. ​Hier geht’s zur Anmeldung​ »

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