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Neue App zu den Erinnerungszeichen in München

Webapp Erinnerungszeichen, Foto: Kulturreferat der LHM
Foto: Kulturreferat der LHM

Standorte von Erinnerungszeichen in München online finden

(27.1.2022) In München gibt es inzwischen über 110 Erinnerungszeichen für Todesopfer des Nationalsozialismus. Ab jetzt können Interessierte ihre Standorte in der neuen Webapp Erinnerungszeichen finden und sich vor Ort über die Lebensgeschichten der Menschen informieren.

Bürgermeisterin Habenschaden und Kulturreferent Biebl über die Webapp

Das Netz der Erinnerung an die Opfer der NS-Verfolgung wird mit jedem neuen Erinnerungszeichen dichter. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden weist darauf hin, welche Bedeutung die Erinnerungszeichen nicht nur für den Umgang mit unserer Geschichte, sondern auch für unsere Gegenwart haben: „Die neue Webapp Erinnerungszeichen ist ein wichtiger Baustein des individuellen Gedenkens. Anhand der vielen Einzelschicksale wird deutlich, wie unvermittelt aus Mitbürger*innen Verfolgte wurden. Alles begann mit der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Gruppen. Wehren wir uns also, wenn heute wieder solche menschenfeindlichen Ansätze ihren Weg in die Mehrheitsgesellschaft suchen!“

Kulturreferent Anton Biebl betont die erinnerungskulturelle Bedeutung des neuen Onlineangebots: „Wir möchten denjenigen, die willkürlich in den Tod getrieben wurden, wieder einen Platz in unserer Mitte geben. Denn sie waren Nachbar*innen, Kolleg*innen, Freunde, Familie, Kinder – und mitten in der Stadtgesellschaft verwurzelt bis zu ihrer Verschleppung und Ermordung. Mit den Erinnerungszeichen und der Webapp erinnern wir an sie und daran, dass die Menschenwürde unantastbar ist.“

So funktioniert die neue Webapp

Die Webapp ist mit einer Routenfunktion ausgestattet, die User zu den Standorten der Erinnerungszeichen in der ganzen Stadt führt. Nutzerinnen und Nutzer können darüber hinaus gezielt nach Personen und Standorten suchen und sich über spezielle Filterfunktionen Erinnerungszeichen von Personen aus einzelnen Opfergruppen oder in bestimmten Stadtteilen anzeigen lassen. Die Webapp kann über jeden Internetbrowser sowohl auf dem PC als auch auf dem Tablet oder Handy erreicht werden.

Neue Erinnerungszeichen in Schwabing

In die Webapp sind auch die neuesten Erinnerungszeichen für Flora und Siegfried Wilmersdörfer aufgenommen. Sie wurden von Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und Ellen Presser von der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern am 27. Januar 2022, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, in der Haimhauserstraße 1 in Schwabing der Öffentlichkeit übergeben. Auf Grund der Covid-19-Pandemie fand die Veranstaltung in aller Stille statt.

Zu den Erinnerungszeichen

Erinnerungszeichen, Foto: Stadtarchiv München
Foto: Stadtarchiv München

Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie in zwei Ausführungen – als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild. Durch die gelochte Oberfläche können die Informationen auch ertastet werden.

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