Aussichtspunkt und Ort der Erinnerung bei Berchtesgaden
Kehlsteinhaus
Auf 1.834 Metern über Berchtesgaden steht eines der meistbesuchten und zugleich vielschichtigsten Ausflugsziele Bayerns: Das Kehlsteinhaus bietet einen weiten Blick über die Berchtesgadener Bergwelt bis ins Salzburger Land – und ist zugleich ein Bauwerk der NS-Zeit, das an die Verbrechen der Diktatur erinnert.
Hier findet ihr alles für die Planung: die Anfahrt mit dem Kehlsteinbus, die Wanderwege hinauf, was euch oben erwartet – und die historische Einordnung, die zum Besuch dazugehört.
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Kehlsteinhaus: Die wichtigsten Infos auf einen Blick
- 📍 Wo: Am Kehlstein über dem Obersalzberg bei Berchtesgaden, rund 130 Kilometer südöstlich von München
- ⛰️ Höhe: 1.834 Meter
- 🚌 Zufahrt: Ausschließlich mit den Spezialbussen der Kehlsteinlinie (RVO-Linie 849) ab Parkplatz Obersalzberg – die Kehlsteinstraße ist für den privaten Verkehr gesperrt
- 🛗 Letztes Stück: Ein messingverkleideter Aufzug führt 124 Höhenmeter durch den Fels direkt ins Haus
- 📅 Saison: Im Sommerhalbjahr geöffnet, im Winter geschlossen – witterungsbedingte Sperrungen sind auch im Sommer möglich
- 🎟️ Wichtig zu wissen: Der Eintritt in die Dokumentation Obersalzberg ist im Busticket enthalten
Geschichte: Vom „Führersperrgebiet" zum Erinnerungsort
Das Kehlsteinhaus wurde 1938 fertiggestellt, die Kehlsteinstraße entstand 1937/38 unter extremen Bedingungen. Es war Teil des Obersalzbergs, den die Nationalsozialisten zum abgeriegelten „Führersperrgebiet" umgebaut hatten. Ein verbreiteter Irrtum hält sich hartnäckig: Ein Geschenk zu Hitlers 50. Geburtstag 1939 war das Kehlsteinhaus nicht – das Gebäude stand da bereits.
Nach 1945 wurde ein Großteil der NS-Bauten am Obersalzberg zerstört. Das Kehlsteinhaus blieb erhalten und wird seit 1952 als Berggaststätte geführt. Heute wird der Obersalzberg zunehmend als historischer Ort in seiner Gesamtheit verstanden – mit der Dokumentation Obersalzberg als zentralem Lern- und Erinnerungsort.
👉 Das Kehlsteinhaus wurde 1938 im „Führersperrgebiet" Obersalzberg fertiggestellt und ist seit 1952 eine Berggaststätte – entgegen einer verbreiteten Annahme war es kein Geburtstagsgeschenk für Hitler.
Ausstellung des Instituts für Zeitgeschichte
Auf der Sonnenterrasse erzählen 14 Infotafeln mit historischen Fotografien die Geschichte des Berges: vom Wandel des Obersalzbergs zum „Führersperrgebiet" über den Bau von Straße und Haus bis zur touristischen Nutzung nach 1945. Die Ausstellung versteht sich ausdrücklich nicht als Kurzfassung, sondern als Anstoß, sich in der Dokumentation Obersalzberg eingehender mit der Geschichte zu befassen. Im Bereich der Berggaststätte selbst sind Führungen nicht gestattet.
👉 Eine Ausstellung des Instituts für Zeitgeschichte auf der Sonnenterrasse zeigt auf 14 Infotafeln die Geschichte des Obersalzbergs.
Die Auffahrt: Kehlsteinstraße, Tunnel und Aufzug
Schon der Weg nach oben ist Teil des Erlebnisses – und Teil der Geschichte. Die Kehlsteinstraße führt in engen Kehren und durch mehrere Tunnel den Berg hinauf; befahren wird sie ausschließlich von den Spezialbussen der Kehlsteinlinie. Am oberen Wendeplatz führt ein geteerter Stollen zum messingverkleideten Aufzug, der 124 Meter durch den Fels direkt ins Kehlsteinhaus fährt.
👉 Vom Buswendeplatz führt ein Tunnel zu einem messingverkleideten Aufzug, der 124 Höhenmeter durch den Fels ins Kehlsteinhaus fährt.
Oben angekommen: Aussicht, Gipfelkreuz und Rundweg
Vom Kehlsteinhaus reicht der Blick über die Berchtesgadener Bergwelt, den Königssee und bis in die Gegend um Salzburg. Wenige Meter oberhalb steht das Gipfelkreuz, von dem der Kehlstein-Rundweg startet – eine kurze, eindrucksvolle Runde mit Einblicken in die Felslandschaft des Hohen Göll. Im Haus selbst gibt es ein Bergrestaurant mit Panoramaterrasse und den großen Kaminsaal.
👉 Vom Kehlsteinhaus blickt ihr über die Berchtesgadener Berge bis nach Salzburg – am Gipfelkreuz beginnt der Kehlstein-Rundweg.
Zu Fuß hinauf: Zwei Wanderwege
Wer den Bus umgehen will, wandert: Vom Ofnerboden an der Roßfeld-Panoramastraße dauert der Aufstieg 1,5 bis 2 Stunden, vom Parkplatz an der Dokumentation Obersalzberg rund 3 Stunden. Beide Wege folgen ab einem gewissen Punkt der für den öffentlichen Verkehr gesperrten Kehlsteinstraße; der markierte Alpenvereinsweg 40 mündet an der Buswendeplattform, von dort führt ein asphaltierter Serpentinenweg zum Haus.
👉 Zum Kehlsteinhaus wandert ihr in 1,5 bis 2 Stunden ab Ofnerboden oder in rund 3 Stunden ab der Dokumentation Obersalzberg.
Barrierefreiheit
Der Besuch ist eingeschränkt barrierefrei möglich: Auf der Kehlsteinlinie verkehren Niederflurbusse mit ausgewiesenen Rollstuhlplätzen, der Tunnel vom Parkplatz zum Aufzug ist geteert und mit dem Rollstuhl befahrbar. Restaurant und Teile der Gartenterrasse sind barrierefrei erreichbar, behindertengerechte Toiletten gibt es an den Bushaltestellen und im Restaurant. In den Kaminsaal führen einige Stufen, das Gipfelkreuz ist mit dem Rollstuhl nicht erreichbar. Empfohlen wird der Besuch mit einer Begleitperson.
👉 Kehlsteinbusse, Tunnel und Restaurant sind rollstuhlgerecht – der Kaminsaal ist nur über Stufen und das Gipfelkreuz gar nicht erreichbar.
Service: Anfahrt von München
- 🚆 Mit der Bahn: Ab München nach Berchtesgaden (Umstieg meist in Freilassing), weiter mit dem RVO-Bus 838 zur Busabfahrt der Kehlsteinlinie am Obersalzberg. Das Deutschlandticket gilt bis dorthin – nicht aber im Kehlsteinbus
- 🚗 Mit dem Auto: A8 Richtung Salzburg, weiter über die B20 nach Berchtesgaden; Parkplatz Obersalzberg, Salzbergstraße 45
- 🚌 Kehlsteinbus: Linie 849 ab Parkplatz Obersalzberg – aktuelle Fahrpreise und Fahrzeiten auf kehlsteinhaus.de bzw. bei Bergerlebnis Berchtesgaden
- 🕐 Öffnungszeiten: Saisonal und witterungsabhängig – vor der Fahrt aktuell prüfen, kurzfristige Sperrungen bei Schneefall oder Steinschlag sind möglich
- 🏛️ Dokumentation Obersalzberg: Der Eintritt ist im Busticket enthalten – plant den Besuch fest mit ein
- ⛰️ In der Nähe: Salzbergwerk Berchtesgaden, Königssee und die Touren am Watzmann
FAQ: Häufige Fragen zum Kehlsteinhaus
Kann man mit dem eigenen Auto zum Kehlsteinhaus fahren?
Nein. Die Kehlsteinstraße ist für den privaten Verkehr gesperrt – die Auffahrt ist ausschließlich mit den Spezialbussen der Kehlsteinlinie ab Parkplatz Obersalzberg möglich.
War das Kehlsteinhaus ein Geschenk zu Hitlers Geburtstag?
Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Das Kehlsteinhaus wurde bereits 1938 fertiggestellt – Hitlers 50. Geburtstag war 1939.
Wann hat das Kehlsteinhaus geöffnet?
Das Kehlsteinhaus ist im Sommerhalbjahr geöffnet und im Winter geschlossen. Auch in der Saison kann der Busbetrieb bei Schneefall oder Steinschlag kurzfristig eingestellt werden – prüft die aktuellen Zeiten vor der Anreise.
Wie lange sollte man für den Besuch einplanen?
Ab München ist es ein ganzer Tag: rund 2 bis 2,5 Stunden Anreise pro Richtung, dazu Bus, Aufzug, Aufenthalt oben und idealerweise der Besuch der Dokumentation Obersalzberg, für die der Eintritt im Busticket enthalten ist.
Kann man zum Kehlsteinhaus wandern?
Ja: vom Ofnerboden an der Roßfeld-Panoramastraße in 1,5 bis 2 Stunden oder von der Dokumentation Obersalzberg in rund 3 Stunden. Beide Wege enden an der Buswendeplattform, von dort geht es zu Fuß weiter zum Haus.
Gibt es Führungen im Kehlsteinhaus?
Im Bereich der Berggaststätte sind Führungen nicht gestattet. Die Ausstellung auf der Sonnenterrasse informiert auf 14 Tafeln; die ausführliche historische Aufarbeitung leistet die Dokumentation Obersalzberg.