Gedenken für die neun Opfer des rassistischen Attentats vom 22.7.2016
Denkmal „Für Euch“: Erinnerungsort an das OEZ-Attentat
Das Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße erinnert an die neun Menschen, die am 22. Juli 2016 bei einem rechtsterroristischen und rassistischen Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum ermordet wurden. Der Erinnerungsort steht nahe dem OEZ in Moosach – dort, wo die Tat begann und sich tief in die Stadtgeschichte eingeschrieben hat.
Am 22. Juli 2026 gedachte München am Denkmal „Für Euch“ mit einer öffentlichen Veranstaltung an den 10. Jahrestag des OEZ-Attentats.
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Kurzüberblick: Denkmal „Für Euch“ am OEZ
- Ort: Hanauer Straße 77, 80993 München, nahe Olympia-Einkaufszentrum
- Stadtteil: Moosach
- Erinnerung an: die neun Opfer des rechtsterroristischen und rassistischen OEZ-Attentats vom 22. Juli 2016
- Künstlerin: Elke Härtel
- Eröffnet: 2017, zum ersten Jahrestag des Attentats
- Gestaltung: Edelstahlring um einen Ginkgobaum, mit Namen und Porträts der Opfer
- Inschrift: „In Erinnerung an alle Opfer des rassistischen Attentats vom 22.7.2016“
- Anfahrt: U-Bahn Olympia-Einkaufszentrum, U1/U3/U7
Was geschah am 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum?
Am 22. Juli 2016 ermordete ein 18-jähriger Täter am und im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen. Fünf weitere Menschen wurden durch Schüsse schwer verletzt; viele weitere wurden in der Panik verletzt. Danach tötete sich der Täter selbst.
Die Tat begann in einem Schnellrestaurant gegenüber dem OEZ. Anschließend schoss der Täter auf der Straße und im Bereich des Einkaufszentrums weiter auf Menschen. Für viele Angehörige, Überlebende und Betroffene war früh klar, dass die Tat ein rassistisches Motiv hatte. Dennoch wurde der Anschlag zunächst lange als unpolitischer „Amoklauf“ eingeordnet. Erst Jahre später wurde der rechtsterroristische und rassistische Hintergrund staatlich anerkannt.
Das Denkmal „Für Euch“ ist deshalb nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort der Anerkennung: Es erinnert an die Ermordeten, an die Verletzten, an die Überlebenden und an den langen Kampf der Angehörigen um Erinnerung, Aufklärung und eine klare Benennung der Tat.
👉 Am 22. Juli 2016 ermordete ein 18-jähriger Täter am und im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen; erst Jahre später wurde der rechtsterroristische und rassistische Hintergrund der Tat offiziell anerkannt.
Wer waren die Opfer des OEZ-Attentats?
Das Denkmal erinnert an neun Menschen, die am 22. Juli 2016 ermordet wurden:
- Armela Segashi
- Can Leyla
- Dijamant Zabërgja
- Guiliano Kollmann
- Hüseyin Dayıcık
- Roberto Rafael
- Sabine Sulaj
- Selçuk Kılıç
- Sevda Dağ
Ihre Namen stehen im Mittelpunkt des Erinnerungsorts. Das Denkmal macht sichtbar, dass die Opfer nicht auf die Tat reduziert werden dürfen: Sie waren Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern, Geschwister, Freund*innen und Nachbar*innen. Viele von ihnen waren in Moosach verwurzelt.
Die Gestaltung des Denkmals
Das Gedenkensemble „Für Euch“ wurde von der Münchner Künstlerin Elke Härtel entworfen. Im Zentrum steht ein Ginkgobaum, den ein Edelstahlring umfasst. Der Ring steht für Verbundenheit, Zusammenhalt und Erinnerung; der Ginkgo gilt als Lebensbaum und Symbol für Widerstandskraft.
Auf dem Ring sind die Namen und Porträts der neun Todesopfer angebracht. So entsteht ein persönlicher Erinnerungsort, der die Getöteten sichtbar macht und Besucher*innen unmittelbar mit ihnen konfrontiert.
Die heutige Inschrift lautet: „In Erinnerung an alle Opfer des rassistischen Attentats vom 22.7.2016“. Diese klare Formulierung ist wichtig, weil die Tat lange nicht als rechtsterroristischer und rassistischer Anschlag benannt wurde.
👉 Das Gedenkensemble stammt von der Münchner Künstlerin Elke Härtel und besteht aus einem Edelstahlring um einen Ginkgobaum mit den Namen und Porträts der neun Todesopfer.
Besuch am Denkmal „Für Euch“
Das Denkmal steht an der Hanauer Straße 77 beim Olympia-Einkaufszentrum. Wer den Ort besucht, sollte ihn als stillen Erinnerungsort respektieren. Besonders rund um den 22. Juli kommen Angehörige, Überlebende und Unterstützer*innen hier zusammen, um gemeinsam zu trauern und an die neun Ermordeten zu erinnern.
Neuer Gedenkraum und Gedenkgräber
Neben dem Denkmal gibt es weitere Orte der Erinnerung. Nach jahrelanger Suche konnte im April 2025 in Moosach ein neuer Gedenkraum für Hinterbliebene und Betroffene des OEZ-Attentats eröffnet werden. Die Stadt stellt den Raum zur Verfügung; er löst den bisherigen Gedenkraum in der Dienerstraße ab.
Außerdem hat die Vollversammlung des Stadtrats im Juli 2025 die Finanzierung von Gedenkgräbern für die Opfer beschlossen, die auf Münchner Friedhöfen beerdigt sind. Die Gedenkgräber werden in enger Abstimmung zwischen den Hinterbliebenen, den städtischen Friedhöfen und der Fachstelle für Demokratie umgesetzt.
👉 Seit April 2025 steht Hinterbliebenen und Betroffenen des OEZ-Attentats ein städtischer Gedenkraum in Moosach zur Verfügung; im Juli 2025 beschloss der Stadtrat zusätzlich die Finanzierung von Gedenkgräbern auf Münchner Friedhöfen.
Gedenktafel im Rathaus erinnert an die Opfer
Seit dem 17. Juli 2026 erinnert auch eine steinerne Gedenktafel im Durchgang zum Prunkhof des Neuen Rathauses an die Opfer des Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum. Die Stadt enthüllte sie gemeinsam mit Angehörigen aller Todesopfer wenige Tage vor dem zehnten Jahrestag.
Die Tafel nennt die neun Ermordeten Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine Sulaj, Selçuk Kılıç und Sevda Dağ. Sie erinnert zudem an fünf weitere Menschen, die durch Schüsse schwer verletzt wurden. In der Inschrift werden das rassistische Motiv und der rechtsterroristische Charakter des Anschlags ausdrücklich benannt.
Die Gedenktafel geht auf einen gemeinsamen Antrag aller Stadtratsfraktionen der vergangenen Amtsperiode zurück. Ihre Gestaltung und Umsetzung wurden eng mit den Familien der Opfer abgestimmt. Seit 2018 erinnert am Rathaus außerdem eine weitere Tafel an das rechtsextreme Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980.
👉 Die Gedenktafel im Münchner Rathaus nennt alle neun Ermordeten des OEZ-Attentats und macht dessen rassistischen und rechtsterroristischen Hintergrund sichtbar.
- Oberbürgermeister Dominik Krause: „Zehn Jahre nach dem rechtsterroristischen Anschlag am Olympia‑Einkaufszentrum geben wir den Ermordeten einen zentralen Platz zur Erinnerung. Die Gedenktafel am Rathaus erinnert namentlich an alle neun Opfer. Zudem soll sie uns alle mahnen, entschieden gegen Rechtsextremismus und Rassismus einzutreten.“
- Kulturreferent Marek Wiechers: „Die Erinnerung an die Opfer im Stadtraum muss sichtbar bleiben. Erinnerungskultur ist eine Grundlage für unser gemeinsames, demokratisches Grundverständnis und soll Zeichen sein, dass rechtsterroristisches Denken und Handeln keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.“
Häufige Fragen zum Denkmal „Für Euch“
Wo steht das Denkmal „Für Euch“?
Das Denkmal steht an der Hanauer Straße 77 in München-Moosach, nahe dem Olympia-Einkaufszentrum.
Woran erinnert das Denkmal?
Das Denkmal erinnert an die neun Menschen, die am 22. Juli 2016 bei einem rechtsterroristischen und rassistischen Anschlag am und im Olympia-Einkaufszentrum ermordet wurden.
Wer hat das Denkmal gestaltet?
Das Denkmal wurde von der Münchner Künstlerin Elke Härtel entworfen und 2017 eröffnet.
Warum wurde die Inschrift des Denkmals geändert?
Die Tat wurde zunächst lange als „Amoklauf“ bezeichnet. Nach der Anerkennung des rechtsterroristischen und rassistischen Hintergrunds wurde die Inschrift geändert. Heute erinnert sie an die Opfer des „rassistischen Attentats vom 22.7.2016“.