Webcam: Beobachtet die Turmfalken im Städtischen Hochhaus

Die Küken sind geschlüpft - Webcam zeigt die Turmfalken hautnah

Die Falken-Webcam ist wieder da: Im März 2021 hat das Turmfalken-Weibchen frische Eier ins Nest gelegt - und Anfang Mai sind die ersten Küken geschlüpft. Mit der Falken-Webcam könnt ihr die junge Turmfalken-Familie hautnah begleiten.

  • Etwa um den 3. Mai herum sind die kleinen Küken aus den Eiern geschlüpft. Wie viele Jungtiere es genau sind, ist aktuell noch unklar. Sicher ist, dass man den Kleinen mit der Webcam direkt beim schnellen Wachsen zuschauen kann. Kein Wunder bei der proteinreichen Beute, die die Turmfalken-Eltern ihnen bringen und häppchenweise verfüttern. Auf dem Speiseplan stehen normalerweise täglich Maus, Maus und wieder Maus.
  • Das Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung im Hochhaus an der Blumenstraße 28b beherbergt seit mehr als 35 Jahren unter seinem Dach Turmfalken zu Brutzwecken. Im 12. Stock wurden in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz zwei Nistkästen für die Tiere eingebaut. Die Untere Naturschutzbehörde betreut und beaufsichtigt die Falken.
  • Die Standorttreue dieser Tiere ist wohl auch auf die Nähe zu geeigneten Nahrungsquartieren zurückzuführen. Für die Tiere sind größere Freiflächen, wie zum Beispiel die Isarauen, von großer Bedeutung.
  • Damit möglichst viele Interessierte diese schönen und faszinierenden Tiere bei der Brut und Aufzucht der Jungen beobachten können, wurde im Frühjahr 2012 am städtischen Hochhaus eine Webcam installiert.
Turmfalkenküken (Archiv)
Archivbild
  • Wenn die Falken im richtigen Winkel zur Kamera sitzen, liefert die Falken-Webcam einzigartige Einblicke in das Familienleben der Tiere, ohne sie zu stören. Von der Eiablage bis zu den ersten Flugversuchen der Falkenbabys könnt Ihr das Treiben im Falkennest mitverfolgen.
  • Es ist ein Naturschauspiel, wenn mit Beginn der Balzzeit im Frühjahr die waghalsigen und spektakulären Flugmanöver unter schrillen Rufen zu beobachten sind. Diese finden erst mit der Paarbildung und Bruttätigkeit ein Ende. Unternehmen die Jungvögel ihre ersten Flugversuche, kann es schon einmal passieren, dass städtische Mitarbeiter einem erschöpften Jungfalken am Fensterbrett ins Auge schauen.

Impressionen: So brüten die Falken

Das müsst ihr zu Turmfalken (Falco tinnunculus) wissen:

Ein Turmfalken-Weibchen legt zwischen 3 und 7 Eiern ab (Archivbild)
  • Verbreitung: In Mitteleuropa sind Turmfalken typische Vögel der Kulturlandschaft. Sie waren ursprünglich Felsbrüter; heutzutage nutzen sie in menschlichen Siedlungsgebieten vor allem hohe Gebäude zur Brut. Obwohl Turmfalken in Bayern noch flächendeckend verbreitet sind und nicht als gefährdet gelten, gehen ihre Bestandszahlen zurück
  • Vogelzugzeit: Die in Bayern lebenden Turmfalken sind Teilzieher. Viele von ihnen überwintern bei uns, manche Vögel ziehen aber auch in Mittelmeerländer oder sogar bis nach Afrika. Hauptzugzeit ist im September und Oktober. Ab Februar kehren sie in ihre Brutgebiete zurück.
  • Brut: Im Zeitraum von Anfang April bis Anfang Juni legt das Weibchen je nach Nahrungsangebot 3 bis 7 rotbraun gefleckte Eier, die 27 bis 32 Tage lang bebrütet werden. Bei Turmfalken brütet das Weibchen alleine, während das Männchen jagt und Beute ans Nest bringt. Nach weiteren 27 bis 32 Tagen sind die Jungvögel flügge, werden aber noch mindestens 4 Wochen von den Eltern betreut.
  • Schutzstatus: Der Turmfalke ist streng geschützt. Der Zugriff, Besitz und die Vermarktung dieser Tierart oder seiner Eier sowie die Beeinträchtigung seiner Nist- und Brutstätte sind gesetzlich verboten. Störungsfreie Naturaufnahmen sind jedoch unproblematisch.

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