Einsiedelei im Olympiapark ist jetzt Baudenkmal

Ost-West-Friedenskirche: Väterchen Timofejs Friedensgarten

(14.7.2026) Die Einsiedelei und der Garten von Väterchen Timofej im Olympiapark stehen jetzt in der Bayerischen Denkmalliste. Die Aufnahme wurde an seinem 22. Todestag bei einem Ortstermin mit Oberbürgermeister Dominik Krause gewürdigt. Die selbst gebaute Ost-West-Friedenskirche gehörte zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Münchens, wurde jedoch bei einem Brand im Juni 2023 zerstört. Erhalten sind die Einsiedelei mit ihren einfachen Wohnbauten, die Erzengel-Michael-Kapelle, das kleine Museum und der Garten.

Adresse und Öffnungszeiten

Spiridon-Louis Ring 100 , 80809 München

Einsiedelei mit Friedensgarten im Olympiapark
Christina Greifenstein

Einsiedelei und Garten sind jetzt Baudenkmal

Väterchen Timofej und Natascha
Ost-West-Friedenskirche e.V.
Väterchen Timofej und Natascha

Heute, am Dienstag, 14. Juli 2026, wurde die Eintragung als Baudenkmal bei einem Ortstermin auf dem Gelände im Olympiapark gewürdigt – genau am 22. Todestag von Timofej Prochorow.

Oberbürgermeister Dominik Krause, Alt-Oberbürgermeister Christian Ude, der Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Professor Mathias Pfeil, sowie Elena Keck, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Ost-West-Friedensgarten, kamen dazu am Spiridon-Louis-Ring zusammen. Die formelle Aufnahme in die Bayerische Denkmalliste war bereits mit Schreiben vom 29. Juni 2026 erfolgt.

Von der primitiven Bretterhütte zum Friedensgarten

Damit endet vorerst ein ungewöhnlicher Weg: Noch 1953 bezeichnete die Münchner Wiederaufbaukommission Timofejs erste Unterkunft als „primitive Bretterhütte“. Die Gebäude entstanden ohne reguläre Bauanträge, wurden jahrzehntelang geduldet und erhielten erst 2014 nachträglich eine Baugenehmigung. Heute gelten die erhaltenen Wohnbauten, die Michaelskapelle und der Garten als Zeugnisse von Flucht, Vertreibung und Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg.

Generalkonservator Mathias Pfeil verglich den Ost-West-Friedensgarten mit einem „gallischen Dorf im Herzen unserer Landeshauptstadt“. Eine vergleichbare erhaltene Anlage gebe es in Bayern nicht. Christian Ude sprach von einem „wunderbaren Happy End“ für Münchens „liebenswürdigsten Schwarzbau“.

Die 2023 abgebrannte Ost-West-Friedenskirche selbst ist nicht mehr als Bauwerk erhalten. Der Verlust der Kirche schmälert die Bedeutung der Einsiedelei jedoch nicht: In ganz Bayern ist keine vergleichbare Anlage aus der von Wohnungsnot geprägten Nachkriegszeit bekannt. Der Verein setzt sich weiterhin für eine möglichst originalgetreue Wiederherstellung des Kirchleins ein.

👉 Väterchen Timofejs Einsiedelei ist seit 2026 ein Baudenkmal und ein einzigartiges Zeugnis der Münchner Nachkriegszeit.

OB Dominik Krause: „Einzigartiges Kleinod"

„Die Einsiedelei von Väterchen Timofej ist ein Kleinod, das in München einzigartig ist. An diesem besonderen Ort verbinden sich Geschichte, Spiritualität und bürgerschaftliches Engagement. Mit der Eintragung als Baudenkmal würdigen wir nicht nur die architektonische und historische Bedeutung dieses Ortes, sondern auch die Menschen, die ihn über viele Jahre mit großem Einsatz bewahrt haben und die sich nach dem verheerenden Brand weiterhin für seinen Erhalt und eine mögliche Wiederherstellung einsetzen. Es ist wichtig, dass solche besonderen Zeugnisse der Stadtgeschichte erhalten bleiben und auch kommenden Generationen zugänglich sind. Die Einsiedelei erinnert uns daran, wie vielfältig und lebendig das kulturelle Erbe Münchens ist. Es war ein langer Weg vom Schwarzbau zum Baudenkmal, aber er zeigt, dass Wille manchmal Berge versetzen kann.“

Oberbürgermeister Dominik Krause
Dominik Krause Oberbürgermeister von München

Das Wichtigste zur Ost-West-Friedenskirche auf einen Blick

  • Besonderheit: selbst gebaute Einsiedelei und Friedensgarten aus der Münchner Nachkriegszeit
  • Erbaut von: Timofej Prochorow und seiner Partnerin und späteren Ehefrau Natascha Dankow
  • Entstehung: seit den frühen 1950er-Jahren auf dem damaligen Oberwiesenfeld
  • Heute erhalten: Wohnbauten, Museum, Erzengel-Michael-Kapelle und Garten
  • Kirchenbrand: Die Ost-West-Friedenskirche brannte in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2023 vollständig ab.
  • Wiederaufbau: Eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion ist geplant.
  • Denkmalschutz: Einsiedelei und Garten stehen seit 2026 in der Bayerischen Denkmalliste.
  • Öffnungstage: Donnerstag bis Sonntag; während des Tollwood-Sommerfestivals 2026 täglich
  • Eintritt: kostenlos
  • Barrierefreiheit: nur eingeschränkt
  • Geeignet für: Geschichtsinteressierte, Spaziergänger*innen und alle, die im Olympiapark einen ruhigen Ort suchen

👉 Der Ost-West-Friedensgarten verbindet Baudenkmal, Erinnerungsort, kleines Museum und grüne Ruheoase.

Friedensgarten: Eine versteckte Oase im Olympiapark

Der Ost-West-Friedensgarten liegt gut geschützt zwischen Bäumen im südlichen Teil des Olympiaparks. Durch ein kleines, unscheinbares Gartentor gelangt ihr auf das Gelände. Natur- und Schotterwege führen zwischen Blumen, Obstbäumen, Wohnhäuschen, Kapelle und Museum hindurch.

Der Garten ist nicht nur für Menschen interessant, die mehr über Väterchen Timofej erfahren möchten. Viel Grün und mehrere Bänke laden dazu ein, eine Pause einzulegen, zu lesen oder während eines Spaziergangs durch den Olympiapark zur Ruhe zu kommen. Auch ohne das abgebrannte Kirchengebäude ist der Garten deshalb ein eigenständiges und lohnendes Ausflugsziel.

Bis heute ist die Einsiedelei nicht an das öffentliche Strom- und Wassernetz angeschlossen. Dadurch hat sich ein ursprünglicher Charakter erhalten, der sich deutlich von den großen Sport- und Veranstaltungsflächen des Olympiaparks unterscheidet.

👉 Väterchen Timofejs Garten ist auch ohne die frühere Kirche ein schöner Ort zum Verweilen, Entdecken und Entspannen.

Was ihr heute im Ost-West-Friedensgarten sehen könnt

Museum für Väterchen Timofej
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege.

Das Museum

Im kleinen Museum wird seit 1963 die Geschichte der Einsiedelei erzählt. Fotos, Bilder, Zeitungsausschnitte und persönliche Erinnerungsstücke dokumentieren das Leben und Wirken von Timofej und Natascha.

Ein Teil des Museums erinnert an die enge Verbindung Timofejs zu den Kindern aus der Umgebung. Auch das Gästebuch ist ein Stück Zeitgeschichte: Darin finden sich Einträge von Besucher*innen aus vielen Ländern und in zahlreichen Sprachen.

Timofej malte selbst Bilder mit religiösen Motiven und Darstellungen seines Friedensgedankens. Auch Friedensreich Hundertwasser beschäftigte sich künstlerisch mit der Ost-West-Friedenskirche.

Die Erzengel-Michael-Kapelle

Die kleine Kapelle ist dem Erzengel Michael gewidmet. Timofej und Natascha errichteten sie etwa zwei Jahre nach der Friedenskirche. Sie blieb beim Brand von 2023 erhalten und befindet sich weiterhin weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand.

Eine Besonderheit ist die mit Silberpapier ausgekleidete Decke. Wie die übrigen Bauten entstand auch die Kapelle aus einfachen, vorhandenen und wiederverwendeten Materialien. Der Zugang führt über eine Treppe und ist deshalb nicht barrierefrei.

Die einfachen Wohnbauten

Die erhaltenen Wohnbauten zeigen, unter welchen Bedingungen Timofej und Natascha nach ihrer Ankunft in München lebten. Solche provisorischen Unterkünfte waren in der von Wohnungsnot geprägten frühen Nachkriegszeit weit verbreitet, sind heute aber fast vollständig verschwunden.

Gerade die einfachen Materialien und die bescheidenen Lebensverhältnisse machen die Einsiedelei zu einem wichtigen historischen Zeugnis. Das heutige Denkmal erinnert damit nicht nur an zwei ungewöhnliche Persönlichkeiten, sondern auch an Flucht, Vertreibung und den schwierigen Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg.

👉 Kapelle, Museum, Wohnbauten und Garten machen die Lebensgeschichte von Timofej und Natascha bis heute unmittelbar erfahrbar.

Wie die Einsiedelei von Timofej und Natascha entstand

Timofej Prochorow wurde 1894 nahe Rostow am Don im damaligen Russischen Zarenreich geboren. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von seiner Familie getrennt. Auf seiner Flucht nach Westen begegnete er Natascha Dankow, die ihn fortan begleitete. Nach mehreren Zwischenstationen kamen beide 1952 nach München.

Nach Timofejs eigenen Erzählungen hatte er eine Marienerscheinung. Maria habe ihm den Auftrag gegeben, im Westen eine Kirche zu bauen, die Ost und West miteinander verbinden sollte. Auf dem damaligen Oberwiesenfeld begannen Timofej und Natascha zunächst mit einer notdürftigen Unterkunft und der Michaelskapelle. Ab 1957 bauten sie an der späteren Ost-West-Friedenskirche.

Als Baumaterial verwendeten sie unter anderem Holz, Bleche, Fundstücke und Material aus den Schuttbergen des Zweiten Weltkriegs. Reguläre Bauanträge gab es nicht. 1957 verfügte die Münchner Lokalbaukommission zunächst einen Baustopp für einen weiteren Wohnbau, nahm diesen jedoch bald zurück. Die Anlage wurde danach jahrzehntelang geduldet und erst 2014 nachträglich genehmigt.

👉 Timofej und Natascha schufen aus Kriegsschutt und Fundstücken eine neue Heimat und einen Ort der Friedenshoffnung.

Warum die Kirche Ost-West-Friedenskirche hieß

Die Ost-West-Friedenskirche im Olympiapark
Mónica Garduño
Innenraum der Ost-West-Friedenskirche

Timofej verstand das Kirchlein nicht als ausschließlich katholisches oder russisch-orthodoxes Gotteshaus. Es sollte eine gemeinsame christliche Kirche sein, die konfessionelle Grenzen überwindet und Ost und West miteinander versöhnt.

Die Friedenskirche war Maria gewidmet. Timofej hielt dort Gottesdienste, verwies Menschen für Taufen und Trauungen jedoch an anerkannte katholische oder orthodoxe Geistliche. Der Name stand damit für den Wunsch nach Verständigung, Einheit und Frieden zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Konfession.

👉 Die Ost-West-Friedenskirche sollte Christen unterschiedlicher Konfessionen verbinden und ein Zeichen für die Versöhnung zwischen Ost und West setzen.

Wie Väterchen Timofej die Olympia-Planungen veränderte

Ende der 1960er-Jahre geriet die Einsiedelei durch die Planungen für die Olympischen Sommerspiele 1972 in Gefahr. Auf dem Gelände war zunächst eine Wettkampfstätte für den Pferdesport vorgesehen. Dafür hätten die Bauten beseitigt und Timofej und Natascha umgesiedelt werden müssen.

Gegen den geplanten Abriss regte sich öffentlicher Widerstand. Viele Münchner*innen und Teile der Presse setzten sich für den Erhalt der Einsiedelei ein. Die Pferdesport-Wettbewerbe wurden schließlich nach Riem verlegt, während der Olympiapark rund um das kleine Anwesen entstand.

Während der Olympischen Spiele wurde die Friedenskirche selbst zu einem Besuchermagneten. Menschen aus zahlreichen Ländern kamen zu Timofej und Natascha, um das ungewöhnliche Kirchlein zu sehen oder dort einen ruhigen Moment zu verbringen.

👉 Der Einsatz der Münchner Bevölkerung bewahrte Väterchen Timofejs Einsiedelei vor dem Abriss für die Olympischen Spiele 1972.

Natascha, Timofejs letzte Jahre und sein Grab

Timofej und Natascha heirateten 1972. Natascha starb am 13. März 1977 im Alter von 80 Jahren. Ihr Wunsch, auf dem Gelände der Einsiedelei beigesetzt zu werden, konnte aus rechtlichen Gründen nicht erfüllt werden. Timofej legte deshalb im Garten an der gewünschten Stelle ein symbolisches Grab für sie an.

In seinen letzten Lebensjahren wurde Timofej unter anderem von Pauline Gerner unterstützt. Als er auf dem Gelände nicht mehr ausreichend versorgt werden konnte, vermittelte ihm die Stadt einen Platz in einem Pflegeheim am Don-Pedro-Platz.

Väterchen Timofej starb in der Nacht zum 14. Juli 2004 im Alter von rund 110 Jahren. Da sein genaues Geburtsdatum nicht zweifelsfrei belegt ist, lässt sich sein Alter nur ungefähr angeben. Er galt damals als ältester Münchner.

Sein Grab befindet sich auf dem Münchner Westfriedhof im Block 196. Zu seiner Beerdigung kamen mehrere Hundert Menschen.

👉 Väterchen Timofej wurde rund 110 Jahre alt und fand auf dem Münchner Westfriedhof seine letzte Ruhestätte.

Der Brand der Ost-West-Friedenskirche im Juni 2023

Ruine der Ost-West-Friedenskirche
Michael Hofmann
Die Ruine der Ost-West-Friedenskirche

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2023 geriet die Ost-West-Friedenskirche in Brand. Gegen 1.10 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Feuerwehr ein, weil Flammen im Olympiapark zu sehen waren.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand das hölzerne Kirchengebäude bereits vollständig in Flammen. Die Feuerwehr brachte das Feuer nach etwa 20 Minuten unter Kontrolle, doch zu diesem Zeitpunkt war das Kirchlein bereits weitgehend niedergebrannt. Verletzt wurde niemand.

Als Brandursache wurde ein technischer Defekt an der im Inneren verbauten Elektronik ermittelt. Hinweise auf Brandstiftung gab es nicht. Das Wohnhaus, das Museum, die Erzengel-Michael-Kapelle sowie große Teile des Busch- und Baumbestands blieben erhalten.

Der Brand löste in München und darüber hinaus große Bestürzung aus. Bereits kurz danach forderten viele Menschen den Wiederaufbau des ungewöhnlichen Kirchleins.

👉 Beim Brand von 2023 wurde die Ost-West-Friedenskirche zerstört, doch Kapelle, Museum, Wohnbauten und Garten blieben erhalten.

Berufsfeuerwehr München
Feuerwehr bei den Löscharbeiten

Wiederaufbau der Ost-West-Friedenskirche

Der Verein Ost-West-Friedensgarten setzt sich dafür ein, die zerstörte Kirche möglichst originalgetreu wiederaufzubauen. Der Münchner Stadtrat hat das Vorhaben befürwortet, eine Baugenehmigung liegt nach Angaben des Vereins vor.

Eine wichtige Grundlage liefert eine digitale Dokumentation der Universität Bamberg. Noch vor dem Brand war die Kirche mit 3D-Laserscannern vermessen und mit 360-Grad-Aufnahmen dokumentiert worden. Anhand dieser Daten lässt sich das frühere Gebäude detailliert nachvollziehen. Ein virtueller Rundgang zeigt zudem, wie die Kirche vor ihrer Zerstörung aussah.

Ein Teil der Kosten kann durch eine Brandversicherung finanziert werden. Für den vollständigen Wiederaufbau sind jedoch weitere Mittel und Spenden nötig. Einen verbindlichen Fertigstellungstermin gibt es derzeit nicht.

Beim Abräumen der Brandruine wurden 2025 mehrere Tausend D-Mark in Scheinen und Münzen, Devotionalien, drei Glocken, Kerzen und eine verkohlte Marienfigur entdeckt. Die Fundstücke sollen für den Ort erhalten bleiben.

Langfristig möchte der Verein neben dem rekonstruierten Kirchlein eine Ost-West-Friedens-Begegnungsstätte schaffen – als Raum für Ruhe, Besinnung und Dialog.

👉 Digitale Vermessungen ermöglichen es, die abgebrannte Ost-West-Friedenskirche in ihrer früheren Gestalt zu rekonstruieren.

Die Ost-West-Friedenskirche versteckt sich im Olympiapark
Mónica Garduño

Adresse, Öffnungszeiten und Anfahrt

Öffnungstage:

  • Donnerstag bis Sonntag: geöffnet
  • Montag bis Mittwoch: Ruhetag
  • Während des Tollwood-Sommerfestivals vom 19. Juni bis 19. Juli 2026: täglich geöffnet

Feste Uhrzeiten nennt der Verein derzeit nicht.

Eintritt:
Der Besuch des Geländes ist kostenlos. Spenden für den Erhalt der Einsiedelei und den Wiederaufbau der Kirche sind möglich.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

  • U3 bis Olympiazentrum, anschließend etwa zehn Minuten zu Fuß
  • Bus 173 oder 180 bis Olympiapark West, anschließend wenige Minuten zu Fuß

Der Friedensgarten liegt innerhalb des Olympiaparks und ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad direkt erreichbar. Eine Zufahrt mit dem Auto bis zum Gelände ist nicht möglich. Der Eingang ist etwas versteckt; achtet auf die Beschilderung im Park.

Barrierefreiheit:
Der Weg zur Einsiedelei führt über einen teilweise unebenen Naturpfad. Auf dem Gelände gibt es Schotterwege. Das Museum ist über eine Stufe erreichbar, die Kapelle nur über eine Treppe. Für Menschen mit Gehbehinderung oder Rollstuhl ist der Besuch daher nur eingeschränkt möglich.

Sitzmöglichkeiten:
Im Garten stehen mehrere Bänke. Die Grünflächen eignen sich gut für eine ruhige Pause.

Führungen:
Regelmäßige öffentliche Führungen werden nicht angeboten. Private Führungen können nach vorheriger Absprache mit dem Verein vereinbart werden.

Fotografieren:
Private Fotos sind erlaubt. Professionelle Foto- und Filmaufnahmen müssen vorab mit dem Verein abgestimmt werden.

👉 Der Ost-West-Friedensgarten ist regulär von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und vom U-Bahnhof Olympiazentrum zu Fuß erreichbar.

FAQ: Häufige Fragen zur Ost-West-Friedenskirche

Steht die Ost-West-Friedenskirche noch?

Nein. Das Kirchengebäude brannte in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2023 vollständig ab. Garten, Wohnbauten, Museum und Erzengel-Michael-Kapelle blieben erhalten.

Kann man den Garten auch ohne die Kirche besuchen?

Ja. Der Friedensgarten ist weiterhin geöffnet und lohnt sich auch unabhängig von der zerstörten Kirche. Bäume, Blumen, Grünflächen und Bänke machen ihn zu einem ruhigen Ort zum Verweilen und Entspannen.

Wann ist der Ost-West-Friedensgarten geöffnet?

Regulär ist das Gelände von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Montag, Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Während des Tollwood-Sommerfestivals vom 19. Juni bis 19. Juli 2026 ist der Garten täglich geöffnet.

Was steht seit 2026 unter Denkmalschutz?

In die Bayerische Denkmalliste aufgenommen wurden die erhaltene Einsiedelei mit ihren Wohnbauten, die Michaelskapelle und der Garten von Väterchen Timofej und Natascha.

Warum ist die Einsiedelei ein Baudenkmal?

Die Anlage dokumentiert Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg, die damalige Wohnungsnot und den Aufbau einer neuen Existenz mit einfachsten Mitteln. Eine vergleichbare erhaltene Anlage gibt es nach Einschätzung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in Bayern nicht.

Wird die Ost-West-Friedenskirche wieder aufgebaut?

Der Verein Ost-West-Friedensgarten strebt eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion an. Eine Baugenehmigung und digitale Vermessungsdaten liegen vor. Die Finanzierung ist noch nicht vollständig gesichert.

Wer waren Väterchen Timofej und Natascha?

Timofej Prochorow war ein aus Russland stammender Flüchtling und Eremit. Gemeinsam mit seiner Partnerin und späteren Ehefrau Natascha Dankow errichtete er seit den 1950er-Jahren auf dem Oberwiesenfeld Wohnbauten, eine Kapelle und die Ost-West-Friedenskirche.

Wie alt wurde Väterchen Timofej?

Väterchen Timofej starb am 14. Juli 2004 im Alter von rund 110 Jahren. Sein genaues Geburtsdatum und damit sein tatsächliches Alter sind nicht zweifelsfrei belegt.

Wo befindet sich das Grab von Väterchen Timofej?

Väterchen Timofej wurde auf dem Münchner Westfriedhof im Block 196 beigesetzt.

Was ist das symbolische Grab im Garten?

Timofej legte im Garten ein symbolisches Grab für Natascha an. Sie hatte sich gewünscht, auf dem Gelände der Einsiedelei beigesetzt zu werden, was aus rechtlichen Gründen nicht möglich war.

Kostet der Besuch Eintritt?

Nein, der Eintritt ist kostenlos. Spenden für den Erhalt des Geländes und den Wiederaufbau der Kirche sind willkommen.

Ist der Ost-West-Friedensgarten barrierefrei?

Nur eingeschränkt. Die Wege sind teilweise uneben und geschottert. Museum und Kapelle besitzen Stufen.

👉 Väterchen Timofejs Einsiedelei bleibt trotz des Verlusts der Kirche ein zugänglicher Erinnerungsort und ein außergewöhnliches Stück Münchner Stadtgeschichte.

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Auf einen Blick

Ost-West-Friedenskirche

Spiridon-Louis Ring 100
80809 München

Tel: +49 177 8766701