Renaissancekirche in der Fußgängerzone – mit der Grablege der Wittelsbacher

St. Michael in München

Zwischen Karlsplatz und Marienplatz steht eine Kirche, an der die meisten vorbeilaufen: St. Michael, gebaut von 1583 bis 1597 als Kirche des Jesuitenkollegs. Wer eintritt, steht in einem 20 Meter weit gespannten Tonnengewölbe ohne eine einzige Säule – ein Bau, der den Kirchenbau in Süddeutschland für zwei Jahrhunderte geprägt hat. Unter dem Chor liegt der Grund, aus dem viele Gäste überhaupt kommen: die Wittelsbachergruft mit dem Sarg König Ludwigs II. Hier findet ihr alles für den Besuch – Highlights, Zugang zur Gruft, Gottesdienstzeiten und Anfahrt.

Adresse und Öffnungszeiten

Neuhauser Str. 6 , 80333 München

Öffnungszeiten

  • Mo 09:30 - 19:00
  • Di 07:30 - 19:00
  • Mi 07:30 - 19:00
  • Do 07:30 - 19:00
  • Fr 09:30 - 19:00
  • Sa 07:30 - 19:00
  • So 07:30 - 22:00

Hinweis: Angegeben sind die Öffnungszeiten der Kirche. Die Kreuzkapelle ist nur während der Frühmesse zugänglich.

Morgens in der Fußgängerzone
Anette Göttlicher

Das Wichtigste im Überblick

  • Was? Jesuitenkirche der Renaissance, erbaut 1583 bis 1597, geweiht am 6. Juli 1597
  • 📍 Wo? Neuhauser Str. 6, 80331 München, mitten in der Fußgängerzone
  • 🕗 Öffnungszeiten Kirche: Mo und Fr 9.30 bis 19 Uhr, Di bis Do und Sa 7.30 bis 19 Uhr, So 7.30 bis 22 Uhr
  • 🎟️ Eintritt: Kirche frei, Wittelsbachergruft 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, Jugendliche von 11 bis 17 Jahren 1 Euro, Kinder bis 10 Jahre frei
  • ⚰️ Gruft: montags bis samstags geöffnet, sonn- und feiertags geschlossen; Eingang vorne rechts unter dem Franz-Xaver-Altar
  • 🚇 Anfahrt: Marienplatz oder Karlsplatz (Stachus), jeweils fünf Minuten zu Fuß
  • Barrierefrei: Kirche über eine Rampe zugänglich, die Gruft nur über eine Treppe
  • 🎵 Gut zu wissen: St. Michael ist bekannt für Kirchenmusik – während Gottesdiensten und Konzerten ist keine Besichtigung möglich

Die Highlights der Kirche: Fassade und Innenraum

So sieht die Jesuitenkirche St. Michael von innen aus
Sankt Michaelsbund

Schon die Fassade ist ein Statement. St. Michael bekam als erste Münchner Kirche eine große Schauwand zur Straße hin – in den engen Gassen der mittelalterlichen Stadt war das neu. Ganz oben glänzt das vergoldete Kreuz, im Giebel steht Christus, zwischen den beiden Portalen der Erzengel Michael im Kampf gegen das Böse. 

Dazwischen reihen sich in drei Etagen 15 Standbilder bayerischer Herrscher, die den katholischen Glauben im Land verankert haben. Herzog Wilhelm V., der Bauherr, hatte einen persönlichen Bezug zum Kirchenpatron: Er wurde am Michaelstag geboren.

Drinnen wirkt der Kirchenraum hell und weit: 80 Meter lang, 28 Meter hoch, ohne Säulen, in weißem Stuck. Das Tonnengewölbe spannt 20 Meter – nach dem Petersdom in Rom galt es lange als das größte freitragende seiner Art. Der Blick fällt sofort auf den Hochaltar, dessen Bildprogramm die Fassade wieder aufnimmt: Im Altarblatt kämpft Michael, in der Spitze erscheint Christus als Wiederkommender. Vor dem Chor hängt das Giambologna-Kreuz, darunter kniet Maria Magdalena. 

Nicht übersehen solltet ihr außerdem den Kosmas-Damian-Schrein mit den Reliquien der beiden Ärzte-Patrone und die Kanzel, von der aus Pater Rupert Mayer in den 1920er- und 1930er-Jahren gegen den Nationalsozialismus predigte.

👉 Die Fassade der Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Neuhauser Straße trägt 15 Standbilder bayerischer Herrscher und war die erste große Kirchenschauwand der Stadt; im Inneren spannt sich ein säulenloses Tonnengewölbe über 20 Meter Breite.

König Ludwig II. und die Wittelsbachergruft

Gruft von Ludwig II. von Bayern
Michael Hofmann

Am 19. Juni 1886 wurde König Ludwig II. in St. Michael beigesetzt – wenige Tage nach seinem bis heute ungeklärten Tod im Starnberger See. Sein Zinksarg steht im Hauptraum der Gruft und ist fast immer mit frischen Blumen bedeckt, die Besucher*innen dort ablegen. Sein Herz liegt übrigens nicht bei ihm: Es wurde nach Wittelsbacher Tradition in einer Silberurne in die Gnadenkapelle von Altötting gebracht.

Rund 30 Angehörige des Hauses Wittelsbach ruhen hier in Metallsarkophagen, darunter Bauherr Wilhelm V., Kurfürst Maximilian I. – Anführer der Katholischen Liga im Dreißigjährigen Krieg – und Ludwigs Bruder König Otto. Auch Eugène de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons und Herzog von Leuchtenberg, ist mit seiner Frau Auguste Amalie hier bestattet. Die Gruft wird vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds betreut; der Zugang liegt unauffällig rechts vorne im Kirchenraum, ein paar Stufen hinunter.

👉 In der Wittelsbachergruft der Jesuitenkirche St. Michael an der Neuhauser Straße ruht König Ludwig II. von Bayern; der Eintritt kostet 3 Euro, sonn- und feiertags bleibt die Gruft geschlossen.

Gottesdienste, Musik und der Kreuzweg der Völker

Gottesdienst in St. Michael nach der Karfreitagsprozession mit Ministranten und Kreuzträger
muenchen.de/Immanuel Rahman
Karfreitagsprozession

St. Michael ist keine Museumskirche, sondern täglich in Betrieb – und das prägt den Besuch. 

  • Sonntags beginnt der Tag um 7.30 Uhr mit der Frühmesse, um 9 Uhr folgt das Hochamt mit Chor und Orchester, um 11 Uhr der Familiengottesdienst, um 12.30 Uhr eine Messe in kroatischer Sprache, dazu kommen Abendmesse um 18 Uhr und Spätmesse um 21 Uhr.

  •  Werktags wird die Frühmesse um 7.30 Uhr in der Kreuzkapelle gefeiert, mittags gibt es mit der „Atem.Pause" von 12.30 bis 12.45 Uhr eine kurze Unterbrechung für alle, die zufällig vorbeikommen.

Ein besonderer Termin ist der Kreuzweg der Völker am Karfreitag: Um 10 Uhr beginnt er in St. Michael, dann zieht die Prozession mit 14 Stationen durch die Fußgängerzone bis zum Marienplatz, wo eine Andacht den Weg abschließt. Gestaltet wird er seit 1998 von den muttersprachlichen katholischen Gemeinden Münchens – Gläubige aus über 20 Sprachgruppen beten dabei gemeinsam. 

Musikalisch lohnt sich außerdem der Blick ins Programm der Michaelsmusik: Michaelschor, Kammerchor und Choralschola gestalten die großen Liturgien, im Herbst kommt das Orgelfestival Münchner Orgelherbst dazu.

👉 Am Karfreitag startet der Kreuzweg der Völker um 10 Uhr in der Jesuitenkirche St. Michael und führt über 14 Stationen durch die Münchner Fußgängerzone zum Marienplatz; getragen wird er von den muttersprachlichen Gemeinden der Stadt.

Kurz zur Geschichte

Herzog Albrecht V. holte 1556 die Jesuiten nach München, sein Sohn Wilhelm V. ließ ihnen ab 1583 Kolleg und Kirche bauen – als sichtbares Zeichen der Gegenreformation. Vorbild war Il Gesù in Rom, die Mutterkirche des Ordens, deren Maße St. Michael am Ende sogar übertraf. 1590 stürzte der bereits errichtete Turm ein; Wilhelm deutete das nicht als Warnung, sondern baute größer weiter. 1597 wurde die Kirche geweiht.

Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Luftangriffe große Teile des Baus, im November 1944 stürzte das Tonnengewölbe ein; der Wiederaufbau zog sich bis in die Nachkriegsjahre. Die Fassade wurde zuletzt von 2009 bis 2013 saniert.

Die Jesuiten selbst waren da lange nicht mehr da: 1773 hob der Papst den Orden weltweit auf, Kirche und Kolleg fielen an die Stifter zurück, St. Michael wurde Hof- und Garnisonskirche. Zwar entstand der Orden 1814 neu, doch im Deutschen Reich blieb er ab 1872 per Gesetz verboten – erst nach dessen Aufhebung und dem Ende der Monarchie holte Kardinal Michael von Faulhaber die Jesuiten zurück und übergab ihnen die Kirche am 4. Dezember 1921. Eigentümer des Gebäudes ist bis heute der Freistaat Bayern.

👉 Die Münchner Jesuitenkirche St. Michael entstand von 1583 bis 1597 nach dem Vorbild von Il Gesù in Rom; nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 war sie fast 150 Jahre Hof- und Garnisonskirche, bis die Jesuiten 1921 zurückkehrten.

Service und Anfahrt

  • 🚶 Zu Fuß: Die Kirche liegt in der Fußgängerzone auf halbem Weg zwischen Karlsplatz und Marienplatz
  • 🚆 Öffentlich: S-Bahn und U3/U6 bis Marienplatz, S-Bahn, U4/U5 und mehrere Tramlinien bis Karlsplatz (Stachus)
  • 🗣️ Führungen: Das Münchner Bildungswerk bietet Kirchenführungen nach Anmeldung an, die Pfarrei außerdem einen virtuellen Rundgang und einen Mobilguide
  • 🕯️ Allerheiligen: An diesem Tag ist die Gruft in der Regel bei freiem Eintritt geöffnet
  • 📅 Aktuelles: Gottesdienstzeiten ändern sich an Festtagen – der Kalender der Pfarrei ist die verlässliche Quelle

Häufige Fragen zu St. Michael

Wo liegt König Ludwig II. begraben?

In der Wittelsbachergruft von St. Michael in der Neuhauser Straße. Sein Herz wurde getrennt bestattet und liegt in der Gnadenkapelle in Altötting.

Was kostet der Eintritt in St. Michael?

Die Kirche ist kostenlos zugänglich. Für die Wittelsbachergruft zahlt ihr 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, Jugendliche von 11 bis 17 Jahren 1 Euro; Kinder bis 10 Jahre kommen frei hinein.

Wann ist die Wittelsbachergruft geöffnet?

Montags bis samstags zu festen Zeiten, sonn- und feiertags bleibt sie geschlossen. Die aktuellen Zeiten stehen beim Wittelsbacher Ausgleichsfonds.

Warum heißt St. Michael Jesuitenkirche?

Herzog Wilhelm V. ließ sie als Kirche des Jesuitenkollegs bauen und übergab sie dem Orden. Nach dessen Aufhebung 1773 war sie Hof- und Garnisonskirche; seit 1921 betreuen wieder Jesuiten die Kirche.

Gibt es ein Kombiticket mit der Theatinerkirche?

Ja. Für 5 Euro könnt ihr die Gruft in St. Michael und die Wittelsbacher Gräber in der Gruft der Theatinerkirche am Odeonsplatz besuchen.

Ist St. Michael barrierefrei?

Die Kirche hat einen schwellenlosen Eingang mit Rampe. Die Gruft im Untergeschoss ist nur über eine Treppe erreichbar.

Wie lange dauert ein Besuch?

Für Kirchenraum und Gruft reichen 30 bis 45 Minuten. Wer sich Fassade, Hochaltar und Seitenkapellen genauer ansieht, sollte eine Stunde einplanen.

Wann finden Gottesdienste statt?

Sonntags um 7.30, 9, 11, 12.30, 18 und 21 Uhr, werktags um 7.30 und 18 Uhr, samstags zusätzlich die Vorabendmesse um 18 Uhr. Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich.

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Auf einen Blick

Jesuitenkirche St. Michael

Neuhauser Str. 6
80333 München

Tel: +49892317060

Barrierefreier Zugang

Eingangstüre: Elektrischer Türöffner

Rampe vorhanden
6 Grad

8x barrierefrei parken möglich
https://stadt.muenchen.de/service/info/behinderten...
https://stadt.muenchen.de/service/info/behinderten...
https://stadt.muenchen.de/service/info/behinderten...

S1-S8 (aus Richtung Hbf zum Lift links aussteigen!), U3, U6, Bus 132 Marienplatz, S1-S8 (zum Lift links aussteigen!), U4, U5, Tram 16, 18, 19, 20, 21, 27, 28, N17, N19, N20, N27, N40, N41, N45 Karlsplatz

Barrierefreiheit im Gebäude

Barrierefreiheit - weitere Information

Induktionsanlage
Tastführungen vom Münchner Bildungswerk

Öffnungszeiten

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Mo
09:30 - 19:00
Di
07:30 - 19:00
Mi
07:30 - 19:00
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07:30 - 19:00
Fr
09:30 - 19:00
Sa
07:30 - 19:00
So
07:30 - 22:00