Was Ihr in Neuhausen-Nymphenburg immer machen könnt

Der Nymphenburger Kanal bei Sonnenuntergang, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Neuhausen neu erleben: Natur, Kultur und Architektur

Das größte Viertel Münchens – von der Einwohnerzahl her – hat noch mehr zu bieten als Schloss Nymphenburg, den Kanal und den Sarcletti am Rotkreuzplatz. Die lohnendsten Fotomotive, viel Natur, wunderschöne Jugendstil-Architektur und ein paar Geheimtipps in Sachen Kuchen und Käse.

Süße Tipps: New York Cheescake und Kuchen vom Ruffini

Das Muffins'n'more in der Volkartstraße: Münchens angeblich bester New York Cheesecake, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher Das Muffins'n'more in der Volkartstraße
  • „Wir haben keinen Käsekuchen!“ Das ist dem Besitzer des Muffins’n’More, bei den Einheimischen als „JJ“ bekannt, so wichtig, dass er’s auf Schilder schreibt. Was es dort nämlich (aktuell natürlich nur zum Mitnehmen) gibt: Einen der besten Cheesecakes außerhalb von New York City. American Cheesecake. Ob in der Junior-Variante, also pur, oder Senior, mit Laphroaig-Whiskey. Oder mit Blaubeeren. Auf jeden Fall: Wirklich gut, der Nicht-Käsekuchen!
  • Prima Kuchen und Torte, aber auch herzhafte und warme Gerichte wie Quîche gibt’s im Ruffini in der Orffstraße – und zwar im geöffneten Laden an der Ecke, solange das Café geschlossen hat (voraussichtlich bis Dezember 2020). 
  • Und wenn Ihr Lust auf ein Eis habt, dann schaut doch mal im Sarcletti vorbei – für viele Münchner die vielleicht bekannteste Eisdiele der Stadt. Noch bis Ende November gibt's hier Eis, Kuchen und Plätzchen zum Mitnehmen im Straßenverkauf.

Parks, Kanäle und Natur: Neuhausens grüne Ecken erkunden

Olympiapark München , Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher
  • Den Schlosskanal kennt jeder, aber es gibt trotz Isar-Ferne noch mehr Wasser in Neuhausen: Ein Stückchen weiter nördlich verläuft der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal: Er zweigt am Schloss Nymphenburg vom Kanal ab und treibt dort die Anlagen der Porzellanmanufaktur am Nördlichen Schlossrondell an. Dann fließt er durch Gern und den südlichen Olympiapark bis in den Olympiasee.
  • Apropos Olympiapark: Der südliche Teil gehört zumindest gefühlt noch zu Neuhausen, hier habt Ihr vom Olympiaberg nicht nur einen der schönsten Blicke auf die Innenstadt und die Alpen (zum Greifen nah bei Föhn!), sondern in die andere Richtung auch das Olympiastadion im Blick.
  • Auch grad noch in Neuhausen-Nymphenburg: Der Nymphenburger Schlosspark. Mit der Magdalenenklause, den Alleen am Schlosskanal Richtung Große Kaskade, der Baden- und Pagodenburg – und, vor allem im hinteren Teil, teilweise unberührt wirkender Natur und für seine Wildtiere bekannt: Rehe, der Kauz Kasimir und zahlreiche Eichhörnchen und Vögel.

Architektur: Die Herz-Jesu-Kirche und den Jugendstil entdecken

Die Herzjesukirche in München Neuhausen., Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher
  • In Neuhausen gibt’s jede Menge toller Fotomotive. Einen Superlativ hat die katholische Herz-Jesu-Kirche in der Lachnerstraße: das größte Kirchenportal der Welt! Es ist 14 Meter hoch, 18 Meter breit und 50 Tonnen schwer. Die blaue Glasfassade ist normalerweise geschlossen, aber zu besonderen Gelegenheiten, zum Beispiel bei der Erstkommunion im Mai, öffnen sich die gewaltigen Flügeltüren. Ein ganz besonderes Schauspiel, das es nur in Neuhausen gibt!

Wo Baby Schimmerlos wohnte: Das Wappenhaus aus „Kir Royal“

Das Wappenhaus in der Maillingerstraße, in dem Baby Schimmerlos in der Serie „Kir Royal“ wohnte, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Ins Fernsehen schaffte es das Wappenhaus am östlichen Rand von Neuhausen an der Grenze zur Maxvostadt – an der Ecke Nymphenburger/Maillingerstraße. In den oberen beiden Stockwerken wohnte, nein, logierte Klatschreporter Baby Schimmerlos in Helmut Dietls 80er-Kultserie „Kir Royal“

Seine Freundin Mona wurde übrigens von Senta Berger gespielt, und auch der unvergessene Dieter Hildebrandt alias Fotograf Herbie hielt sich des Öfteren im Penthouse in Neuhausen auf. Mehr über „Kir Royal“ und andere Münchner Kult-Serien erfahrt Ihr hier! 

 

Jugendstil und Art nouveau: Die Architektur um 1900

Die Bothmerstraße in Neuhausen-Nymphenburg, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Wer schöne Häuser und Architektur liebt, findet in Neuhausen-Nymphenburg und insbesondere Gern viele Villen und Gebäude im Jugendstil. Eingemeindet wurde das Viertel im Jahr 1890, kurze Zeit später wurde München zu einem Zentrum der Art nouveau.

  • Ein besonderes Schmankerl an der Grenze von Neuhausen zu Gern ist die Bothmerstraße (Foto oben), die kurz vor dem Kanal von der Nymphenburger Straße abzweigt: Hier sind noch fast alle alten Jugendstilbauten erhalten.
  • Besonders schöne Ensembles gibt’s auch ein paar hundert Meter weiter, mitten im Villenviertel Gern, zum Beispiel in der Wilhelm-Düll-Straße. Überhaupt ist diese erste Reihenhaussiedlung Münchens einen Spaziergang wert: Ein bisschen Notting Hill in Bayern!

 

Wieder zum Kind werden oder Käse probieren: Shopping in Neuhausen

Das Brauseschwein in der Frundsbergstraße in München., Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher
  • Ihr mögt kleine, besondere Läden, die es nicht in jeder Innenstadt und in jedem Einkaufszentrum gibt? Dann solltet Ihr in Neuhausen unbedingt das Brauseschwein in der Frundsbergstraße besuchen (vielleicht nach dem Kuchen-Kauf im Ruffini direkt um die Ecke). Während die Kinder aus der Umgebung ihr Taschengeld am liebsten in die gemischten Gummibärchentüten investieren, wird man hier als Erwachsener für kurze Zeit selbst wieder zum Kind. Manche Dinge ändern sich zum Glück nie. Der Geschmack von Brausestangen zum Beispiel.
  • Und wer keinen Platz zu Hause hat, kann in Neuhausen prima Essbares shoppen: Zum Beispiel neue Käsesorten probieren und entdecken, entweder in der Käsmüller-Filiale in der Renatastraße oder in der Käsemaus in der Schulstraße. In beiden Geschäften geht’s nicht nur um den Käse, das Einkaufen bei den freundlichen Ladenbesitzern ist dort noch ein echtes Erlebnis.

Fotos & Text: Anette Göttlicher
Stand:
 November 2020

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