Glyptothek am Münchner Königsplatz: Infos zu Ausstellung und Wiedereröffnung

Museum der Glyptothek: Beeindruckende Kunst-Ausstellung der Antike

Der Kunsttempel am Königsplatz beherbergt griechische und römische Skulpturen wie den "Barberinischen Faun" und die "Trunkene Alte". Was Ihr zudem bestaunen könnt.

Die Münchner Glyptothek auf einen Blick

  • Das Museum in der Glyptothek zeigt griechische und römische Statuen, Skulpturen und Schätze.
  • Die Kunst-Sammlung und der Bau des Museums gehen auf König Ludwig I. zurück.
  • Errichtet wurde das Gebäude im Stil eines antiken Tempels von Architekt Leo von Klenze.
  • Das Museum eröffnete 1830 und ist damit das frühste öffentliche Museum Münchens.

Wiedereröffnung der Glyptothek am 27. Januar 2021

Die Glyptothek erstrahlt nach Sanierungsarbeiten an der Fassade wieder wie neu, Foto: StMB
Foto: StMB Nach Abbau des Gerüsts am Eingang der Glyptothek ist der Blick auf den antiken griechischen Tempel wieder freigegeben.
  • Die Sanierungsarbeiten an der Fassade der Glyptothek sind abgeschlossen.
  • Voraussichtlich am 27. Januar 2021 eröffnet die Glyptothek wieder für Besucher.
  • Der Innenhof und das Museumscafé sind dann ebenfalls wieder zugänglich.
  • Als erste Sonderausstellung bekommt Ihr „Bertel Thorvaldsen und Ludwig I. – Der dänische Bildhauer im bayerischen Auftrag“ zu sehen.
  • Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt umfassen das Äußere der Glyptothek und dauern bei laufendem Museumsbetrieb noch bis Sommer 2021 an.

Die Kunstsammlung der Glyptothek

Glyptothek München, Foto: Staatliche Antikensammlungen / Renate Kühling
Foto: Staatliche Antikensammlungen / Renate Kühling

In der Glyptothek könnt Ihr Kunstwerke aus vier Epochen bestaunen. Dazu zählen sowohl Originale als auch römische Kopien griechischer Meisterstücke aus der archaischen, klassischen, hellenistischen und der römischen Kaiserzeit.

Zwischen den Köpfen und Gestalten berühmter antiker Persönlichkeiten können Besucher lebendig erscheinende Gesichtszüge studieren und die Arbeit der längst verstorbenen Bildhauer bewundern. Ergänzt werden diese durch die Bronzefiguren, Vasenkunst und Goldschmuck in der Staatlichen Antikensammlung.

Antike Statuen, Skulpturen, Exponate und Schätze

Die trunkene Alte in der Glypothek, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/Renate Kühling
Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/Renate Kühling

Zu den Exponaten zählt zum Beispiel die „Medusa Rondanini“. Das marmorne Abbild der unheilvollen Schreckensgestalt der Medusa soll einst das Schild einer monumentalen Darstellung der Athene geziert haben, die der Bildhauer Phidias für den Parthenon schuf.

Bemerkenswert ist auch der "Münchner Kouros". Er ist eine typische Darstellung eines Jungmannes, also dem männlichen Gegenstück einer Jungfrau, der in der Regel nackt dargestellt wird.

Der Anblick der Figur die "Trunkene Alte" erweckt in vielen Besuchern den Eindruck, sie blickten wahrhaftig in das lebendige Antlitz einer alten Frau, die kniend vor ihnen sitzt.

Der Baberinische Faun in der Glypothek, Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/ Renate Kühling
Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München/ Renate Kühling

Eine der wertvollsten Errungenschaften ist der 1,81 Meter hohe, schlaftrunkene Satyr. „Der Barberinische Faun“ soll 220 v. Chr. entstanden sein und sorgte bereits bei seiner Entdeckung für Aufsehen. Abgesehen davon, dass Stücke von Kopf, Bein und Händen fehlten, stellt die Skulptur seine nackte Männlichkeit besonders freizügig zur Schau. Kardinal Maffeo Barberini, später Papst der katholischen Kirche, ließ die im 17.Jahrhundert noch beschädigte Figur vom Meisterkünstler Gian Lorenzo Bernini restaurieren. 1810 kaufte sie der zukünftige König von Bayern, Ludwig I., und stellte sie in seine Schatzkammer am Königsplatz.

Die Geschichte der Glyptothek

Königsplatz mit Glyptothek, Foto: Stefan Strasser
Foto: Stefan Strasser

Größtenteils sind die Schätze der Glyptothek auf König Ludwig I. zurückzuführen. Ludwig I. entdeckte bereits als junger Mann seine Leidenschaft für antike Kunstwerke und erwarb mit seinem privaten Vermögen immer wertvollerer Kostbarkeiten sorgte. Seine beachtliche Sammlung griechischer und römischer Skulpturen wollte er mit der Öffentlichkeit teilen und beauftragte den Bau einer Glyptothek.

Dafür gab der zukünftige Herrscher strenge Vorgaben. So sollten zum Beispiel keine Fenster an den Fassaden angebracht werden. Den Auftrag erhielt der Architekt und Künstler Leo von Klenze. 1815 erschuf er einen Platz im Stile eines antiken Forums, den heutigen Königsplatz. An dessen Nordseite entstand bis 1830 die Glyptothek.

Klassizistische Architektur im Stil eines Antiken Tempels

Glyptothek sitzende Menschen, Foto: Stefan Strasser
Foto: Stefan Strasser

Das klassizistische Äußere, das Leo von Klenze und Karl von Fischer geschaffen haben, trägt zum imposanten Erscheinungsbild des Königsplatzes bei. Der Eingang wird von zwölf ionischen Säulen geschmückt. Darüber steht Athene, Beschützerin der plastischen Künste, umgeben von anderen Skulpturen. Die Figuren in den Nischen, darunter Prometheus oder Hephaisto, stehen für die Künste und ihre Geschichten, welche die Besucher im Innern erwarten.

Die Stufen, die zum und um das Gebäude herumführen, nutzen die Münchner an sonnigen Tagen für einen Moment der Ruhe.

Zerstörung im zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau

Die Glyptothek auf dem Königsplatz, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Im zweiten Weltkrieg kam es zu Zerstörungen am Gebäude durch Luftangriffe. Die antiken Skulpturen und Schätze hatte man aber zuvor sicherheitshalber ausgelagert. 1947 begannen die Arbeiten zur Wiederherstellung und man entschied sich, vor allem die Schlichtheit des Gebäudes hervorzuheben. Die bunten Fresken des Malers Peter Cornelius zum Beispiel, auch als „Die Götter Griechenlandes“ bekannt, wurden nicht restauriert, da nur noch einzelne Fragmente erhalten waren. Seit der Wiedereröffnung 1972 erstrahlt die Fassade in einem weiß geschlämmten Ziegelmauerwerk.

Eintrittspreise

Eintritt Antikensammlungen und Glyptothek:
Regulär: 6 Euro (ermäßigt 4 Euro)
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: freier Eintritt
Sonntags: 1 Euro

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3 Bewertungen zu Glyptothek

5
3 Bewertungen
  • von am

    Unglaublich angenehme Atmosphäre, wird den Ausstellungsstücken gerecht. Ein Tipp ist auch das kleine Museumscafé, vor allem im Sommer, wenn man draussen sitzen kann.

  • von am

    Die Sammlung der Clyptothek bietet eine umfassende Ausstellung von archaischen, helenistischen, klassischen Skulpturen der verschiedenen Epochen der alten Griechen und Römer. Wer auf der Suche nach geschichtlichen Hintergrund ist, der sollte der Glyptothek unbedingt einen Besuch abstatten, denn der Ort lädt einfach ein zu verweilen und zu betrachten. Dort trifft man auch oft Menschen an, die die Skulpturen studieren, also zeichnerisch festhalten. Das Cafe und der schöne Innenhof indem man im Sommer draussen sitzen kann, scheinen einem das Gefühl zu geben die Zeit wäre angehalten worden. Daher ist die Clyptothek ein echter Geheimtipp, wenn man einmal dem Trubel der Stadt entfliehen und in eine andere Welt eintauchen möchte.

  • von am

    Beeindruckende Sammlung antiker Werke! Muss man gesehen haben.

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