Foto: Christian Brunner

Justizvollzugsanstalt Stadelheim

Gefängnismauer und Eingang, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Stadelheim ist eine präsente und geschichtsträchtige Institution in München. Nicht nur weil sie mit 14 Hektar und Platz für bis zu 2000 Häftlingen eine der größten in Deutschland ist, sondern auch weil hier allerlei Prominenz einsaß.

Historische Mauern

Auf dem ehemaligen Gelände des Guts Stadelheim, vor den Toren Münchens, entschloss sich die Stadt 1892 aufgrund von dauernder Überbelegung in den anderen Münchner Gefängnissen, für den Bau eines neuen Zentralgefängnisses. Architekt Friedrich Adelung wurde mit dem Projekt beauftragt und bereits zwei Jahre später konnten in den Nordbau die ersten Straftäter einziehen. Sieben Jahre später wurde der Südbau eröffnet. Durch kleine Eckpavillons, verspielte Details an den Fassaden und Risaliten, eine Art großer Erker, erinnern die Gebäude an barocke Baukunst. Heute stehen der Nord- und der Südbau sowie die kleine Anstaltskirche unter Denkmalschutz. Die Münchner nennen die Justizvollzugsanstalt Stadelheim übrigens auch gerne Mal scherzhaft „St. Adelheim“ und Liedermacher Konstantin Wecker widmete der Giesinger Anlage sogar einen eigenen Song.

Im Gedenken an die Hingerichteten

Mit der Verabschiedung des Grundgesetztes 1949 wurde die Todesstrafe in Bundesrepublik Deutschland abgeschafft. Bis dahin fanden mindestens 1049 Gefangene im Südbau der JVA Stadelheim den Tod. Darunter die Revolutionäre Eugen Levinés und Ernst Toller, die Widerstandskämpfer der Weißen Rose und der SA-Chef Ernst Röhm. Die meisten Hinrichtungen fanden am Ende des Zweiten Weltkrieges statt, mit mehr als dreißig Todesurteilen pro Tag, mindestens 1035 Hingerichteten zwischen 1933 und 1945, wurde Stadelheim zu einem Ort des Blutvergießens. Auf dem nahegelegenen Friedhof am Perlacher Forst begrub man sie, unter anderem auch die Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose. An die vielen Hingerichteten, die der nationalsozialistischen Willkür zum Opfer fielen, erinnert seit 1974 eine Gedenkstätte. Gestaltet wurde sie von dem Bildhauer Wilhelm Breitsameter. Die Gedenkstätte kann nach Anmeldung besucht werden.

Zelle 70

In den 1920er Jahren saß Adolf Hitler über einen Monat selbst in Stadelheim ein, wegen Landfriedensbruch wurde er 1922 inhaftiert und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Untergebracht wurde er in Zelle 70. Die Zelle, in der einst Kurt Eisner und kurz vor Hitlers Inhaftierung Anton Graf von Arco-Valley eingesessen hatten. Außerdem ließ Hitler Reichsminister Ernst Röhm 1934 hier einsperren und hinrichten.

Bauliche Erweiterung

Zwischen den 1960er und 1980er Jahren wurde das Gefängnis durch einen West- und Ostbau sowie einen Neubau erweitert. Dazu gehören auch Funktionalbauten, unter anderem Verwaltungsgebäude und Werkstätten, wie eine Schlosserei, eine Schreinerei und eine Malerei. Eine weitere großangelegte Erweiterung der JVA fand zwischen 2007 und 2009 statt. Unweit des Geländes wurde eine neue Frauenabteilung errichtet, mitsamt Mutter-Kind-Abteilung und Jugendarrestabteilung. Heute beträgt die Nutzungsfläche 14 Hektar.

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    Empfehlenswert die Autowerkstatt. Sehr freundlich und gründlich. Dem guten Ruf geschuldet die 6 Wochen Wartezeit ...

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