Foto: muenchen.de

Fischbrunnen

Top-Sehenswürdigkeiten | Altstadt-Lehel

Der Fischbrunnen

Fischbrunnen am Marienplatz, Foto: muenchen.de
Foto: muenchen.de

Treffen wir uns am Fischbrunnen! Einer der wohl beliebtesten Treffpunkte, um München zu erkunden, ist Brunnen vor dem Haupteingang des Neuen Rathauses auf dem Marienplatz. Hier verabredet man sich nicht nur oder wirft ein Geldstück für mehr Glück ins Wasser, sondern zelebriert jedes Jahr traditionelle Bräuche wie den Metzgersprung oder das Geldbeutelwaschen.

Bronzefiguren und türkis leuchtendes Becken

Der Fischbrunnen am Marienplatz gehört zu den sogenannten Schöpf- oder Ziehbrunnen, weil er einst auf das Grundwasser unter der Innenstadt Zugriff hatte. Seit 1884 fließt hier Wasser aus dem Mangfalltal, weshalb diese Jahreszahl im Beckenrand eingemeißelt ist. Das Brunnenwasser ist zwar nicht zum Trinken da, aber an heißen Tagen kann man sich damit herrlich erfrischen. Der Brunnen selbst besteht heute aus einem türkisfarbenen Becken aus Nagelfluh (Konglomerat-Gestein aus dem nördlichen Alpenvorland), welches das Wasser so hell leuchten lässt. Um die Mittelsäule stehen drei bronzene Metzgerburschen, die aus Eimern Wasser in das Becken gießen. Oben auf der Säule sitzt ein bronzener Fisch von Bildhauer Otto Kallenbach. Er soll an die Zeit erinnern, als der Marienplatz u.a. noch einen Fischmarkt beherbergte. Heute entdeckt man bei einem Blick auf den Boden des Fischbrunnens schon mal das eine oder andere Cent-Stück, das in dem türkisfarbenen Wasser in der Sonne glänzt und dem Spender Glück bringen soll.

Geldbeutelwaschen: Glück für ein sorgenloses Jahr

Marienplatz München Fischbrunnen, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein weiterer beliebter Brauch fürs Glück ist auch das Geldbeutelwaschen. Es soll der Legende nach dafür sorgen, dass man den Rest des Jahres ohne finanzielle Sorgen verbringt. Diese Tradition stammt aus dem Jahr 1426 und wurde damals wie heute am Aschermittwoch praktiziert. Damit wollten die einfachen Leute ihre Dienstherren darauf aufmerksam machen, dass nach rauschenden Festen oder dem närrischen Treiben im Fasching die Geldbeutel leer waren und eine Lohnerhöhung nötig sei. In München lebt das Spektakel auch heute noch jedes Jahr neu auf, mit dabei ist der Oberbürgermeister oder einer seiner Stellvertreter. Mehr zum Geldbeutelwaschen

Der Metzgersprung: Die Taufe nach der Lehrzeit

, Foto: Metzger-Innung München
Foto: Metzger-Innung München

Heute veranstaltet die Metzgerinnung München alle drei Jahre den Metzgersprung. Dahinter verbirgt sich eine Art Taufe, die den Abschluss der Lehrzeit feiert. Früher zogen die Metzgerlehrlinge kostümiert in Schafspelzen, behängt mit Lamm- und Kalbschwänzen, durch die Straßen bis zum Fischbrunnen. Dort wurden sie aus ihrer Lehrzeit freigesprochenen und sprangen ins Wasser. Sie tauchten unter und wurden nochmals mit Wasser aus Eimern übergossen. Zum großen Finale warfen sie den Zuschauern Nüsse zu.

So feucht-fröhlich ging's beim Metzgersprung 2016 zu

Wasser gilt jeher als reinigende Kraft, so auch für die Metzger der Landeshauptstadt München, die seit 1995 alle drei Jahre die alte Tradition des Metzgersprungs am Fischbrunnen vor dem Neuen Rathaus aufleben lassen. Bis zum Zweiten Weltkrieg mit Unterbrechung aufgrund der Cholera 1837 wurde er jedes Jahr am Rosenmontag veranstaltet. Der Brauch geht auf die Zeit der Pest zurück, die vor 450 Jahren in München für Angst und Schrecken sorgte. Auch lange danach trauten sich die Bürger der Stadt kaum aus dem Haus. Da zogen die Schäffler und Metzger mit Musik und Tanz durch die Straßen und lockten die Münchner nach draußen. Dieses lustige Schauspiel wollte keiner verpassen. An die mutige Aktion der Zünfte erinnern noch heute der Schäfflertanz und der Metzgersprung.

Hintergründe zum Bau des Fischbrunnens

1870 Fischbrunnen auf dem Marienplatz, Foto: Stadtarchiv München/Wein-0426
Foto: Stadtarchiv München/Wein-0426

Auf dem Marienplatz stand schon immer ein Brunnen. Der Erste, dessen Standort nicht mehr genau bekannt ist, wird auf das Jahr 1318 datiert. An der Stelle des heutigen Fischbrunnens entstand dann 1343 der „Bürgerbrunnen“, später auch als „Marktbrunnen“ bezeichnet. Ihn ersetzte der von Bildhauer Konrad Knoll konzipierte Fischbrunnen, der zwischen 1862 und 1865 fertiggestellt wurde. Knoll ist unter anderem für die Statuen „Heinrich des Löwen“ und „Ludwig des Bayern“ am Alten Rathaus verantwortlich. Knolls Brunnen zierten einst bronzene, Wasser speiende Delfine und Löwenköpfe. Vier Metzgerburschen schütteten das Wasser aus Eimern, darüber thronten vier musizierende Knaben, über ihnen wiederum ein Altgeselle mit erhobenem Becher. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Brunnen jedoch zerstört und 1954 von Josef Henselmann neu aufgebaut. Dieser verwendete u.a. die noch erhaltenen Figuren.

Mehr über den Fischbrunnen

Das könnte Sie auch interessieren

16 Bewertungen zu Fischbrunnen

5
16 Bewertungen
  • von am
  • von am

    Das Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch is a feine Sach!!!

  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
  • von am
X
Event-Highlights und Freizeit-Tipps

muenchen.de als Newsletter!

Mit aktuellen Event-Highlights und Freizeit-Tipps:
Die Einwilligung zum Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen
Top