Münchens zentralster Brunnen vor dem Neuen Rathaus (derzeit außer Betrieb)
Der Fischbrunnen auf dem Marienplatz: Treffpunkt und Wahrzeichen
Der Fischbrunnen steht direkt vor dem Neuen Rathaus und gehört zu den bekanntesten Treffpunkten auf dem Marienplatz in München. Seine Figuren erinnern an den früheren Fischmarkt und an den traditionellen Metzgersprung. Derzeit ist er aufgrund von Wassersparmaßnahmen außer Betrieb – doch bereits im August 2026 soll er wieder sprudeln!
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Fischbrunnen soll im August 2026 wieder in Betrieb gehen
Der Fischbrunnen ist derzeit außer Betrieb und mit einer Holzverkleidung geschützt. Er gehört zu zehn Zierbrunnen, die das Baureferat zum 1. Juli 2026 vorübergehend abgeschaltet hat. Diese Anlagen verbrauchen aufgrund ihrer technischen oder örtlichen Gegebenheiten besonders viel Frischwasser. Die Stadt reagierte damit auf die angespannte Wassersituation und den ungewöhnlich hohen Trinkwasserverbrauch. Ein Defekt am Fischbrunnen liegt nicht vor.
Noch im August 2026 soll der Fischbrunnen mit einer neuen Steuerungstechnik nachgerüstet werden. Sie ermöglicht es, die tägliche Betriebszeit gezielt zu verkürzen und dadurch den Frischwasserverbrauch zu senken. Anschließend soll der Brunnen wieder sprudeln können; ein genauer Termin für die Wiederinbetriebnahme steht noch nicht fest.
👉 Der Fischbrunnen ist als einer von zehn besonders wasserintensiven Münchner Zierbrunnen abgeschaltet und soll nach der technischen Umrüstung noch im August 2026 wieder in Betrieb gehen können.
Wassersparmaßnahmen für Münchens Brunnen
Bei 56 weiteren Brunnen hat das Baureferat die täglichen Laufzeiten von 14 auf zehn Stunden verkürzt. Zusammen mit der Abschaltung der zehn besonders wasserintensiven Anlagen sank der Trinkwasserverbrauch der städtischen Brunnen seit Anfang Juli um mehr als 40 Prozent.
Zudem sollen innerhalb von drei Jahren mindestens 30 verbrauchsstarke Brunnen mit moderner Steuerungstechnik nachgerüstet werden, das hat der Stadtrat am 29. Juli 2026 beschlossen.
Ergänzend beschränkt die Allgemeinverfügung zur Wassernutzung derzeit unter anderem die Nutzung privater Springbrunnen und Pools sowie die Bewässerung von Gärten und das Waschen von Fahrzeugen.
👉 München senkt den Wasserverbrauch durch abgeschaltete Brunnen, kürzere Laufzeiten, technische Nachrüstungen und verbindliche Regeln zur Wassernutzung.
Die wichtigsten Infos zum Fischbrunnen auf einen Blick
- Wo? Auf dem Marienplatz direkt vor dem Neuen Rathaus
- Aktueller Stand: Derzeit abgeschaltet und abgedeckt; Nachrüstung und Wiederinbetriebnahme im August 2026 vorgesehen
- Bekannt für: Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch und Metzgersprung
- Heutige Gestaltung: Josef Henselmann, 1954
- Material: Becken aus Nagelfluh, Figuren aus Bronze
- Zugang: Rund um die Uhr und kostenlos
- Anfahrt: S-Bahn oder U3/U6 bis Marienplatz
- Gut zu wissen: Das Wasser des Fischbrunnens ist kein Trinkwasser
Was bedeuten die Figuren am Fischbrunnen?
Das türkisfarbene Becken besteht aus Nagelfluh, einem Konglomeratgestein aus dem nördlichen Alpenvorland. Um die Mittelsäule stehen drei bronzene Metzgerburschen, die Wasser aus Eimern in das Becken gießen. Die Figuren stammen noch vom Vorgängerbrunnen des 19. Jahrhunderts und verweisen auf den Metzgersprung.
Auf der Säule sitzt ein bronzener Fisch des Bildhauers Otto Kallenbach. Er erinnert an den Fischmarkt, der früher auf dem Marienplatz stattfand. Händler hielten ihre lebenden Fische damals in Körben im frischen Brunnenwasser.
👉 Der bronzene Fisch erinnert an den früheren Fischmarkt auf dem Marienplatz, die drei Metzgerfiguren stehen für den Münchner Metzgersprung.
Geldbeutelwaschen am Aschermittwoch
Beim traditionellen Geldbeutelwaschen tauchen Münchner*innen am Aschermittwoch ihre leeren Geldbörsen ins Wasser. Der Brauch soll dafür sorgen, dass sich die Beutel im Laufe des Jahres wieder füllen. Seine Geschichte lässt sich bis ins Jahr 1426 zurückverfolgen.
Vor allem Boten und Gehilfen machten mit ihren leeren Geldbeuteln darauf aufmerksam, dass nach dem Fasching eine Lohnerhöhung willkommen wäre. In den 1950er-Jahren übertrug Oberbürgermeister Thomas Wimmer den Brauch auf das Münchner Stadtsäckel. Seitdem nimmt in der Regel der Oberbürgermeister oder eine Vertretung der Stadtspitze teil.
👉 Beim Münchner Geldbeutelwaschen wird am Aschermittwoch das leere Stadtsäckel in den Fischbrunnen getaucht, damit es sich im neuen Haushaltsjahr wieder füllt.
Der Metzgersprung in den Fischbrunnen
Alle drei Jahre veranstaltet die Metzger-Innung München den Metzgersprung. Dabei werden angehende Metzgergesell*innen öffentlich von ihrer Lehrzeit freigesprochen. Anschließend springen sie in den Fischbrunnen oder werden mit Wasser aus Eimern übergossen. Zuletzt fand der Metzgersprung am 14. September 2025 statt.
Früher zogen die Metzgerlehrlinge in Schafspelzen und mit Tier- beziehungsweise Kälberschwänzen geschmückt durch die Stadt. Der Sprung ins Wasser galt als eine Art Taufe, mit der sie ihre Lehrzeit und die damit verbundenen „Jugendsünden“ hinter sich ließen. Zum Abschluss warfen sie unter anderem Nüsse und Äpfel ins Publikum.
👉 Der Metzgersprung im Fischbrunnen markiert traditionell das Ende der Lehrzeit und wird von der Metzger-Innung München alle drei Jahre veranstaltet.
Geschichte des Fischbrunnens
Ein Brunnen auf dem heutigen Marienplatz ist bereits für das Jahr 1318 belegt. Sein genauer Standort ist nicht bekannt. 1343 wird an der Stelle des heutigen Fischbrunnens ein „Bürgerbrunnen“ erwähnt, der später auch Marktbrunnen hieß. Diese mittelalterlichen Vorgänger waren Schöpf- oder Ziehbrunnen, die bis zum Grundwasser reichten.
Zwischen 1862 und 1865 gestaltete der Bildhauer Konrad Knoll einen neugotischen Fischbrunnen, der 1866 in Betrieb ging. Ihn schmückten vier Metzgerburschen, vier musizierende Knaben, ein Altgeselle sowie wasserspeiende Delfine und Löwenköpfe.
Der Brunnen wurde 1944 im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Josef Henselmann schuf 1954 die heutige, deutlich reduzierte Anlage und verwendete dafür drei erhaltene Metzgerfiguren des Vorgängerbrunnens. Der Fisch auf der Mittelsäule stammt von Henselmanns Schüler Otto Kallenbach.
👉 Der heutige Fischbrunnen entstand 1954 nach einem Entwurf von Josef Henselmann und enthält drei erhaltene Figuren des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Vorgängerbrunnens.
Adresse, Öffnungszeiten und Anfahrt
- Adresse: Marienplatz, 80331 München
- Stadtteil: Altstadt-Lehel
- Öffnungszeiten: Der Standort ist jederzeit zugänglich
- Öffentliche Verkehrsmittel: S-Bahn sowie U3 und U6 bis Marienplatz
- Barrierefreiheit: Der Fischbrunnen liegt ebenerdig auf dem Marienplatz
- Aktueller Hinweis: Der Brunnen ist derzeit abgeschaltet und abgedeckt
- Trinkwasser: Das Brunnenwasser ist nicht zum Trinken geeignet
FAQ: Häufige Fragen zum Fischbrunnen
Warum wurde der Fischbrunnen abgeschaltet?
Der Fischbrunnen gehört zu zehn besonders wasserintensiven städtischen Zierbrunnen, die seit dem 1. Juli 2026 vorübergehend außer Betrieb sind. Die Maßnahme soll den Trinkwasserverbrauch der Münchner Brunnenanlagen senken.
Wann geht der Fischbrunnen wieder in Betrieb?
Der Fischbrunnen soll noch im August 2026 mit neuer Steuerungstechnik nachgerüstet werden und anschließend mit kürzeren Laufzeiten wieder sprudeln können. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.
Gilt die Allgemeinverfügung auch für den Fischbrunnen?
Die Allgemeinverfügung ist nicht der unmittelbare Grund für die Abschaltung. Der Fischbrunnen wurde bereits zum 1. Juli als Teil eigener Wassersparmaßnahmen des Baureferats außer Betrieb genommen.
Kann man das Wasser des Fischbrunnens trinken?
Nein. Der Fischbrunnen ist ein Zierbrunnen und nicht als Trinkwasserbrunnen ausgewiesen.
Warum heißt der Brunnen Fischbrunnen?
Der bronzene Fisch auf der Mittelsäule erinnert an den früheren Fischmarkt auf dem Marienplatz. Händler bewahrten lebende Fische einst in Körben im Brunnenwasser auf.
Wann findet das Geldbeutelwaschen statt?
Das Geldbeutelwaschen findet traditionell am Aschermittwoch statt. Der Brauch soll dafür sorgen, dass sich die leeren Geldbeutel im Laufe des Jahres wieder füllen.
Was ist der Metzgersprung?
Der Metzgersprung ist ein Münchner Handwerksbrauch zur Freisprechung angehender Metzgergesell*innen. Die Metzger-Innung veranstaltet ihn alle drei Jahre am Fischbrunnen.