Ost-West-Friedenskirche

Kirchen und Klöster | Neuhausen-Nymphenburg

Väterchen Timofejs Ost-West-Friedenskirche im Olympiapark

Der russiche Eremit Timofej baute sich eigene Kirche im Oberwiesenfeld

Die Ost-West-Friedenskirche wurde in den 1950er Jahren von Väterchen Timofej am Oberwiesenfeld, dem heutigen Olympiapark, errichtet.

Die Ost-West-Friedenskirche im Überblick

Sehenswertes: Der russische Eremit Väterchen Timofej erbaute mit seiner Frau Natascha in den 50er Jahren ein Wohnhaus mit einer kleinen Kirche aus Kriegsschutt und Fundmaterialien. Ein Obstgarten, eine Kapelle und ein Museum gehören ebenfalls zum Ensemble.

Lage: Im südlichen Olympiapark, mitten auf dem Gelände des Sommer-Tollwoods.

Besonderheiten: Timofej baute seine Stätte illegal, Münchens OB Christian Ude genehmigte den Schwarzbau nachträglich.

Öffnungszeiten: Der Garten ist täglich geöffnet. Der Verein Stiftung Ost-West-Kirche e.V. kümmert sich um die Pflege des Ensembles und bietet Führungen an.

Russicher Eremit errichtete Kirche aus Kriegsschutt

Ost-West-Friedenskirche, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal
  • Timofej Wassiljewitsch Prochorow, von den Münchnern Väterchen Timofej genannt, war ein Eremit aus Russland. Nach seiner ersten Marienvision wanderte er durch die Lande, lernte in Wien seine Frau Natascha kennen und gelangte schließlich nach München.
  • Dort ließ sich das Paar am Oberwiesenfeld nieder und errichtete neben seiner Hütte eine Kapelle, die später zu einer Kirche ausgebaut wurde.
  • Als Baumaterial nutzten sie herumliegenden Schutt aus dem Zweiten Weltkrieg und allerlei Unrat. So ist beispielsweise die Decke des Gebäudes mit glitzerndem Schokoladenpapier versilbert.

Beim Bau des Olympiaparks blieb die Kirche erhalten

  • Als für die Olympische Spiele 1972 in München die Bauarbeiten am Oberwiesenfeld begannen, wurde das Olympiagelände extra weiter nördlich gelegt als geplant, um die kleine Kirche zu erhalten.
  • Sie wurde anschließend Ost-West-Friedenskirche genannt, denn die Kirche von Timofej und seiner Frau Natascha ist weder katholisch, noch orthodox, sondern gilt als Symbol, um den Osten und den Westen und alle Christen zu versöhnen. Eine zweite Kapelle ist dem Erzengel Michael gewidmet.
  • Väterchen Timofej starb 2004 mit rund 110 Jahren (sein genaues Geburtsdatum ist unbekannt) als bis dahin ältester Münchner. Sein Grab befindet sich auf dem Westfriedhof.

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9 Bewertungen zu Ost-West-Friedenskirche

5
9 Bewertungen
  • von am

    Unseren Jüngsten haben wir nach ihm benannt, Timofej. Die Geschichte ist einfach schön und der Name hat somit eine Bedeutung, wenn auch nicht für jeden nachvollziehbar. Der Ort an dem Väterchen Timofej lebte strahlt eine solche Ruhe und Tiefgründigkeit aus. Man sollte dort unbedingt mal gewesen sein. :)

  • von am

    Ich lernte durch einen Freund im Jahre 1990 Väterchen Timofej kennen und war sehr begeistert von diesem Einsiedler. Er lud uns ein, an seinem Tisch Platz zu nehmen, ohne ein Wort zu sagen und bot uns Tee an. Er strahlte eine ungemein tiefe Ruhe und Entspanntheit aus, die sich auf mich übertrug. Seine selbst aufgebaute Kirche war komplett mit Alufolie ausgekleidet, was mich sehr faszinierte. Sein kleiner selbstbewirtschafteter Garten bot eine Vielfalt an Gemüsesorten an. Väterchen Timofej erhielt von vielen Besucher/innen Lebensmittelspenden. Er hatte sogar einen Briefkasten am Eingang und eine offizielle Postanschrift! Aber eines muss ich diesem Bericht widerlegen: Väterchen Timofejs Alter! Bei meinem ersten Besuch 1990 gab er mir zu verstehen, dass er 112 Jahre alt war! Ich besuchte Väterchen Timofej bzw. seine Kirche 2 - 3 Mal im Jahr, bis ich 1998 von München wegzog. Es freut mich ungemein, dass sein Lebenswerk heute noch steht. Eines würde mich noch interessieren, wer und wie für die Erhaltung der Kirche und dem Wohnhäuschen sorgt, bzw. gesorgt wird.

  • von am

    Es ist eine aussergewöhnliche Geschichte die mit diesem Ort verbunden. Das Ort hat wunderbare Ausstrahlung und ja, ich glaube, dass dort auch Wunder geschehen. Unser Leben ist voller Überraschungen. Dieses Ort ist eine Überraschung

  • von am

    Ich bin zwar Münchnerin, habe es aber bisher nicht geschafft, den Platz zu besuchen. Die Atmosphäre ist für die Seele, sehr wohltuend. Es ist unbedingt einen Besuch wert. Vor allem muss man sich die Entstehungsgeschichte vor Ort durchlesen, dann hat man noch mehr Respekt.

  • von am

    Waren am Sonntag dort. Trotz Tollwood findet man hier eine Ruheoase wirklich sehr schön

  • von am

    Habe heute zum ersten Mal die Kapelle besucht und war sehr berührt von der schönen Atmosphäre auf dem ganzen Gelände. Wie eine Insel der Geborgenheit und des Friedens mitten in München. Freue mich schon auf weitere Besuche in München und bei Väterchen Timofei!

  • von am

    Habe nach 25 Jahren endlich diese Insel des Friedens im Olympiapark München gefunden. Sehr schön und interessant

  • von am

    Man sollte sich das unbedingt anschauen,sehr schön.Man fühlt sich irgendwie geborgen.Es wird einem ganz warm ums Herz,wenn man das alles anschaut.

  • von am

    Eine wirkliche Sehenswürdigkeit, die der Münchner Autor, Alexander Wutz, in seinem Bildband "Väterchen Timofej - ein Russe erobert die Herzen der Münchner" wunderbar hervorhebt. Diesen Garten sollte man besuchen und nicht verpassen, wenn man in München ist.

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