Allach: Alle Infos zum Münchner Stadtteil

Schloss Allach, Foto: Martin Göhring
Foto: Martin Göhring

Allacher Forst, Industriestandort, Würm: Das ist Allach in München

Allach hat eigentlich zwei Gesichter: Auf der einen Seite gibt es die dörflichen Strukturen mit der St. Peter und Paul Kirche und dem Allacher Forst als Naherholungsgebiet. Auf der anderen Seite ist Allach einer der bedeutendsten Industriestandorte Münchens, denn mit MAN, MTU und KraussMaffei haben hier gleich drei große Firmen ihren Sitz. Was es noch über Allach zu wissen gibt? Hier erfahrt Ihr mehr.

Freizeit-Hotspot: Allacher Forst und Angerlohe

Das kleine Wäldchen Angerlohe schließt direkt an die Wohnsiedlung an., Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Mit dem Allacher Forst hat der Stadtteil ein wunderschönes Naherholungsgebiet. Der Wald ist ungefähr einen Quadratkilometer groß. Hier finden sich neben alten Linden und Eichen auch Bergahorn, Fichten, Bergulmen, Föhren und Eschen. Zudem könnt Ihr hier zahlreiche Blumen – von Schlüsselblumen über Buschwindröschen – entdecken. Ein echtes Paradies ist der Allacher Forst aber für Pilzsucher, den angeblich wachsen hier über 300 verschiedene Pilzsorten. Ein sehr schöner Ort ist auch das Landschaftsschutzgebiet Angerlohe im benachbahrten Untermenzing. Die Angerlohe ist nach der Allacher Lohe der flächenmäßig bedeutendste Restbestand des ehemaligen Lohwaldgürtels und wird von Bewohnern des Stadtteils gerne zum Spazieren, Laufen oder einfach für eine kurze Erholungspause genutzt.

Industriestandort Allach: KraussMaffei, MTU, MAN

Hauptgebäude Krauss-Maffei, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Die Geschichte Allachs als Industriestandort beginnt eigentlich am 14. November 1867. An diesem Tag wurde die Bahnlinie München-Ingolstadt in Betrieb genommen, die maßgeblich dazu beitrug, dass sich in der Folgezeit Unternehmen Allach als Standort für ihre Fabriken aussuchten. Zuerst zu nennen ist hierbei der frühere Lokomotivenbauer KraussMaffei, der heute den Namen KraussMaffei Technologies trägt und in Allach im Bereich Maschinenbau produziert.

Ein weiterer wichtiger Konzern im Stadtteil ist der Turbinenhersteller MTU. In Allach werden Triebwerke sowohl für die zivile als auch die militärische Luftfahrt hergestellt. MTU hat zudem ein Museum, in dem Besucher sich historische Triebwerke ansehen können. Es ist leider nur an einem Sonntag im Quartal für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nicht jeder weiß, dass der LKW- und Bushersteller MAN ausgeschrieben Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg heißt. Es hat deshalb durchaus etwas Komisches an sich, dass der Hauptsitz des Unternehmens im Münchner Stadtteil Allach ist. Zusammen mit den zuvor genannten Unternehmen stellt MAN fast drei Viertel der Arbeitsplätze im Viertel. Mit fast 200 ha hat Allach die höchste Industrie- und Gewerbeflächenballung im Stadtgebiet.

Im Jahr 2019 wurde außerdem das Einkaufszentrum "EVER.S" am Oertelplatz eröffnet.

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Wohnen im Viertel: Ländliche Idylle

Bauernhof in Allach, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Im historischen Ortskern der Eversbuschstraße finden sich vereinzelte Bauernhöfe und rustikale Einfamilienhäuser, ganz so, wie man sich ländliche Idylle vorstellt. Dieses Bild wird noch verstärkt, weil die Gebäude, wie früher üblich, entlang der Würm gebaut wurden. Im Gebäude an der Eversbuschstraße 19 befand sich früher sogar eine Hof- und Wagenschmiede. Der gesamte historische Ortskern, zu dem auch Teile der Höcherstraße und der Friedhofsgasse gehören, steht heute als Ensemble unter Denkmalschutz.

Allach kurios

Einen Herkules gibt es nicht nur in der griechischen Mythologie, sondern auch im Bayern des 19. Jahrhunderts. Der gebürtige Allacher Hans Steyrer (1849-1906) konnte angeblich schon als Kind ein Kalb an den Haken der väterlichen Metzgerei hängen. Etwas später zeigte er dann bei einem Wettbewerb des Zirkus Herzog, dass er tatsächlich der kräftigste Mann im Freistaat war: Er schaffte es, nur mit seinem Mittelfinger einen 508 Pfund schweren Stein anzuheben. Seitdem nannte man Steyrer den „bayerischen Herkules“.

Sehenswürdigkeiten: Allacher Schloss, St. Peter und Paul

Bahnhofstrasse Allach (Georg-Reißmüller-strasse), Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Wenn man in Allach ist, gibt es so manches zu entdecken. Zunächst solltet Ihr dem Allacher Schloss einen Besuch abstatten. Es ist zwar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, doch allein die Lage in halbbewaldetem Gebiet ist den Spaziergang wert. Die Kirche St. Peter und Paul, die mächtig im Zentrum des Stadtteils thront, ist ein ebenso interessantes Bauwerk. Bei Nachforschungen wurde festgestellt, dass Teile ihrer Bausubstanz bis ins Jahr 800 zurückgehen.

Ein ebenfalls beeindruckendes Gebäude ist die Vorstadtvilla am Zum Schwabenbächl 55, die durch ihren Erkerturm fast schon an eine Burg erinnert. Das sicherlich bunteste Haus Allachs steht am Oertelplatz. Hier hat der Malermeister Franz Rebl seinen Firmensitz. Gemeinsam mit dem Künstler Carsten Kruse hat er hier ein farbenfrohes Spektakel geschaffen.

Highlights: Unsere Tipps fürs Viertel

  • Ein ausgedehnter Spaziergang oder eine entspannte Radtour entlang der Würm ist bei schönem Wetter immer eine gute Idee. Egal, ob man von Allach aus in die südliche oder nördliche Richtung geht, zu sehen gibt es auf beiden Strecken einiges. Im Süden kommt man beispielsweise zum malerischen Schloss Blutenburg.
  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.

Historisches Allach: Der Wald am Wasser

Die Würm, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Allach liegt an der Würm und wurde erstmals im Jahre 774 als "Ahaloh" erwähnt. Der Name bedeutet "Wald am Wasser". Allach gehört zu den ältesten Gemeinden und war politisch und landschaftlich eher an Dachau denn an München gebunden. Im Jahr 1803 wurde allerdings das Landgericht in der bayerischen Landeshauptstadt neu errichtet und Allach gehörte fortan zum Landgerichtsbezirk München. Im Jahr 1818 wurde der Ort eine selbstständige Gemeinde. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie München-Ingolstadt wurde Allach ein bedeutender Industriestandort. Allach wurde am 1. Dezember 1938 nach München eingemeindet. Trotz seiner Bedeutung als Wirtschaftsstandort, blieb der Stadtteil von Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont.

Lage und Abgrenzung: Allach

Allach, im Münchner Nordwesten gelegen, erstreckt sich von Untermenzing und Obermenzing im Süden bis zur Stadtgrenze im Norden, wo es an Karlsfeld und Ludwigsfeld grenzt. Im Osten beginnt der Stadtteil am Schwabenbächl an der Dachauerstraße und grenzt an Feldmoching. Westlich von Allach liegt der Stadtteil Langwied. Allach ist über die S-2 in Richtung Petershausen direkt an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

Mehr zu den angrenzenden Stadtteilen Untermenzing, Obermenzing, Feldmoching, Moosach und Langwied

Allach in Zahlen: Stadtbezirk 23

Die Stadtteile Allach und das südlich gelegene Untermenzing bilden zusammen den Stadtbezirk 23. Deshalb beziehen sich die folgenden Angaben auf den gesamten Bezirk.

Allach-Untermenzing, Stadtbezirk 23, in Zahlen

- Einwohner des Stadtbezirks: 33.355
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 22
- Fläche in Hektar: 1.545,17

(Zahlen: Statistisches Amt 2019)

Text: muenchen.de/Julia Langhof

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