Au

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Die Au ist in erster Linie ein Wohnviertel. Durch die traumhafte Lage nahe der Isarauen gehört sie zu den beliebtesten Wohngebieten Münchens. Tradition und Brauchtum werden hier großgeschrieben. Das zeigt sich nicht zuletzt bei den beiden großen Veranstaltungen, die in der Au stattfinden: das Starkbierfest am Nockherberg und die Auer Dulten am Mariahilfplatz.

Die Au: Wohnen mit Tradition

Der Auer Mühlbach, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Die Au ist eigentlich nah am Zentrum Münchens und dennoch wohnt ihr ein gemütlicher, nicht ganz so hektischer Charakter inne, den man eigentlich mitten in einer Großstadt nicht erwarten würde. Das liegt beispielsweise an den verkehrsberuhigten Straßen wie dem Breiteranger oder der Quellenstraße, die viele Einheimische als eine der schönsten Straßen der bayerischen Landeshauptstadt sehen. Bezaubernd ist auch die Franz-Prüller-Straße. Mit den kleinen Herbergshäuschen kommt man sich dort fast wie auf einer Zeitreise zurück ins 19. Jahrhundert vor. Herbergsgebäude findet man übrigens öfter in der Au, was daran liegt, dass das Viertel in früheren Zeiten als Wohnquartier für Tagelöhner diente.

Paulaner Bräuhaus München am Nockherberg, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Belebter geht es dagegen am Kolumbusplatz zu. Von hier aus kann man auch den berühmten Nockherberg erklimmen. Charakteristisch für die ganze Au ist dagegen wohl die Ohlmüllerstraße. Eigentlich ein wenig verschlafen ist sie dennoch oft mit Leben gefüllt, denn hier befindet sich sowohl der Zugang zu den Auer Dulten als auch zum Nockherberg. Sie endet an der Reichenbachbrücke, und wenn man die überquert, ist man sofort im trendigen Gärtnerplatzviertel. Die Schweigerstraße, die von der Corneliusbrücke in die Au führt, ist dagegen eher von moderneren Bauten geprägt. Auf dem früheren Gelände der Paulaner Brauerei enstehen seit 2016 rund 1.500 neue Wohnungen.

Nockherberg: Derblecken und Biergartenidylle

Luise Kinseher als Bavaria auf dem Nockherberg., Foto: BR/Ralf Wilschewski
Foto: BR/Ralf Wilschewski

Weit über die Stadtteilgrenzen hinaus bekannt ist der Nockherberg. Alljährlich findet hier das behrümte Starkbierfest statt. Das zugehörige Derblecken läutet inoffiziell die Starkbierzeit in München ein. Alle Jahre versammelt sich die Politprominenz in der Festhalle, um sich in der Festrede, etwa von Luise Kinseher als "Bavaria" vorgetragen, und im Singspiel die Leviten lesen zu lassen. Aber auch im Sommer lädt der große Biergarten zum Verweilen und zum Genießen von bayerischen Schmankerln ein.

Auer Dult: Ein Erlebnis für die ganze Familie

Auer Dult auf dem Mariahilfplatz, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Die zweite große Veranstaltung in der Au - neben dem Starkbieranstich am Nockherberg - sind die Auer Dulten. Dreimal können die Besucher zum Jahrmarkt auf dem Mariahilfplatz kommen. Im Frühjahr (Mai-Dult), Sommer (Jakobi-Dult) und Herbst (Kirchweih-Dult) versammeln sich dort Schausteller und Marktleute. Die Mischung aus aufregenden Fahrgeschäften, handgefertigten Accessoires, praktischen Haushaltsgeräten, Geschirr, Antiquitäten und kulinarischen Köstlichkeiten zieht jedes Jahr Tausende Besucher an. Auch für Familien sind die Auer Dulten äußerst empfehlenswert, da es dort sehr viel entspannter zugeht als beispielsweise auf dem Oktoberfest.

Shopping, Essen und Übernachten

Sehenswürdigkeiten in der Au

Auer Dult auf dem Mariahilfplatz, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Das beeindruckendste Bauwerk in der Au ist sicherlich die Mariahilfkirche. Der neugotische Bau beherbergt eines der größten Glockenspiele Deutschlands, mit einem Gewicht von 25 Tonnen. Der Klang des Carillons ist dreimal die Woche zu hören. In der Zeppelinstraße 41 befindet sich das Geburtshaus des großen Münchner Komikers Karl Valentin. Eine Gedenktafel erinnert noch heute an den wahrscheinlich berühmtesten Sohn der Au. Einen Besuch lohnt auch der Auer Mühlbach. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er überwölbt, mittlerweile ist er aber wieder freigelegt.

Blick von der Reichenbachbrücke gen Norden, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein schöner Ort zum Verweilen ist die Corneliusbrücke mit ihrer Aussichtsplattform. Unter den Augen Ludwigs II. hat man hier einen tollen Blick über die Isar und zur beeindruckenden St. Maximilians-Kirche. Eine Besonderheit ist die Ludwigsbrücke, die eigentlich aus zwei Brücken besteht. Über die Äußere Ludwigsbrücke kommt man von der Au auf die Museumsinsel, auf der das Deutsche Museum steht. Von dort geht es über die Innere Ludwigsbrücke auf die Zweibrückenstraße. Selbst wenn nicht die Isar unter ihr hindurchfließt, ist auch die Gebsattelbrücke in der gleichnamigen Straße ein schönes Bauwerk. Unterhalb des Obelisken wacht das Münchner Kindl über den Straßenverkehr.

Die Au kurios

Der Fußballweltmeister von 1974, Georg „Katsche“ Schwarzenbeck, betrieb in der Ohlmüllerstraße 20 Jahre lang einen Schreibwarenladen. Der beinharte Vorstopper des FC Bayern München hat alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt: Welt- und Europameister, Europapokal der Landesmeister, Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. Nach seiner aktiven Laufbahn stieg er in den 1980er Jahren ins Schreibwarengeschäft seiner Tanten ein. Er führte den Laden in der Ohlmüllerstraße 9 bis 2008. Sein größter Kunde war übrigens – wen wundert’s – der FC Bayern…

M-WLAN - Kostenloses WiFi in München

M-WLAN HotspotAn zahlreichen Plätzen in München ist das Gratis-Angebot M-WLAN verfügbar, mit dem man kostenlos im Internet surfen kann.

M-WLAN ist ein kostenloser Service, der von der Stadt gemeinsam mit den Stadtwerken München als technischem Partner angeboten wird. muenchen.de und M-net treten dabei als Sponsoren auf.

Müllersches Volksbad

Müllersches Volksbad, Foto: SWM/ Kerstin Grohe
Foto: SWM/ Kerstin Grohe

In unmittelbarer Nähe zum Deutschen Museum und der Ludwigsbrücke liegt das Müllersche Volksbad - das älteste öffentliche Hallenbad Münchens. Seit 1901 können Besucher in dem prachtvollen Jugendstilbau baden und saunieren. Dank aufwendigen Sanierungsarbeiten ist die Schwimmhalle bis heute nahezu detailgetreu erhalten. Das große Becken wird von einem eindrucksvollen Tonnengewölbe mit Galerie gekrönt. Auch zahlreiche an den Barock angelehnte Elemente wie Wandmalereien, Stuck, Bronzestatuen und verzierte Eisengitter finden sich in dem Bad.
Mehr Informationen zum Müllerschen Volksbad

 

Insidertipps für die Au

  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.
  • Das Kino "Museum-Lichtspiele" hat Kultstatus in der Au. Jede Woche zeigt es mindestens einmal die "Rocky Horror Picture Show".
  • Münchner Momente: Die Au im muenchen.de Blog

Historisches: Die Vorstadt der Tagelöhner

Auia Brunnen am Paulanerplatz in München Au, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Der Stadtteil Au wurde 1854 nach München eingemeindet. Erstmals erwähnt wurde er 1340 als "Awe ze Gyesingen", das Land am Wasser. Ursprünglich war die Au ein Herbergenviertel für Handwerker, Kleingewerbetreibende, Arbeiter und Tagelöhner vor den Toren der Stadt. Die kleinen Herbergshäuser erinnern an die ärmlichen und beengten Lebens- und Arbeitsverhältnisse der damaligen Zeit.
In der Gründerzeit, insbesondere in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg von 1870/71, entwickelte sich die Au zu einer Arbeitervorstadt. Der Stadtteil expandierte, denn es musste Wohnraum für die wachsende Zahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter in der Stadt geschaffen werden. Mit der Jahrhundertwende kamen genossenschaftliche Wohnungen dazu. Über die Hälfte des Häuserbestandes in der Au wurde allerdings im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Lage

Die Au liegt - innenstadtnah - auf der östlichen Isarhochterrasse. Die Humboldtstraße trennt die Au im Süden von Untergiesing. Nördlich grenzen die Balan-, Rabl-, Hoch- und Rosenheimer Straße die Au vom zum gleichen Stadtbezirk gehörenden Haidhausen ab. Die Bahntrasse des Ostbahnhofs ist die östliche Grenze der Au. Südlich reicht die Au bis zu den Flussauen, die allerdings bereits zur Isarvorstadt gehören. Mit der U-Bahn-Haltestelle Kolumbusplatz verfügt der Stadtteil über eine direkte Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz.

Die Au in Zahlen

Die Au bildet zusammen mit Haidhausen den Münchner Stadtbezirk 5.

- Einwohner des Stadtbezirks: 61.999
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 147
- Fläche in Hektar: 421,96
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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