Bogenhausen

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Wenn man von Bogenhausen spricht, dann vornehmlich von der Prinzregentenstraße und von noblen Villen. Doch der nordöstliche Stadtteil bietet in manchen Vierteln auch ein ganz anderes Bild: moderne Wohn- und Bürogebäude, große Wohnsiedlungen und Hochhäuser, weitläufige Wiesen und Grünflächen.

Stadtteil mit vielen Gesichtern

Friedensengel, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Am Übergang von dicht bebauter Innenstadt ins Umland ist Bogenhausen einer der vielfältigsten Stadtbezirke. Nach und nach weichen die Gründerzeitbauten und noblen Villen den Wohnblocks aus der Nachkriegszeit und großzügigen Grünanlagen. Für alle, die mehr Ruhe suchen, als die Isarvorstadt, Schwabing oder Haidhausen bieten können, mag Bogenhausen eine willkommene Alternative sein. An vielen Ecken des Stadtbezirks merkt man gar nicht, dass man sich immer noch in einer Millionenstadt befindet.

Sehenswürdigkeiten in Bogenhausen

Friedensengel, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Aus dem Stadtteilbild von Bogenhausen nicht wegzudenken sind der Friedensengel an exponierter Stelle am Isarhochufer, das Museum Villa Stuck, in unmittelbarer Nähe, und das Prinzregententheater am Prinzregentenplatz. Der Friedensengel gilt als eines der herausragenden Denkmäler des Historismus und entstand von 1896 bis 1899. Vorbild für die goldene, sechs Meter große Statue in luftiger Höhe war die griechische Siegesgöttin Nike. Das Denkmal soll an 25 Friedensjahre seit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erinnern, und ist ein Dank an das bayerische Heer.

Prinzregententheater, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Das Prinzregententheater gilt als Geburtsstätte der Münchner Opernfestspiele. Ursprünglich sollte der Architekt Gottfried Semper im Auftrag Ludwigs II. ein imposantes Festspielhaus für Richard Wagner bauen. Wagner selbst wünschte sich ein demokratisches Theater ohne Ränge und Vestibül. Im Jahre 1901 schließlich verwirklichte Max Littmann diese Pläne und baute das Prinzregententheater mit neoklassizistischer Fassade. Heute werden dort nicht nur Wagner-Opern aufgeführt, das Theater dient auch als Schauspielhaus und beheimatet die Schauspielschule der Bayerischen Theaterakademie August Everding.

Alt-Bogenhausen, Villen und grüne Wiesen

Wohngegend in München Bogenhausen, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Der ursprünglich dörfliche Charakter von Alt-Bogenhausen ist heute noch um die Kirche St. Georg gut zu sehen. Auf dem Friedhof der kleinen Rokoko-Dorfkirche südlich der Montgelasstraße liegen viele bekannte Münchner Persönlichkeiten begraben: Liesl Karlstadt, Oskar Maria Graf, Anette Kolb, Erich Kästner, Helmut Fischer, Walter Sedlmayr, Rainer Werner Fassbinder und Bernd Eichinger.

Neben seinen herausragenden Sehenswürdigkeiten ist das alte Bogenhausen auch aufgrund seiner zahlreichen Jugendstil-Villen einen Spaziergang wert: Das Viertel wurde ab der Spätgründerzeit nach einheitlichen städtebaulichen Grundsätzen als großflächiges, repräsentatives Villen- und Mietshausviertel angelegt. Von starken Kriegsschäden überwiegend verschont, hat sich sein ursprünglicher Charakter bis heute weitgehend erhalten.

Arabellapark, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein ganz anderes Bild bieten dagegen die außerhalb gelegenen Stadtteile des Bezirks wie Herzogpark, Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning, Zamdorf und Daglfing. Neben den dort häufig anzutreffenden, mehrstöckigen Großwohnanlagen entstanden viele kleine Einfamilien- und Reihenhäuser. Der Herzogpark wurde um die Wende zum 20. Jahrhundert bebaut und gilt heute als eines der vornehmsten Münchner Wohnquartiere. An der Poschingerstraße, heute Thomas-Mann-Allee, baute der Schriftsteller 1914 seine berühmte Villa. An derselben Stelle steht heute ein identischer Nachfolgebau. Weitere prominente Bewohner des Herzogparks waren zum Beispiel Erich Kästner, Rudolf Diesel und Friedrich Karl Flick.

Der Arabellapark, der ab 1966 bebaut wurde, verfügt mit dem Hypo-Hochhaus nicht nur über ein weithin unübersehbares Wahrzeichen, sondern ist als Hotel- und Kongresszentrum sowie als Bürostandort von überörtlicher Bedeutung.

Zwischen diesen Siedlungen finden sich großzügige Grünanlagen mit viel Raum für Spielplätze, Wiesen und Biotope. Die Maximiliansanlagen und die Isar, der Denninger Anger, der Zamillapark, der Schlösselgarten zwischen Effner- und Cosimastraße sowie der Bürgerpark Oberföhring sind die "grünen Lungen" des ohnehin sehr naturnahen Stadtteils. Auch die großzügigen Freiflächen am östlichen Rand von Bogenhausen, die nahtlos ins Umland übergehen, dienen der Naherholung. 

Shopping, Essen und Übernachten

Geschichte

Der Name des Stadtteils leitet sich von dem 768/769 urkundlich erwähnten Ort "pupinhusir" ab und bedeutet "Haus oder Häuser des Poapo". Das alte Bogenhausen wurde 1892 nach München eingemeindet, womit sich das Dorf auf der Isarhöhe in der Spätgründerzeit zu einem noblen Villenviertel entwickelte. Auch der Herzogpark gehörte fortan zur ersten Adresse der feinen Münchner Gesellschaft.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden die Großwohnanlagen auf der außerhalb der Innenstadt gelegenen Seite des Mittleren Rings. Den Anfang machte die Parkstadt Bogenhausen, erbaut in den Jahren 1955 bis 1957, wo sich Münchens erste Hochhäuser mit Platz für bis zu 6000 Bewohnern befinden. Das Ensemble steht inzwischen unter Denkmalschutz.

Hypo Hochhaus im Arabellapark, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Bis in die 1980er Jahre wuchs Bogenhausen außerhalb des Mittleren Rings weiter. Neue Großwohnanlagen entstanden in den ehemaligen Dörfern Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning und Daglfing, die 1913 und 1930 eingemeindet worden waren. Dennoch konnten diese Teile Bogenhausens ihren alten Dorfkern meist behalten. Ende 2008 erfolgte der Umzug der Zentrale des Süddeutschen Verlags aus der Sendlinger Straße in der Altstadt nach Zamdorf in einen 100 Meter hohen Neubau direkt neben der Autobahn A 94.

Im Februar 2011 war der neue Blickfang in der Skyline des Münchner Westens fertig. Am Effnerplatz wurde die 52 Meter hohe Skulptur Mae West eingeweiht. Das schlank taillierte Kunstwerk aus Kohlenstoff-Rohren erhielt seinen Namen von der berühmten amerikanischen Tänzerin gleichen Namens, an deren Hüftschwung ihre Form erinnern soll. Seit Ende 2011 beginnt unter der Mae West die knapp vier Kilometer lange Neubaustrecke der Trambahn nach St. Emmeram im Stadtbezirksteil Oberföhring.

Freizeit in Bogenhausen

Bogenhausen bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die Freizeit zu genießen. Das Isarufer gilt als herrliches Panorama für Spaziergänge, und auch Jogger und Radfahrer wissen dies zu schätzen. Im Cosimabad kommt echtes Strandfeeling auf, wenn alle 30 Minuten das Wellenbad eingeschalten wird. Außerdem lockt eine 900 Quadratmeter große Saunalandschaft die Besucher an. Das Prinzregentenbad neben dem gleichnamigen Theater zieht im Sommer die Sonnenhungrigen in Scharen an, nicht zuletzt dank seiner weitläufigen Liegewiesen. Im angrenzenden Prinzregentenstadion lassen Schlittschuhläufer auf der Eisbahn die Kufen kratzen.

Fotos: Badespaß im Cosimawellenbad

Lage

Bogenhausen Statteil Grafik

Bogenhausen liegt im nordöstlichen Teil der Stadt und erstreckt sich vom Rand der Innenstadt bis zur Stadtgrenze. Im Westen wird der Stadtteil von der Isar, im Süden von Haidhausen und Berg am Laim und im Osten durch das Riemer Reitgelände begrenzt. Der Mittlere Ring trennt entlang des Richard-Strauss-Tunnels Alt-Bogenhausen vom übrigen Stadtteil. Vom Ostbahnhof führt die S8 Richtung Flughafen durch die Außenbereiche Bogenhausens. Die U4 (Haltestelle Prinzregentenplatz) und einige Trambahnlinien binden das Viertel an die Innenstadt an.

Bogenhausen in Zahlen

Bogenhausen ist Münchens Stadtbezirk 13. 

- Einwohner des Stadtbezirks: 87.164
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 37
- Fläche in Hektar: 2.370,98
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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