Feldmoching

Feldmoching Galerie

Feldmoching ist sicherlich eines der dörflichsten Gebiete Münchens: Vor allem der Ortskern mit den alten Höfen und Gaststätten erinnert an das bayerische Landleben. Mit der Dreiseenplatte hat der Stadtteil eines der beliebtesten Naherholungsgebiete Münchens. Das Schwarzhölzl ist ein weiteres schönes Stück Natur, in dem man ein wenig Abstand zur Stadt gewinnen kann.

Freizeit in Feldmoching: Seen und Naturschutzgebiet

Sonnen am Feldmochinger See, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Der Feldmochinger See ist Teil der sogenannten Dreiseenplatte, zu der auch der Fasaneriesee und der Lerchenauer See gehören. Auch diese beiden Seen erfreuen sich – nicht zuletzt wegen der ausgezeichneten Wasserqualität – großer Beliebtheit. Vor allem für Familien sind sie geeignet, denn die Kinder können hier herumtollen und planschen. Zudem finden sich an allen Seen großzügige Grillplätze, Beachvolleyballfelder und Tisch-tennisplatten, sodass einem gelungenen Entspannungstag nichts mehr im Wege steht.

Regattaanlage Rudern, Foto: Michael Neißendorfer
Foto: Michael Neißendorfer

Naturfreunde sollten in Feldmoching unbedingt das Naturschutzgebiet Schwarzhölzl besuchen. Seit 1994 steht die knapp 80 Hektar große Fläche unter Naturschutz. Im Sommer genießen hier viele Menschen ihre Freizeit, doch in der kälteren Jahreszeit ist es ruhiger und das Schwarzhölzl lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich dann die Wege von Menschen und scheuen Rehen kreuzen. Im Schwarzhölzl befindet sich übrigens auch die Regattastrecke Oberschleißheim, die anlässlich der Olympischen Spiele in München 1972 gebaut wurde. Bis heute wird sie von Kanu- und Rudervereinen genutzt.

Shopping, Essen und Übernachten

Wohnen mit dörflichem Charakter

Historisches Zentrum von Feldmoching mit Maibaum, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Anders als das zum Stadtbezirk gehörende Hasenbergl mit seinen großen Wohnblöcken hat Feldmoching einen klar dörflichen Charakter. Im historischen Ortskern, der unter Ensembleschutz steht, dominieren immer noch die alten Bauernhöfe. Auch wenn die Gebäude mittlerweile größtenteils renoviert sind, lässt sich immer noch erahnen, wie Feldmoching vor 100 oder gar 200 Jahren ausgesehen haben mag. Nach und nach entstanden rund um das „Dorf“ Siedlungen mit größeren Wohneinheiten, zum Beispiel am Feldmochinger Anger oder am Harthof.

Ludwigsfeld: Multikulturelles Miteinander

Wohnblock in Feldmoching, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Die in ihrer kulturellen Zusammensetzung vielleicht interessanteste dieser Wohnsiedlungen ist Ludwigsfeld. Ursprünglich stand auf dem Gebiet ein Außenlager des KZ Dachau, in dem viele Zwangsarbeiter untergebracht waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Baracken abgerissen und Wohnanlagen gebaut. Menschen, die in den Wirren der Nachkriegsjahre entwurzelt waren, kamen hier zusammen. Zeitweise lebten Bewohner aus über 30 verschiedenen Nationen in Ludwigsfeld. Ihre Nachkommen sind heute im Viertel heimisch geworden und nach zahlreichen Sanierungen und Neubauten ist Ludwigsfeld in den letzten Jahrzehnten zu einem beliebten Wohnquartier geworden – das immer noch von multikultureller Vielfalt geprägt ist.

Feldmoching kurios

In der Rubinstraße 14 gibt es einen tibetisch-buddhistischen Kalmückentempel. Er ist der älteste seiner Art in Deutschland. Zahlreiche Veranstaltungen rund um die Lehren des Buddhismus finden hier statt. Der berühmteste Besucher des kleinen Tempels ist übrigens der Dalai Lama, der der kleinen Glaubensstätte bereits zweimal seine Aufwartung machte.

Fasanerie: Das "heimliche Grünwald"

Fasaneriesee, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein sehenswerter Teil Feldmochings ist die Fasanerie. Manche nennen die Siedlung bereits das „heimliche Grünwald“, auch wenn man dem Charakter der Fasanerie damit nicht gerecht wird. Sie gehört zu den lebenswertesten Gebieten in der bayerischen Landeshauptstadt. Das liegt natürlich zum einen am Fasaneriesee, der sich hier befindet. Zum anderen aber an den vielen schönen Häusern etwa an der Straße Am Blütenanger, die manche als „Villenkolonie Fasanerie“ bezeichnen. Interessant ist ebenfalls die zur Fasanerie gehörende Modellsiedlung Am Schnepfenweg, die fast vollständig aus ökologischem Material errichtet wurde.

Feldmochinger Sehenswürdigkeiten

Kriegerdenkmal an der Strasse, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Im Ortskern Feldmochings steht eine Mariensäule, die zwar nicht ganz so groß wie ihr Namenspendant im Zentrum Münchens ist, aber dennoch einen Besuch lohnt. Zumal sich gleich in der Nähe das Kriegerdenkmal mit einer steinernen Soldatenfigur befindet, das an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert. Davor lohnt ein runder Bassinbrunnen mit Zwergenfigur aus dem Jahr 1924 einen Abstecher. In der Rubinstraße steht ein Natursteinpfeiler mit kunstvollen Reliefs, der von Elmar Dietz entworfen wurde. Kein schöner Ort, aber für die Erinnerung von großer Bedeutung: In der Granatstraße 1 befindet sich noch eine Baracke des früheren KZ-Außenlagers Dachau. Eine Gedenktafel erinnert an das Schicksal der tausenden Zwangsarbeiter, die hier untergebracht waren.

Lerchenauer See, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein Ort der Hoffnung ist hingegen die russisch-orthodoxe Kirche des Hl. Erzengels Michael, die unter Denkmalschutz steht. Ein beeindruckendes Gotteshaus ist ebenfalls die katholische Kirche St. Peter und Paul in der Feldmochinger Straße, die einen mittelalterlichen Kern besitzt. Fast schon futuristisch mutet hingegen direkt am Lerchenauer See die evangelische Kapernaumkirche mit ihrem schmalen Glockenturm an, deren Zeltdach an eine Pyramide erinnert.

Historisches: Die bajuwarische Siedlung

Feldmoching wurde im 6. Jahrhundert als bajuwarische Siedlung gegründet. An die Ursprünge als Bauerndorf erinnert noch heute der Feldmochinger Ortskern mit zahlreichen Höfen. Der ursprüngliche Name "Feldmohinga" ist vom Namen "Macho" oder "Mocho" abgeleitet. Der Bau der Eisenbahnlinie München-Landshut-Regensburg führte anders als erwartet nicht zur Ansiedlung von Gewerbe und Industrie. Lange blieb das Dorf ländlich geprägt. Im Jahre 1938 wurde Feldmoching zusammen mit Ludwigsfeld eingemeindet.

Insidertipps für Feldmoching

  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.
  • Wer eine schöne Fahrradtour machen möchte, sollte den malerischen Weg entlang der Würm fahren. An seinem Ende kommt man – quasi als Belohnung – am Schloss Schleißheim heraus.

Abgrenzung Feldmoching

 

Feldmoching erstreckt sich von der Dachauer Straße (B 304) im Westen bis nach Hasenbergl im Osten. Der Stadtteil reicht vom DB-Rangierbahnhof München-Nord im Süden bis zur Stadtgrenze im Norden. Feldmoching ist einerseits über die U-Bahnlinie U2, andererseits über die S-Bahnlinie S1 direkt an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

Feldmoching in Zahlen

Feldmoching bildet zusammen mit dem Hasenbergl den Münchner Stadtbezirk 24.

- Einwohner des Stadtbezirks: 61.764
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 21
- Fläche in Hektar: 2.983,79
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

Das könnte Sie auch interessieren

Top