Forstenried

Heilig-Kreuz-Kirche in Forstenried Galerie

Forstenried ist ein erster Linie ein Wohnviertel. Es besitzt einen weitestgehend erhaltenen, historischen Dorfkern. Überregional bekannt ist Forstenried aufgrund der Heiligkreuz-Kirche, deren romanischem Kruzifix Wunderwirkung nachgesagt wurde. Mit dem Forstenrieder Park grenzt ein beliebtes Naherholungsgebiet an den Stadtteil an.

Forstenrieder Park: Sport, Entspannung und wilde Tiere

Forstenrieder Park, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, streng genommen ist der Forstenrieder Park nicht mehr Teil Forstenrieds. Dieser Umstand dürfte aber den meisten Stadtteilbewohnern beziehungsweise den Münchnern allgemein ziemlich egal sein, denn schließlich ist der Forstenrieder Park eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der bayerischen Landeshauptstadt. Im Park sind über 43 Kilometer Rad- und Wanderwege angelegt, auch für Reiter gibt es speziell präparierte Wege. Für sportliche Betätigung ist der Park somit bestens geeignet: Im Sommer erfreut er sich bei Joggern oder Inlineskatern großer Beliebtheit, im Winter kann man hier zudem Langlaufen, wenn es die Schneelage zulässt.

Forstenrieder Park, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Wenn man schon im Forstenrieder Park ist, sollte man auch dem Wildpark einen Besuch abstatten. Rund um den abgezäunten Bereich wurden Beobachtungsstellen eingerichtet, von welchen aus man unter anderem Füchse, Dachse, Dam- und Rotwild sehen kann. Vor allem für Kinder ist das ein spannendes Erlebnis. In den Wintermonaten gibt es hier oft Schaufütterungen. Zudem besteht die realistische Chance, dass man Wildschweine in ihrem natürlichen Lebensraum erblickt. In der Regel sind die Tiere nicht gefährlich, dennoch sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen, wenn man einem Wildschwein im Forstenrieder Park begegnet. Das Füttern der Tiere ist übrigens verboten.

Shopping, Essen und Übernachten

Alte Gebäude prägen den Ortskern

Wirtshaus Alter Wirt in Forstenried, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Prägend für das Bild des Stadtteils ist der historische Dorfkern. Bäuerliche Anwesen, teilweise noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind hier noch weit verbreitet. Der „Alte Wirt“ ist eines der Häuser, an denen man das ursprüngliche Erscheinungsbild des Dorfes Forstenried noch nachvollziehen kann. Insbesondere entlang der Forstenrieder Allee lassen sich noch viele Spuren der alten Gebäude finden. Die meisten sind natürlich inzwischen renoviert worden, doch gibt es noch einige, die zumindest in ihrer äußeren Fassade an die vergangenen Jahrhunderte erinnern.

Heiligkreuz-Kirche: Kruzifix mit Wunderwirkung?

Heilig-Kreuz-Kirche in Forstenried, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Im Zentrum des historischen Ortskerns steht die Heiligkreuz-Kirche. Der spätgotische Bau entstand im 15. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert mit barocken Elementen umgestaltet. Weit über die Grenzen Münchens hinaus berühmt ist die Kirche aber für ihr romanisches Kruzifix. Es stammt aus dem Kloster Andechs und wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Das Kreuz soll sich bereits seit dem 13. Jahrhundert in Forstenried befinden. Da man ihm im Mittelalter Wunderwirkung zusprach, wurde Forstenried zu einem Wallfahrtsort für gläubige Katholiken. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde schließlich die Heiligkreuz-Kirche errichtet.

Wohnen in Forstenried: Beliebt bei Familien

Wohngegend in München Forstenried, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Abseits des historischen Ortskerns dominieren vor allem die größeren Wohnanlagen das Bild Forstenrieds. In den 1960er Jahren, als der Wohnraum in München knapp wurde, zog man in Forstenried – ähnlich wie im benachbarten Fürstenried – große Wohnanlagen hoch, um die Wohnsituation in der bayerischen Landeshauptstadt zu entschärfen. Daneben gibt es aber auch moderne Ein- und Mehrfamilienhäuser, die vor allem bei Familien sehr begehrt sind. Denn obwohl man die Münchner Innenstadt bequem und schnell von Forstenried aus erreichen kann, lebt man dennoch in den meisten Ecken des Stadtteils relativ ruhig.

Forstenried kurios

Ungefähr 60.000 Menschen pilgerten im Juni 1906 in den Forstenrieder Park, um sich eine ziemlich neue, ziemlich laute Erfindung anzusehen: Bei der Herkomer Rally rasten 159 Teilnehmer über eine Strecke, die von Frankfurt nach Österreich und wieder nach München, genauer: durch den Forstenrieder Park, führte. So mancher Münchner dürfte dabei zum ersten Mal eines dieser seltsamen „Automobile“ gesehen haben. Jedenfalls trug die Herkomer Rally ihren Teil dazu bei, die Popularität des Autos in Deutschenland zu steigern. Gewinner der Herkomer Rally 1906 war übrigens Dr. Richard Stöss mit seinem Horch 18/20.

Bad Forstenrieder Park

Im Stadtteil liegt das Bad Forstenrieder Park. Vor allem bei Wassersportlern ist das sogenannte „Stäblibad“ sehr beliebt, denn Bahnschwimmer und Leistungstaucher finden hier optimale Bedingungen vor. Wer nach dem Sport ein wenig entspannen möchte, hat mit dem asiatischen Wellness-Garten eine perfekte Option dafür. Auch die finnische Sauna, das Dampfbad und der Kneipp-Bereich eignen sich perfekt zum Relaxen.

Mehr Informationen zum Bad Forstenrieder Park

 

Forstenrieder Sehenswürdigkeiten

Kriegerdenkmal in Forstenried, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Neben der Heiligkreuz-Kirche lohnt auch die Pfarrkirche St. Karl Borromäus am Genfer Platz einen Besuch. Vor allem die weit vorgezogene Altarinsel ist in deutschen Sakralbauten nicht alltäglich. Das Kriegerdenkmal in der Forstenrieder Allee aus dem Jahr 1922 sollte man sich ebenfalls ansehen, wenn man im Stadtteil ist. Das Forsthaus Hubertus, zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und am Ende der Forstenrieder Allee gelegen, ist durch seine historisierende Bauweise einen Blick wert. Zumal sich hier einen Biergarten befindet, der zum Verweilen einlädt.

Historisches: Der gerodete Forst

Der Ortsname "Forstenried" wird 1166 zum ersten Mal als "Uorstersriet" erwähnt. Der Name bedeutet abgeleitet "Rodung im Forst". Das Dorf war Jahrhunderte lang sehr bäuerlich geprägt. Im Jahre 1912 wurde Forstenried nach München eingemeindet.

Insidertipp für Forstenried

Am Forstenrieder Park befindet sich ein Hochzonenbehälter, in dem unter anderem Quellwasser aus dem Mangfalltal gespeichert wird und der von großer Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Münchens ist. Das Areal darf zwar nicht betreten werden, aber die Stadtwerke München bieten häufig kostenlose Führungen durch die Anlage an.

Abgrenzung Forstenried

Forstenried liegt zwischen Fürstenried im Westen und Obersendling und Solln im Osten und gehört zu den südlichen Stadtteilen Münchens. Im Süden ist die Stadtgrenze. Forstenried ist direkt über die U-3 Richtung Fürstenried an das städtische Verkehrsnetz angebunden.

Forstenried in Zahlen

Forstenried bildet zusammen mit Obersendling, Fürstenried, Thalkirchen und Solln den Münchner Stadtbezirk 19.

- Einwohner des Stadtbezirks: 96.199
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 54
- Fläche in Hektar: 1.776,31
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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