Hasenbergl

Stadtteilspaziergang Hasenbergl Galerie

Besser als sein Ruf – es gibt wohl kaum einen Münchner Stadtteil, auf den dieser Satz mehr zutrifft als auf das Hasenbergl. Lange als „sozialer Brennpunkt“ diskreditiert, ist es in den letzten Jahren zu einem beliebten Wohnviertel geworden – auch für Familien. Das liegt nicht zuletzt an den nahegelegenen Erholungsmöglichkeiten wie der Panzerwiese oder dem Fasaneriesee.

Erholungsmöglichkeiten: Seen und Wiesen

Fasaneriesee

Natürlich prägen die großen, nicht immer schön anzusehenden Betonblöcke bis heute das Bild des Stadtteils. Dass es hier auch wunderschöne Erholungsgebiete, Grünflächen und andere Freizeitmöglichkeiten gibt, hat sich möglicherweise noch nicht überall herumgesprochen. Dabei gibt es mit dem Fasaneriesee und dem Lerchenauer See zwei sehr schöne Badeseen direkt neben dem Hasenbergl, die bei schönem Wetter zu beliebten Münchner Treffpunkten werden. Schwimmen, Grillen oder einfach nur in der Sonne faulenzen – wer ein paar unterhaltsame Stunden mit seiner Familie verbringen möchte, ist hier auf jeden Fall richtig.

Holzschiff auf dem Abenteuerspielplatz ABIX, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Die Panzerwiese liegt zwischen den Stadtteilen Hasenbergl und Harthof. Sie ist ein echtes Sammelsurium für Pflanzenliebhaber, denn auf den fast 200 Hektar Fläche finden sich über 180 verschiedene Pflanzenarten. Aber auch für Kinder ist die Panzerwiese ein idealer Ort, um herumzutoben und Drachen steigen zu lassen. Außerdem trägt der ABIX-Abenteuerspielplatz, mit über 12.000 Quadratmetern Fläche einer der größten Münchens, zum kinderfreundlichen Bild des Hasenbergls bei. Nicht zuletzt wegen dieser Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten ziehen immer mehr Familien in den Stadtteil.

Shopping, Essen und Übernachten

Spielplätze und ein "inoffizieller" Treffpunkt

großer Spielplatz im Hasenbergl, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Auffällig sind auch die zahlreichen Spielplätze im Hasenbergl. Das liegt daran, dass das Viertel als Siedlung konzipiert wurde und die Stadtplaner damals darauf achteten, zwischen den Wohnblöcken großzügige Grünflächen zu installieren. Das Hasenbergl hat zwar im Gegensatz zu anderen Münchner Stadtteilen keinen historischen Ortskern. Mittlerweile hat es sich aber eingebürgert, dass sich die Bewohner des Viertels am Mira Einkaufszentrum treffen – auch wenn es streng genommen bereits zum Stadtteil Am Hart gehört. Hier lässt sich am Brunnen und auf den zahlreichen Bänken jedenfalls gut verweilen.

Sehenswürdigkeiten im Hasenbergl

Ehemalige Trambahnhaltestelle am Goldschmiedplatz, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

In einem noch jungen Stadtteil wie dem Hasenbergl sind die Sehenswürdigkeiten selbstverständlich nicht so breit gestreut wie am Odeonsplatz oder am Marienplatz. Dennoch gibt es ein paar Orte, die man sich einmal näher ansehen sollte, wenn man im Viertel ist. Zum Beispiel die Pfarrkirche St. Nikolaus mit ihrem beeindruckenden freistehenden, kegelförmigen Spitzturm. Interessant anzusehen ist auch die Kirche Mariae Sieben Schmerzen, die mit ihrem pyramidenförmigen Dach einen Hauch Ägypten in den Stadtteil bringt. Außerdem gibt es noch die Evangeliumskirche, zu der auch das Grüß-Gott-Haus mit Jugendräumen gehört. Ein netter Platz zum Verweilen ist auch der Goldschmiedplatz, an dem früher die Trambahn wendete.

Hasenbergl kurios

Manchem dürfte vielleicht bekannt sein, dass der berühmte Musiker und Kabarettist Willy Astor im Hasenbergl aufgewachsen ist. Was vielleicht weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass Astor bis zu seinem 16. Lebensjahr ein leidenschaftlicher Akkordeonspieler war, der vor allem Walzer in seinem Repertoire hatte. Wenn er allerdings mit seinen Freunden aus dem Wohnblock an den nahen Seen entspannte, fiel ihm auf, dass die Frauen seine gitarrenspielenden Kumpels sehr viel interessanter fanden als ihn und sein Akkordeon. So war es nur logisch, dass sich Astor mit 16 auch eine Gitarre besorgte. Der Rest ist Geschichte – und sie beginnt im Hasenbergl…

Historisches: Vom Jagdgebiet zur Großsiedlung

Einfamilienhäuser und Hochhäuser, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Im Gebiet Hasenbergl gingen die bayerischen Kurfürsten auf Kaninchenjagd. Daher stammt der Name Hasenbergl, früher "Kaninchenberg". Das Stadtquartier Harthof südlich davon wurde ursprünglich militärisch genutzt. Im Jahr 1880 wurde ein Pulvermagazin mit Granatenfabrik errichtet. Aus dieser Zeit stammen die Backsteinbauten an der Schleißheimer Straße. Vom Harthof aus, einem Gutshof aus dem Jahre 1890, wurde das Gebiet schließlich besiedelt. Um 1950 entstanden die ersten Eigenheimsiedlungen, die aus einem früheren Kriegsgefangenen- und dann, nach Kriegsende, Flüchtlingslager hervorgingen. Auch das nahegelegene Stadtquartier Harthof wurde in Richtung des heutigen Hasenbergls erweitert.

Insidertipps für das Hasenbergl

  • Im Kulturzentrum 2411 finden oft kostenlose Theateraufführungen, Ausstellungen und Konzerte statt. Ein Besuch lohnt sich.
  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.

Abgrenzung Hasenbergl

Im Norden ist die Panzerwiese die natürliche Grenze des Hasenbergls, während die östliche Abgrenzung zum benachbarten Stadtteil Am Hart die Schleißheimer Straße ist. Im Süden schließt der Rangierbahnhof der Deutschen Bahn das Viertel ab. Im Westen verläuft die Grenze entlang der Heidelerchenstraße, der Lerchenauer Straße und der Ratholdstraße. Dahinter beginnt der Stadtteil Feldmoching. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Hasenbergl über die U-Bahnlinie U2 am besten zu erreichen.

Hasenbergl in Zahlen

Das Hasenbergl bildet zusammen mit Feldmoching den Münchner Stadtbezirk 24.

- Einwohner des Stadtbezirks: 61.764
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 21
- Fläche in Hektar: 2.983,79
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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