Milbertshofen

Der Olympiapark von oben Galerie

Wenn man für Milbertshofen ein charakteristisches Wort suchen will, dann ist das nicht sonderlich schwer: Olympia. Olympiapark, Olympiastadion, Olympisches Dorf – die Spiele von 1972 haben den Stadtteil nachhaltig geprägt. Aber nicht nur, denn schließlich hat mit dem Autohersteller BMW ein echtes Münchner Urgestein hier seinen Hauptsitz.

Milbertshofen: Das Gesicht der Olympischen Spiele

Olympiastadion, Foto: Stefan Strasser
Foto: Stefan Strasser

Als 1966 verkündet wurde, dass die XX. Olympischen Spiele in München stattfinden werden, sollte das auch für Milbertshofen weitreichende Folgen haben. Denn genau hier sollten große Teile der für die Spiele notwendigen Anlagen errichtet werden. Bis heute verleihen sie dem Stadtteil sein Gesicht. Das Olympiastadion (Anzeige), mit seiner gewagten Zeltdachkonstruktion, ist längst zu einem Münchner Wahrzeichen geworden. In der großen und kleinen Olympiahalle (Anzeige) treten die bekanntesten Künstler der Welt auf. Und vom Olympiaturm aus hat man wahrscheinlich den besten Blick auf die bayerische Landeshauptstadt.

Der Olympiasee im Olympiapark, Foto: Olympiapark München
Foto: Olympiapark München

Und dennoch: Das beliebteste „Überbleibsel“ der Münchner Spiele ist wahrscheinlich der Olympiapark (Anzeige) selbst. Die großzügige Grünanlage gehört zu den meistgenutzten Erholungsoasen der Stadt: Ob zur sportlichen Betätigung oder einfach nur zum Entspannen – Möglichkeiten gibt es hier en masse. Man kann mit dem Tretboot über den Olympiasee schippern oder sich mit dem vielfältigen Sportangebot auseinandersetzen: Von Fußball bis Basketball, von Volleyball bis Tennis – Sportinteressierte werden sich im Olympiapark sicher nicht langweilen.

Bild zur Ausstellung "Bucht der Seesterne" im Sea Life München., Foto: Sea Life München
Foto: Sea Life München

Wer mit seinen Kindern unterwegs ist, sollte auf jeden Fall mal in der spektakulären Unterwasserwelt des Sea Life vorbeischauen. Oder man feuert den EHC München in der Olympiaeishalle an. Im Stadion, in dem früher der FC Bayern und teilweise auch der TSV 1860 München ihre Spiele austrugen, finden heute oft Konzerte oder Events wie die Boulder-WM statt. Zudem ist eigentlich das ganze Jahr über auf dem früheren Olympiagelände einiges geboten: Etwa das Sommertollwood, das Theatron-Musikfestival oder das spektakuläre Feuerwerk beim Sommernachtstraum, um nur einige Beispiele zu nennen.

Shopping, Essen und Übernachten

BMW: Nicht nur spektakuläre Autos

BMW Welt München bei Nacht, Foto: Bucchi Francesco/Shutterstock.com
Foto: Bucchi Francesco/Shutterstock.com

Neben Olympia hat auch der Autohersteller BMW den Stadtteil nachhaltig geprägt. Am Petuelring steht die Firmenzentrale. Der weithin bekannte, vierzylindrige Hochhausbau ist das Herzstück des Konzerns. Auch das Museum des Autobauers ist auf dem Areal untergebracht. Seit 2005 befindet sich hier zudem die nicht minder spektakuläre BMW-Welt. Das futuristisch anmutende Gebäude dient unter anderem als Ausstellungsstätte und Auslieferungszentrum. Die Produktionsstätten der Bayerischen Motorenwerke nehmen einen nicht unerheblichen Anteil der Fläche Milbertshofens ein.

Wohnen: Zwischen Olympiadorf und Petuelpark

Aussicht vom Olympiaturm, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Wenn man das Olympische Dorf das erste Mal sieht, erschrickt man möglicherweise ein wenig aufgrund der riesigen Betonblöcke. Was Außenstehende nicht für möglich halten, ist, dass die frühere Athletenwohnstätte heute eines der beliebtesten Wohnquartiere Münchens ist. Natürlich liegt das an der Nähe zum Olympiapark, aber auch an der homogenen Zusammensetzung der Bewohner, die von Studenten über junge Familien bis zu älteren Menschen, die bereits unmittelbar nach den Spielen hier eingezogen sind, reicht.

Petuelpark, Foto: Nagy / Presseamt München
Foto: Nagy / Presseamt München

Milbertshofen ist allgemein dicht bebaut, große Wohnanlagen prägen das Stadtteilbild. Dies hat im Endeffekt zwei Gründe: Milbertshofen litt als Industriestandort stark unter den Bombardements während des Zweiten Weltkriegs, sodass große Teile der alten Gebäude zerstört wurden. Zum anderen fielen dem Ausbau des Frankfurter Rings ab 1957 viele der alten Bauernhäuser zum Opfer. Durch den Bau des Petueltunnels, der 2002 eröffnet wurde, konnte die Verkehrslage beruhigt werden. Zudem bekamen die Milbertshofener mit dem Petuelpark eine zweite, sehr schöne Grünanlage.

Milbertshofen kurios

Der Petuelring ist in Milbertshofen weithin bekannt. Woher der Name kommt, allerdings weniger: Er ist benannt nach Ludwig Petuel sen. und Ludwig Petuel jun. Der Vater zog 1868 nach Milbertshofen und erwirtschaftete hier ein Vermögen, von dem er große Teile in die Bausubstanz Milbertshofens steckte. Auch sein Sohn stellte immer wieder Grundstücke für städtebauliche Projekte zur Verfügung. Der Petuelring war im 19. Jahrhundert übrigens nur ein besserer Feldweg. Erst durch die Befestigung von Ludwig sen. wurde daraus eine richtige Straße. Aber ob sich der damalige Bauherr wohl hätte träumen lassen, was aus der nach ihm benannten Straße noch werden würde?

Milbertshofener Sehenswürdigkeiten

Neben den bereits erwähnten Örtlichkeiten gibt es noch ein paar andere Plätze, die man sich ansehen kann, wenn man in Milbertshofen unterwegs ist: zum Beispiel die beiden St.-Georg-Kirchen. Die Alte befindet sich am gleichnamigen Platz und stammt ursprünglich aus dem Jahr 1510. Die Neue ist am Milbertshofener Platz zu finden und wurde von 1910 bis 1912 von Eduard Herbert und Otho Orlando Kurz errichtet. Im Viertel gibt es auch mehrere Hochbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs etwa am Anhalter Platz oder in der Riesenfeldstraße. Im Olympischen Dorf erinnert eine Plakette an das Olympia-Attentat von 1972. Direkt am zentralen Curt-Mezger-Platz befinden sich außerdem das 2006 neu gebaute Kulturzentrum, das durch seine rötliche Außenfassade schon von Weitem zu sehen ist, sowie die 1964/65 erbaute evangelische Dankeskirche.

Olympia Schwimmhalle: Zwischen Wettkampf und Freizeit

Olympiaschwimmhalle, Foto: Robert Goetzfried
Foto: Robert Goetzfried

Einst als Wettkampfstätte der Olympischen Spiele im Sommer 1972 gebaut, ist die groß angelegte Schwimmhalle des Olympiabads auf dem Olympiagelände heute ein der Öffentlichkeit zugängliches Sport- und Freizeitbad. Zwar finden dort nach wie vor Meisterschaften und Trainingseinheiten statt, aber auch freizeitorientierte Gäste sind in den Becken der Olympia-Schwimmhalle mit dem, wie man sagt, "schnellsten Wasser der Welt" willkommen.
Mehr Informationen zur Olympia Schwimmhalle

 

Historisches: Die Industriestadt

Zum ersten Mal erwähnt wurde Milbertshofen im Jahre 1149 beziehungsweise 1152 als "Ilmungeshoven". In Milbertshofen waren von Anfang an Industrie, Gewerbe und Wohnen stark vermischt. Dies hing mit der frühzeitig einsetzenden Industrialisierung in diesem Ort zusammen. Im Jahre 1910 erhielt Milbertshofen den Status einer Stadt. Bereits drei Jahre später, 1913, wurde die Stadt Milbertshofen nach München eingemeindet.

Insidertipps für Milbertshofen

  • Wer das Olympiastadion mal aus einem anderen Blickwinkel sehen möchte, sollte unbedingt bei einer „Zeltdach-Tour“ mitmachen. Aber Vorsicht: Wie der Name schon sagt, sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein…
  • Das kulturelle Zentrum des Stadtteils ist das Kulturhaus Milbertshofen am Curt-Mezger-Platz. Hier gibt es des Öfteren Konzerte, Spieleabende und Künstler haben die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ein Besuch lohnt sich…
  • Münchner Momente: Kindheit im Olympiadorf

Lage Milbertshofen

Der Stadtteil Milbertshofen läuft im Süden entlang des Petuelring, einem Teilstück des Mittleren Rings, und umfasst das Olympiagelände. Im Norden läuft die Grenze entlang der Gleisanlagen der Deutschen Bundesbahn nördlich des Frankfurter- und Moosacher Rings. Im Westen grenzt Milbertshofen an Moosach, im Osten an Schwabing-Freimann. Milbertshofen ist über die U2 Richtung Feldmoching direkt an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Die U3 führt zum Olympiazentrum.

Milbertshofen in Zahlen

Milbertshofen bildet zusammen mit Am Hart Münchens Stadtbezirk 11.

- Einwohner des Stadtbezirks: 76.255
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 57
- Fläche in Hektar: 1.341,64
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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