Schwabing: Alle Infos zum Münchner Stadtteil

Das Siegestor mit Autovekehr auf der Leopoldstraße, Foto: muenchen.de/Lukas Fleischmann
Foto: muenchen.de/Lukas Fleischmann

Kneipen, Kleinkunst, Jugendstil: Das ist Schwabing in München

Schwabing, im Norden von München gelegen, galt früher als Stadtteil der Künstler und Bohème und ist heute eines der beliebtesten Wohn- und Ausgehviertel der Stadt. Für viele Münchner ist Schwabing nicht nur ein Stadtteil, sondern ein Lebensgefühl: Nachmittage im Café, Flanieren auf der Leopoldstraße, laue Abende im Englischen Garten und Kleinkunst rund um die Münchner Freiheit. Wir verraten, was es in Schwabing zu entdecken gibt.

Hotspots: Altschwabing und Münchner Freiheit

Münchner Freiheit , Foto: Stefan Strasser
Foto: Stefan Strasser

Wer von Schwabing spricht, meint oftmals Altschwabing, das Viertel zwischen Münchner Freiheit und Englischem Garten. Hier erwartet Euch ein belebtes Kneipen-, Café- und Restaurantviertel. Abgesehen vom Freizeitwert gibt es an der Münchner Freiheit viele Läden und Geschäfte für alle Einkäufe des täglichen Bedarfs. In den kleinen Seitenstraßen warten zum Teil wunderschöne Altbau-Häuser und ruhige Wohnblöcke. Kein Wunder, dass Schwabing eine der beliebtesten Münchner Wohngegenden ist.

Das hier immer was los ist, wusste schon Kult-Schauspieler Helmut Fischer - als Monaco Franze berühmt geworden - zu dessen Ehren vor dem Café Münchner Freiheit (Anzeige) eine Bronzestatue aufgestellt wurde.

Freizeit: Englischer Garten, Seehaus, Ungererbad und Co.

Biergarten am Seehaus im englischen Garten., Foto: muenchen.de/Falk Heller
Foto: muenchen.de/Falk Heller

Schwabingern mangelt es nicht an Freizeitangeboten. Erholungssuchende, Sportler und Hundebesitzer zieht es in den Englischen Garten. Dort liegen mit dem Aumeister und der Hirschau auch zwei beliebte Biergärten. Näher der Innenstadt am Kleinhesseloher See liegt das Seehaus (Kunde). Die Abkühlung an heißen Sommertagen holen sich Schwabinger am liebsten in einem der vielen Bäche im Englischen Garten oder im Freibad Ungererbad. Für die weniger warmen Tage gibt es an der Münchner Freiheit mehrere Kinos, die mit ihrem Programm zwischen Mainstream und Arthouse jeden Geschmack bedienen.

Was hat Schwabing kulinarisch zu bieten?
International oder bayerisch - der Stadtteil schmeckt einfach!
Restaurants in der Übersicht

Ausgehen in Schwabing: Leopoldstraße und Bar-Szene

Streetlife Festival Siegestor München, Foto: Tobias Hase
Foto: Tobias Hase

Von Kultkneipen wie dem Barschwein oder der Schwabinger 7 bis hin zu Stand-Up-Comedy-Bars wie dem The Cave – in Schwabing trifft sich ganz München auf ein Feierabendbier oder fancy Cocktails.

Als Ausgehmeile ist auch die Leopoldstraße bekannt. Denn sie ist eine der lebhaftesten Straßen Münchens - nicht nur wegen des hohen Verkehrsaufkommens. Etliche Geschäfte, Restaurants, Kneipen und Cafés reihen sich beiderseits des Fahrstreifens auf und insbesondere abends und am Wochenende gut besucht. Beim Streetlife Festival und Corso Leopold etwa verwandelt die Straße sich in eine belebte Fußgängerzone. Und wenn zufällig gerade Fußball WM oder EM ist, oder die Anhänger des FC Bayern die nächste Meisterschaft feiern dürfen, herrscht Ausnahmezustand auf der Feiermeile: Mit Public Viewing an allen Ecken und Tausenden Fans.

Kultur: Seidlvilla, Vereinsheim, Lustspielhaus und Co.

Seidlvilla- ein herrschaftliches Wohnhaus in Schwabing, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Schwabings Kulturprogramm wartet mit zwei Schwerpunkten auf: Einerseits dient die Seidlvilla als „Haus für Schwabing“ vielen gemeinnützigen Vereinen und der Volkshochschule als Veranstaltungsort.

Andererseits ist die Kabarettszene in Altschwabing, insbesondere rund um den Wedekindplatz und die Occamstraße, unter anderem mit dem Lustspielhaus, der Lach- und Schiessgesellschaft und dem Vereinsheim - das frühere „Bei Gisela“ - schon seit Jahrzehnten weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Dienstleistungen in Schwabing

Sehenswürdigkeiten: Siegestor, Sankt Sylvester, Erlöserkirche

Erste evangelische Kirche Schwabings - die Erlöserkirche, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Schwabings ist das Siegestor, an der Grenze zur Maxvorstadt. Etwas nördlich davon an der Leopoldstraße befindet sich die ungewöhnliche, 17 Meter hohe Skulptur „Walking Man“.

Das Schloss Suresnes, auch Werneckschlössl genannt, mitten in Altschwabing mit seinem kleinen Französischen Garten dient heute der Katholischen Akademie in Bayern als Tagungshaus. Mit Sankt Sylvester liegt eine der ältesten Kirchen Münchens in Schwabing. Die Erlöserkirche, die die Münchner Freiheit an der Nordseite abschließt, ist die älteste Evangelische Kirche Schwabings und für ihr lebendiges Gemeindeleben bekannt.

Shopping: Hohenzollernstraße - die Einkaufsmeile

Hohenzollernstraße, Foto: muenchen.de/Anette Göttlicher
Foto: muenchen.de/Anette Göttlicher

Auf der Hohenzollernstraße tummelt sich das typische Schwabinger Leben. Hier gehen diejenigen Münchner shoppen, denen es in der Fußgängerzone zu voll oder mainstreamig ist. Denn hier reiht sich eine kleine Mode-Boutique an die andere, internationale Labels, Dekoläden und Antiquitäten in Hinterhöfen an kleine Straßencafés und Lokale - und in den kleinen Seitenstraßen kann man wunderschöne Jugendstilbauten entdecken. Genau genommen gehört allerdings der Teil zwischen Friedrichstraße und Hohenzollernplatz bereits zu Schwabing-West.

Highlights - unsere Tipps fürs Viertel

Bayern Slam 2017 im Vereinsheim Schwabing, Foto: muenchen.de/Katy Spichal
Foto: muenchen.de/Katy Spichal

 

U-Bahnhof Münchner Freiheit: Preisgekröntes Design

Münchner Freiheit, Foto: MVG Christoph Stepan
Foto: MVG Christoph Stepan

Kennt Ihr das futuristische grün-weiße Gebilde an der Münchner Freiheit? Hier handelt es sich um die im Jahr 2009 umfassend renovierte MVG-Haltestation Münchner Freiheit, wo die U3 und U6 und diverse Bus- und Tramlinien verkehren. Mit ihrem markanten Tram- und Busbahnhof an der Oberfläche und dem U-Bahnhof mit Zwischengeschoss in knalligem Neongelb und kräftigem Blau ist sie durchaus sehenswert.

Für die Umgestaltung hat die MVG sogar einen Preis bekommen:  den „Local Rail Award“ der UITP (Internationaler Verband für öffentliches Verkehrswesen) in der Kategorie „Stops and stations“. Das Lichtkonzept stammt von Ingo Maurer. Inzwischen ist die ungewöhnliche Dachkonstruktion zu einem besonderen Merkmal des Stadtteils Schwabing geworden.

Historisches: vom Dorf zum Stadtteil

Schwabing wurde 782 unter dem Namen "Suuapinga" („Siedlung eines Schwaben“) erstmals erwähnt, ist also sogar fast 400 Jahre älter als München, das erst 1158 gegründet wurde. Im Schatten der mächtigen Residenzstadt jedoch blieb Schwabing bis ins 18. Jahrhundert ein kleines Dorf von Fischern und Milchbauern. Es wurde 1890 nach München eingemeindet, was zum großen Bauboom der Gründerzeit führte. Was heute als schicker Altbau gilt, wurde in Schwabing in der Zeit um 1900 errichtet. Im Jahr 1909 wurde Schwabing-West von Schwabing getrennt und zu einem eigenen Stadtteil.

Künstlerviertel: Schwabinger Bohème

Wassily Kandinsky, Improvisation 19, 1911, Foto: Städt. Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Foto: Städt. Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau

Schwabing wurde im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert durch seine Literaten und Künstler bekannt. Der Stadtteil genoss den Ruf eines Künstlerviertels. In den Künstlerkneipen verkehrten Maler wie Ernst Ludwig Kirchner und die Gruppe des "Blauen Reiters" um Wassily Kandinsky, Franz Marc und Paul Klee und Literaten wie Thomas Mann, Frank Wedekind und Joachim Ringelnatz.

Das Satireblatt "Simplizissimus" wurde zum Symbol für beißende Kritik. Die Kulturzeitschrift "Die Jugend" gab einer ganzen Stilrichtung, dem Jugendstil, ihren Namen. Zahlreiche Gebäudefassaden in Schwabing zeugen noch heute von dieser Epoche.

Schwabing kurios

Der damals noch unbekannte Udo Jürgens spielte des Öfteren im Lokal „Bei Gisela“ (dem heutigen Vereinsheim) Klavier, um sich etwas Geld zu verdienen oder wenigstens kostenlos einen Teller Gulaschsuppe zu bekommen - gekocht vom damals ebenso noch unbekannten Gerd Käfer.

Lage und Abgrenzung: Schwabing-Freimann und Schwabing-West

Die Strahlkraft der typisch Schwabinger Klischees ist so stark, dass das „gefühlte Schwabing“ sogar bis in die Türkenstraße und damit fast bis ins Museumsviertel in der Maxvorstadt reicht.

Dabei sind die Stadtteilgrenzen viel enger gezogen: Schwabing gliedert sich strenggenommen in zwei Stadtbezirke, nämlich Schwabing-Freimann, Bezirksnummer 12 (Ostteil) und Schwabing-West, Bezirksnummer 4 (Westteil). In diesem Artikel werden Schwabing und Freimann als eigene Stadtteile behandelt.

Schwabing beinhaltet einen Teil des Englischen Gartens und wird durch die Isar im Osten begrenzt. Entlang der Friedrichstraße und Leopoldstraße grenzt der Bezirk an Schwabing-West. Im Süden markiert das Siegestor die Grenze zur Maxvorstadt und dem Univiertel, dort geht auch die Ludwigstraße in die Leopoldstraße über. Auch die jüngeren Stadtquartiere Parkstadt Schwabing mit den markanten Highlight Towers sowie das Schwabinger Tor zwischen Leopold- und Berliner Straße gehören zu Schwabing. Die Domagkstraße bildet in etwa die Grenze zwischen der damaligen Stadt Schwabing und der damaligen Gemeinde Freimann im Norden.

Schwabing-Freimann in Zahlen: Stadtbezirk 12

Die Stadtteile Schwabing und das nördlich gelegene Freimann bilden zusammen den Stadtbezirk 12. Deshalb beziehen sich die folgenden Angaben auf den gesamten Bezirk.

Schwabing-Freimann, Stadtbezirk 12, in Zahlen:

- Einwohner des Stadtbezirks: 77.936
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 30
- Fläche in Hektar: 2.567,22

Mehr zu Freimann

(Zahlen: Statistisches Amt 2019)

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