Mobbing: Hilfe für Jugendliche

Trauriges Mädchen sitzt auf einer Treppe

Mobbing und seine Folgen können gravierend sein - wir vom JIZ München haben gemeinsam mit Fachleuten einige Infos für einen ersten Überblick und Anlaufstellen in München für euch zusammengestellt.

Mobbing ist ein Phänomen, das gerade in der Schule sehr häufig vorkommt. Wenn du wissen willst, was Mobbing genau ist oder was du dagegen tun kannst, wenn du oder auch ein Mitschüler Opfer von Mobbing wird, erfährst du hier! Jeder kann Opfer von Mobbing werden, darum gilt es zu handeln und Mobbing nicht einfach hinzunehmen!

Was ist Mobbing?

Experten verstehen unter Mobbing, wenn jemand dauerhaft und mit böser Absicht geschädigt wird. Dies kann aber in ganz verschiedenen Formen passieren. Nicht nur physische, sondern auch psychische oder verbale Gewalt, wie z.B. andauernde Beleidigungen, können Teil des Mobbings sein. Mobbing, das oft auch Bullying genannt wird, tritt besonders oft in bestimmten Systemen wie z.B. der Schule auf, wo eine hierarchische Struktur vorherrscht. In Zeiten wachsender Bedeutung des Internets, kommt auch das sogenannte „Cyberbullying“, also Mobbing via Internet, immer öfter vor.

Wichtig ist auch, Mobbing nicht mit einem Streit zwischen zwei gleich „starken“ Schülern zu verwechseln, denn beim Mobbing suchen sich die Täter gezielt ein vermeintlich schwächeres Opfer aus, um selbst Macht und Status zu gewinnen, das sie dann systematisch versuchen fertig zu machen.

Was tun bei Mobbing?

Wenn du das Gefühl hast, Opfer eines Mobbing-Prozesses zu sein, ist es zunächst wichtig zu wissen, dass es nicht an dir liegt! Die Täterinnen und Täter suchen sich ein Opfer aus, und dazu könnten sie jeden benutzen!

Mobbing ist nie etwas, was nur zwischen Täter und Opfer passiert, sondern die ganze Klasse ist beteiligt. Alle Schülerinnen und Schüler nehmen eine gewisse Rolle ein, sei es als Verteidiger des Opfers, als Unterstützer des Täters oder als stille Beobachter. Versuche also, die Mitschülerinnen und Mitschüler auf deine Seite zu bringen! Sprich sie an und sag ihnen, dass das Verhalten so nicht in Ordnung ist, denn es ist schwierig sich selbst aus seiner Rolle als Opfer zu befreien! Wende dich auch an deinen Lehrkraft oder eine andere Lehrkraft deines Vertrauens und schildere deine Situation und bitte um Hilfe. Lehrkräfte haben eine zentrale Rolle im Mobbingprozess, dann je nachdem ob sie das Verhalten des Täters dulden oder bestrafen, geht es weiter oder hört es bestenfalls auf.

Wichtig ist es auch, den oder die Täterinnen und Täter zu konfrontieren und zu sagen, dass man deren Verhalten nicht gut findet. So entgeht man auch der Gefahr, dass sie später behaupten, sie hätten gedacht, dass man alles lustig fand.

Unbedingt solltest du auch eine Art Protokoll führen, in dem du alle Anfeindungen gegen dich festhältst, um später genaue Angaben machen zu können und das Geschehene zu dokumentieren.

Was tun bei Cyber-Mobbing?

Bei Cybermobbing ist es besonders wichtig, seine Privatsphäre zu schützen. Dazu gehört auf jeden Fall, seine Passwörter geheim zu halten und keine persönlichen Daten zu veröffentlichen. Du solltest auch auf keinen Fall auf die Anfeindungen reagieren und genauso wie beim normalen Mobbing Beweise sammeln, z.B. durch Screenshots. Auch die Melde- oder Ignorierfunktionen der sozialen Netzwerke können dir helfen, um gegen das Cybermobbing vorzugehen. Außerdem solltest du wissen, dass man gegen Cybermobbing im schlimmsten Fall sogar strafrechtlich vorgehen kann!

Professionelle Hilfe

Wenn du das Gefühl hast, deine Mitschülerinnen und Mitschüler helfen dir nicht und die Lehrkräfte tun auch nicht genug, kannst du dir auch außerhalb der Schule Hilfe suchen, die dich berät und dir Tipps gibt, wie du weiter vorgehen kannst und wie du dich verhalten solltest:

Das Evangelische Beratungszentrum bietet unter dem Namen PIBS eine spezielle Beratung für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte an. Du bekommst hier nach telefonischer Vereinbarung einen individuellen Termin. Hier gibt es auch eine Anti-Mobbing-Gruppe für Kinder und Jugendliche.

PIBS
Landwehrstraße 22/4.OG
80336 München
Tel.: 089-59048170
Termine nach Vereinbarung
E-mail: pibs@ebz-muenchen.de
Internet: www.ebz-muenchen.de

Die Fachleute von PIBS bieten außerdem 1x im Monat eine kostenlose und anonyme Beratung zum Thema Mobbing im Jugendinformationszentrum (JIZ) an. Die nächsten Termine findest du hier. Bitte melde dich vorher im JIZ an! Du kannst auch deine Eltern oder eine andere Vertrauensperson mitbringen!

Außerdem gibt es verschiedene Stellen, die eine telefonische Beratung für Jugendliche anbieten und an die du dich anonym wegen allen Problemen wenden kannst. Zu nennen wäre hier:

  • INFOFON: 089/ 121 5000 (täglich 18 – 22 h) oder unter www.info4mux.de
  • Nummer gegen Kummer: 0800 / 111 0 333 oder 116111
    (Mo – Sa 14 – 20 h)

 

Das könnte Euch auch interessieren

Auch im Internet gibt es diverse Seiten, die Dir Informationen und Online-Beratungen zum Thema Mobbing zur Verfügung stellen, wir empfehlen:

Top