Stadtrat entscheidet am 20. Mai über vertieftes Konzept für Olympische und Paralympische Spiele
München konkretisiert Olympiabewerbung - auch Wirtschaft bekräftigt Unterstützung
(15. Mai 2026) München hat sein Konzept für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele weiter konkretisiert. Oberbürgermeister Dominik Krause, Sportreferent Florian Kraus und Olympiakoordinator Michael Asbeck informierten am 15. Mai über die wichtigsten Änderungen: ein kompakteres Sportstättenkonzept, neue Nachhaltigkeits- und Innovationsprojekte sowie zusätzliche Ansätze für Infrastruktur und Mobilität. Auch die bayerische Wirtschaft unterstützt die Münchner Bewerbung.
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Die News zur Münchner Olympia-Bewerbung auf einen Blick
- Worum geht es? München konkretisiert seine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele.
- Was ist der nächste Schritt? Das weiterentwickelte Konzept soll am 20. Mai dem Stadtrat zur Zustimmung vorgelegt werden.
- Welche Frist gilt? Die abschließenden Bewerbungsunterlagen müssen bis 4. Juni 2026 beim Deutschen Olympischen Sportbund eingereicht werden.
- Was ist neu im Konzept? Zusätzliche Sportarten, weniger temporäre Hallen und ein überarbeitetes Fußballkonzept mit kürzeren Wegen.
- Welche Schwerpunkte setzt München? Nachhaltigkeit: durch zirkulärer Spiele. Sowie Innovation: durch autonome Mobilitätslösungen.
- Wer unterstützt die Bewerbung? BIHK, Handwerkskammern, vbw und das Bündnis pro Olympia haben ein gemeinsames Memorandum für die Münchner Bewerbung übergeben.
Entscheidung im Stadtrat steht bevor
Das weiterentwickelte Konzept soll am 20. Mai der Vollversammlung des Münchner Stadtrats zur Zustimmung vorgelegt werden. Die endgültigen Bewerbungsunterlagen müssen anschließend bis zum 4. Juni 2026 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht werden.
Neue Sportarten und weniger temporäre Hallen
Im Vergleich zum bisherigen Konzept wurde das Sportstättenmodell an mehreren Stellen angepasst. Neu berücksichtigt werden Baseball für Männer und Softball für Frauen sowie Cricket, Flag Football, Lacrosse und Squash jeweils für beide Geschlechter. Diese Sportarten sind auch bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles im Programm.
Gleichzeitig reduziert sich die Zahl der temporären Hallen von fünf auf drei. Vorgesehen sind temporäre Hallen für Handball an der Messe, Volleyball im Olympiapark Süd und ein Velodrom für Bahnradsport im Olympiapark Nord. Squash ist im neu geplanten Quartier auf dem PaketPost-Areal vorgesehen.
Noch kürzere Wege beim Fußballturnier
Auch das Fußballkonzept wurde weiterentwickelt. Zusätzlich zur Arena in Fröttmaning sowie Spielorten in Nürnberg, Augsburg und Stuttgart werden nun auch das Stadion an der Grünwalder Straße, das Olympiastadion und Ingolstadt geprüft.
Dadurch könnten die Fußballteams erstmals im Olympischen Dorf untergebracht und stärker in das olympische Gesamtgeschehen eingebunden werden. Nach Angaben der Stadt sind dabei aber noch offene Punkte zu klären. Alternativ bleibt weiterhin die bisherige Variante eines süddeutschen Turniers mit weiteren Standorten in Baden-Württemberg möglich.
Olympia als Motor für Stadtentwicklung
Die Bewerbung soll auch zentrale Infrastrukturprojekte der Stadt- und Regionalentwicklung unterstützen. Gemeinsam mit MCube Consulting und Expert*innen der Technischen Universität München (TUM) wurden dafür 15 detaillierte Projektsteckbriefe entwickelt.
Die Olympiabewerbung soll bestehende Planungen mit einer klaren zeitlichen Perspektive versehen, politische Aufmerksamkeit bündeln und Ressourcen für die Umsetzung zentraler Vorhaben zusammenführen.
Fokus auf Nachhaltigkeit und Innovation
Besonders hervorgehoben werden zwei sogenannte „Power-Projekte“:
Das erste setzt auf „zirkuläre Spiele“: Planung, Bau, Betrieb und Nachnutzung olympischer Infrastruktur sollen konsequent auf Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden.
Das zweite Projekt beschäftigt sich mit autonomen Mobilitätslösungen. Im Mittelpunkt stehen autonome Shuttle-Systeme, die als flexible Ergänzung zum öffentlichen Verkehr getestet werden könnten – etwa für die Anbindung von Veranstaltungsorten oder für die sogenannte letzte Meile.
München sieht sich als aussichtsreiche deutsche Bewerbung
Die Stadt verweist auf mehrere Vorteile im nationalen Wettbewerb: das olympische Erbe von 1972, bestehende Sportstätten, internationale Bekanntheit sowie breite Unterstützung in der Bevölkerung. Die Weiterentwicklungen des Konzepts sollen diese Stärken zusätzlich unterstreichen.
Memorandum: Wirtschaft stellt sich hinter die Bewerbung
Am Nachmittag übergaben Vertreter des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), der Handwerkskammern, der vbw sowie des Bündnisses pro Olympia ein gemeinsames Memorandum an Ministerpräsident Markus Söder, Oberbürgermeister Dominik Krause und Innenstaatssekretär Sandro Kirchner. Darin bekräftigt die Wirtschaft ihre Unterstützung für Olympische und Paralympische Spiele in München.
„Spiele der kurzen Wege“ als Standortvorteil
Die Wirtschaftsvertreter heben besonders das kompakte Konzept mit zentralen Wettkampfstätten hervor. München verfüge über große Erfahrung mit internationalen Veranstaltungen und könne Olympia wichtige Impulse für Infrastruktur, Wohnungsbau und den Wirtschaftsstandort geben. Auch das nachhaltige Erbe der Spiele von 1972 wirke bis heute positiv für die Stadtentwicklung.