Breite Unterstützung für nachhaltige und innovative Spiele
Münchner Stadtrat stimmt mit großer Mehrheit für vertieftes Olympiabewerbungskonzept
(20. Mai 2026) Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat in seiner heutigen Vollversammlung mit großer Mehrheit erneut die Unterstützung einer Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) um Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 in München erklärt. Zugleich wurde dem finalen Konzept zugestimmt, das vom Referat für Bildung und Sport in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Referaten sowie dem Freistaat Bayern, Wissenschaft, Wirtschaft und organisiertem Sport in den letzten Monaten ausgearbeitet wurde.
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Die News zur Münchner Olympia-Bewerbung auf einen Blick
- Worum geht es? München konkretisiert seine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele.
- Was ist der nächste Schritt? Die finalen Unterlagen müssen bis 4. Juni 2026 beim DOSB eingereicht werden.
- Was ist neu im Konzept? Zusätzliche Sportarten: Baseball (Männer) und Softball (Frauen) sowie Cricket, Flag Football, Lacrosse und Squash wurden als Ergänzungssportarten hinzugefügt. Außerdem: weniger temporäre Hallen und ein überarbeitetes Fußballkonzept mit kürzeren Wegen.
- Welche Schwerpunkte setzt München? Nachhaltigkeit durch zirkuläre Spiele und Innovation durch autonome Mobilitätslösungen.
- Wie geht es weiter? Der DOSB bewertet die Konzepte der Bewerberregionen. Die Entscheidung fällt am 26. September 2026 in Baden-Baden.
Sportstätten, Stadtentwicklung und Powerprojekte konkretisiert
Wesentliche Veränderungen betreffen die Optimierung des Sportstättenkonzepts und damit auch des Ticketpotenzials. Darüber hinaus wurden für die geplanten Stadtentwicklungsprojekte in den Bereichen Mobilität, Grünanlagen und Unterbringung/Wohnen in Zusammenarbeit mit MCube Consulting und Expert*innen der Technischen Universität München (TUM) detaillierte Steckbriefe erarbeitet.
Darin werden erstmals die zentralen Stadtentwicklungsprojekte mit einer einheitlichen Systematik in verschiedenen Kategorien gebündelt bewertet:
- Kosten und Finanzierung
- quantitativer und qualitativer Mehrwert
- Machbarkeit und Zeitplan sowie
- mögliche negative Folgen inklusive Maßnahmen zu deren Minderung.
Die Stadtentwicklungsprojekte werden ergänzt durch übergeordnete sogenannte „Powerprojekte“, die über einzelne Infrastruktur- oder Entwicklungsmaßnahmen hinausgehen.
Neue Ergänzungssportarten, Fußballteams im Olympischen Dorf und „Olympische Wiesn“
Beim Sportstättenkonzept überzeugt die Münchner Bewerbung weiterhin durch ihre enorme Kompaktheit, die über die „One Village“-Definition des DOSB hinausgeht, wonach die Reisezeit vom Olympischen Dorf zur Wettkampfstätte maximal eine Stunde betragen soll: Bei 90 Prozent der Sportstätten beträgt die Reisezeit weniger als 30 Minuten, rund die Hälfte aller Sportarten wird sogar nur auf der Fläche des weltweit einzigartigen Olympiaparks ausgetragen; mehr als 90 Prozent der Athlet*innen würden im Dorf untergebracht. Konkret gibt es im Vergleich zum bisherigen Sportstättenkonzept unter anderem folgende Neuerungen:
Die Sportarten Baseball (Männer) und Softball (Frauen) sowie Cricket, Flag Football, Lacrosse und Squash wurden dem Programm als Ergänzungssportarten hinzugefügt.
- Die Sportart Squash wird dabei im neuen Quartier des PaketPost-Areals ausgetragen.
- Zwei temporäre Hallen am Standort Messe konnten eingespart werden.
- Für die beiden Fußballturniere (Männer/Frauen) wurde zusätzlich ein Konzept noch kürzerer Wege entworfen. Es beinhaltet neben den im bisherigen Konzept geplanten Standorten Allianz Arena, Nürnberg, Augsburg und Stuttgart nun neu das Stadion an der Grünwalder Straße, das Olympiastadion (für ausgewählte Spiele der Gruppenphase) und den Standort Ingolstadt und verzichtet auf weiter entfernte Stadien.
Dadurch könnten erstmals alle Fußballteams im Olympischen Dorf untergebracht und vollständig in das Olympische Geschehen eingebunden werden. - Eine besondere Rolle spielt die Theresienwiese mit der Idee einer „Olympischen Wiesn“ auf einem Teilareal, um das Lebensgefühl und die besondere Atmosphäre des Oktoberfestes bereits während der Spiele erlebbar zu machen. Ergänzt würde dies durch die Einrichtung des Volunteer Centers als zusätzlichen belebenden Faktor.
Zudem wäre die Theresienwiese Standort von Wettkämpfen - aktuell geplant mit der Sportart Beachvolleyball, die bestens in dieses bunte Gesamtbild passen würde.
Impulse für ganz Deutschland durch Powerprojekte Zirkuläre Spiele und Autonomes Fahren
Zwei so genannte Powerprojekte unterstreichen im vertieften Konzept noch einmal die wesentlichen Stärken der Münchner Bewerbung: Nachhaltigkeit und Innovationskraft. Sie verdeutlichen zugleich, wie aus dem Münchner Konzept Impulse entstehen, die modellhaft umgesetzt und auf andere Regionen in Deutschland übertragen werden können.
Zirkuläre Spiele
Eines der Powerprojekte trägt den Titel „Grünes München + Zirkuläre Spiele“. München entwirft hier die Vision der ersten wirklich zirkulären Olympischen und Paralympischen Spiele der Welt. Das Projekt soll zeigen, dass eine Großveranstaltung nicht auf Kosten der Zukunft geht, sondern aktiv zur Verbesserung der Stadt beiträgt. Alle Materialien, Infrastrukturen und Prozesse folgen daher dem Prinzip der Zirkularität.
Die einzelnen Effekte werden messbar gemacht und München will damit den Beweis erbringen, dass zirkuläre Städte funktionieren. Konkrete Maßnahmen sind hier zum Beispiel zirkuläres Bauen und Infrastruktur, Klimaanpassung im öffentlichen Raum sowie Urban Mining und Materialkreisläufe.
Autonomes Fahren
Das zweite zentrale Powerprojekt „Autonomes Fahren“ nutzt die Spiele als Katalysator für die Umsetzung von autonomem Fahren im ÖPNV und etabliert ein integriertes Mobilitätssystem, das den ÖPNV ergänzt und neue Angebote schafft. Ziel ist eine nahtlose und effiziente nachhaltige Mobilität, die im Stadtraum sichtbar und über die Spiele hinaus wirksam ist.
Hierzu sollen innovative Mobilitätslösungen frühzeitig in den Realbetrieb überführt und im Rahmen der Spiele als skalierbare Demonstrationsprojekte etabliert werden. Im Fokus stehen Maßnahmen wie autonomes Fahren im ÖPNV, autonome Rikscha-Shuttles oder eine datenbasierte Verkehrssteuerung zur Optimierung von Verkehrsflüssen.
Weiterer Entscheidungsweg bis zum 26. September
Im nächsten Schritt wird das finale Konzept nun bis zum 4. Juni zusammen mit einem umfangreichen Fragenkatalog beim DOSB eingereicht. Dieser umfasst 25 Fragenbereiche zu fünf wichtigen Nachhaltigkeitsfeldern: dem „Spirit of the games“, der sportlichen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit sowie der Perspektive der Jugend.
Die Konzepte der vier Bewerberregionen werden anschließend durch den DOSB evaluiert. Dabei werden auch die olympischen Spitzenverbände sowie der Bund einbezogen. Die abschließende Entscheidung, welche Region für die internationale Bewerbung ausgewählt wird, fällt dann auf der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026 in Baden-Baden.
Konkretisierte Olympiabewerbung wurde am 15. Mai vorgestellt
Oberbürgermeister Dominik Krause, Sportreferent Florian Kraus und Olympiakoordinator Michael Asbeck informierten am 15. Mai über die wichtigsten Änderungen: ein kompakteres Sportstättenkonzept, neue Nachhaltigkeits- und Innovationsprojekte sowie zusätzliche Ansätze für Infrastruktur und Mobilität.
Weitere Informationen zur Olympiabewerbung
Detaillierte Karten mit den Zuordnungen der Sportarten zu den Wettkampfstätten, beispielhafte Visualisierungen einzelner Sportstätten sowie alle Steckbriefe der Stadtentwicklungsprojekte finden sich auf www.olympiabewerbung-muenchen.com unter „Kontakt & Presse“ sowie „Venues & Sportarten“.