Krampuslauf über den Münchner Christkindlmarkt 2018

Schon am 9.12. haben beim ersten Krampuslauf Gruppen aus Bayern, Österreich und Südtirol die Vielfalt des Krampusbrauchtums gezeigt. Aber auch der zweite, kleinere Lauf hatte es in sich!

Schaurig-schöne Krampusse in der Innenstadt

Gruselig, aber völlig harmlos! Am Münchner Christkindlmarkt waren wieder die Krampusse los: Beim großen Schaulauf des Brauchtums mit 300 Krampussen aus Bayern, Österreich und Südtirol am 9.12. und dem kleinen Krampuslauf der ersten Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl Pass“ mit befreundeten Gruppen am 23.12.

Finstere Masken und Kostüme - der Krampuslauf in Bildern

Das müsst Ihr zum Krampuslauf wissen

Laufweg kleiner Krampuslauf 2018, Foto: RAW
Foto: RAW
  • Sind die Krampusse gefährlich? Na gut, sie sehen schon ziemlich düster aus. Aber sie wollen nur spielen! Die erste Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl Pass“ betont, dass der Münchner Krampus ein lustiger Teufel sei, der auf dem Schaulauf hautnah zum Anfassen und Bestaunen zu sehen ist und nicht, um unartige Kinder zu rügen.
  • Wer ist beim Lauf dabei? Am 23.12. mischten die Krampusse von „Sparifankerl Pass“ mit befreundeten Gruppen den traditionsreichen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt auf. Insgesamt waren 20 Krampusse unterwegs.
  • Wo sind sie zu sehen? Um 16 Uhr stellten sich die Krampusse an der Sendlinger Straße/ Ecke Dultstraße auf. Der Laufweg führte von der Sendlinger Straße über die Rosenstraße, den Marienplatz und die Weinstraße, weiter über den Rathausinnenhof und den Marienplatz. Vor dem Alten Rathaus endete der Lauf. Der Laufweg am 23.12.2018 zum Download (PDF)
  • Was genau sind Krampusse? Der Krampus ist der unheimliche Geselle an der Seite des gütigen Nikolaus. Während letzterer bei unartigen Kindern gerne mal ein Auge zudrückt, rasselt der Krampus lieber furchteinflößend mit seiner Kette, um sich den nötigen Respekt zu verschaffen. Mehr erfahrt Ihr weiter unten.

Die Tradition des Krampuslaufs

Krampuslauf 2017, Foto: lionman
Foto: lionman

Das Krampuslaufen geht auf eine 500 Jahre alte Tradition aus dem alpenländischen Raum zurück. Bereits im 16. Jahrhundert zogen die sogenannten „Klabaufs“ aus: Schüler, Kantoren und Schulmeister der Frauenkirche und von St. Peter verkleideten sich als Bischöfe und verursachten angeblich derartige Unruhen, dass die Polizei ausrücken musste. Der Brauch des Krampuslaufs erfreut sich heute bei jungen Leuten wieder großer Beliebtheit.

Aufwändige und teure Kostüme

Masken der Krampus-Gruppe Sparifankerl-Pass, Foto: Sparifankerl-Pass
Foto: Sparifankerl-Pass

Die aufwändig gestalteten Kostüme werden jedes Jahr neu geordert und unterscheiden sich je nach Figur. Die Perchten, die ursprünglich den Winter austreiben sollten, tragen 4 bis 10 Hörner, während die Krampusse eine Zweihornmaske kennzeichnet. Die Kosten eines Kostüms liegen zwischen 1800 und 2500 Euro. Aber nicht nur kostspielig ist so ein Krampus-Outfit, sondern noch dazu ganz schön schwer. Eine Maske kann gut und gerne 10 Kilogramm auf die Waage bringen - kein Wunder, dass die Läufer nach dem Krampuslauf ganz schön außer Puste sind...

Die erste Münchner Krampusgruppe: Sparifankerl-Pass

Die Münchner Krampusgruppe „Sparifankerl-Pass“ läuft seit 2004 alljährlich über den Christkindlmarkt. Der Gründer der 20 Männer umfassenden Gruppe, Tom Bierbaumer, möchte das alpine Brauchtum wieder in die bayerische Landeshauptstadt bringen und organisiert den großen Krampuslauf. Er betont, dass der Münchner Krampus beim Schaulauf hautnah zum Anfassen und Bestaunen zu sehen ist und nicht, um unartige Kinder zu rügen. Meistens fürchten sich laut Bierbaumer ohnehin nur die Erwachsenen und nicht die Kinder.

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