Hinter den Kulissen des Christkindlmarkts: Kunsthandwerk mit Tradition

Traditionelle Zinnfiguren vom Christkindlmarkt, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher Die Zinnfiguren am Christkindlmarkt-Stand von Gunnar Schweizer entstehen in aufwendiger Handarbeit in der Familien-Manufaktur.

Lichter, Krippen, Sterne: Münchner Christkindlmarkt-Künstler im Portrait

Wie wird eine Krippenfigur geschnitzt? Worauf muss man beim Zinngießen achten? Wenn Ihr die vergangenen Jahre über den Münchner Christkindlmarkt geschlendert seid oder jetzt online bei den Ausstellern shoppt, habt Ihr Euch diese Fragen vielleicht auch schon gestellt. Findet heraus, wer hinter den künstlerischen und handwerklichen Arbeiten vom Christkindlmarkt steckt.

Ein echtes Original: Gunnar Schweizer und seine Zinnfiguren

Wenn Ihr schon mal am Christkindlmarkt-Stand von Gunnar Schweizer vorbeigeschaut habt, erinnert Ihr Euch bestimmt an den charismatischen Künstler und seine Engel, Weihnachtspyramiden und Figuren aus Zinn. Aber wisst Ihr eigentlich, wie aufwendig es ist, die kleinen Figuren herzustellen? Für jedes Kunstwerk sind insgesamt vier Einzelschritte nötig.

  • Wie wird’s gemacht? Zunächst fertigt der Künstler eine Zeichnung seiner Figur an. Diese graviert er dann Schritt für Schritt in einen Schieferstein, bis daraus die Form für die Zinnfigur entsteht. Beim Gießen selbst greift Gunnar auf eine spezielle Zinnlegierung zurück, damit die Figur so detailgetreu wie möglich wird. Im letzten Schritt wird die Figur von Hand bemalt – wobei man alle Figuren auch „nackert“ kaufen kann. Zum Selberbemalen!
  • Was ist das Besondere? Noch heute werden die Zinnfiguren in der Zinnmanufaktur Schweizer in Dießen am Ammersee von Hand gegossen. Dort kann man Gunnar Schweizer auch besuchen. Ansonsten findet Ihr die Schweizers in ihrem Münchner Laden in der Maxburgstraße.
  • Welche Tradition steckt dahinter? Vor mehr als 200 Jahren gründete Adam Schweizer seine Zinnmanufaktur, jedoch kann man die Zinngießer-Tradition der Familie sogar vor der Firmengründung noch weiter zurückverfolgen: Schon das Wittelsbacher Königshaus hat bei den Schweizers Christbaumschmuck bestellt.

Noch mehr Einblick in die traditionellen Arbeiten von Gunnar Schweizer gefällig? Dann besucht seine Webseite oder seinen Münchner Laden »»

Vom Entwurf bis zur Laser-Gravur: So entsteht ein „Münchner Licht“

, Foto: Charles & Angelika Porth
Foto: Charles & Angelika Porth Made in Munich: Angelika und Charles Porth zeigen die einzelnen Etappen der Windlichtfertigung in ihrer Werkstatt.

Ein Windlicht, das je nach Stimmung glitzernde Schneeflocken, Kinder mit Laternen, einen Schneemann oder die festliche Weihnachtskrippe zeigt? Gibt's nicht? Gibt es doch! Die Motive der Windlichter von Angelika und Charles Porth vom Münchner Licht könnt Ihr dank einsetzbarer Holzfurnierfolie ganz einfach austauschen und Euch so immer wieder aufs Neue daran erfreuen.

  • Wie wird’s gemacht? Die Lichter samt Motivfolien herzustellen, ist aufwendig. Von der Skizze bis zum fertigen Druck entsteht alles „made in Munich“ in der eigenen Werkstatt des Familienunternehmens. Hauptarbeit ist dabei der kreative Part, bei dem die Entwürfe per Hand gezeichnet, dann auf den PC übertragen und zuletzt mit einer speziellen Laser-Maschine graviert werden.
  • Was ist das Besondere? Die Windlichter sind nicht nur ein originelles Geschenk zur Adventszeit – es gibt auch Designs passend zu Geburtstag, Hochzeit und zu den beliebtesten Münchner Sehenswürdigkeiten wie der Frauenkirche, der Feldherrnhalle oder dem Chinesischen Turm.
  • Welche Tradition steckt dahinter? Die einzigartigen Windlichter werden seit 2005 von Familie Porth selbst entworfen, produziert und exklusiv vertrieben. Sie sind urheber- und markenrechtlich geschützt.

Ihr wollt nun auch in die Welt der Münchner Lichter eintauchen? Hier gelangt Ihr zur Webseite von Angelika und Charles Porth »»

Kripperl-Kunst mit Liebe zum Detail: zu Besuch bei Familie Gebauer

Aus Bairawies in der Nähe von Geretsried, knapp eine Stunde von München entfernt, kommen sie her, die aufwendig handgestalteten Krippen der Familie Gebauer. In der hauseigenen Werkstatt entstehen nicht nur die für den Familienbetrieb so bekannten orientalisch geprägten Weihnachtskripperl, sondern auch die dazugehörige Figuren und natürlich das benötigte Krippenzubehör.

  • Wie wird’s gemacht? Vom Schreinermeister Florian Gebauer werden die Krippen – gerne auch in Sonderanfertigung – entworfen und produziert. Mama Annemarie vollendet die Einzelstücke danach mit der gewünschten Bemalung und Dekoration. Und sollte mal etwas kaputt gehen, kein Problem! Natürlich könnt Ihr Eure Krippenfiguren zur Reparatur vorbeibringen.
  • Was ist das Besondere? Von Größe über Bemalung und Vergoldung bis zu spezieller Mimik und Gestik von Figuren: Bei den Gebauers gibt es keine Massenware. Der Kunde bestimmt, wie das Ensemble seiner Weihnachtskrippe aussehen soll.
  • Welche Tradition steckt dahinter? Die Familie Gebauer betreibt bereits seit 40 Jahren ihren Stand auf dem Münchner Kripperlmarkt. Gelernt hat Florian das Handwerk von Papa Wolfgang, der selbst Holzbildhauer, Krippenbauer und Restaurator war. Nach dessen Tod wurde das Geschäft von Annemarie und Florian übernommen.

So nehmt Ihr Kontakt mit den Gebauers auf: Meldet Euch einfach per E-Mail oder Telefon und lasst Euch beraten »»

Über 200 strahlende Sternleuchten: ein Blick ins Atelier Rausch

, Foto: LHM / Lukas Barth
Foto: LHM / Lukas Barth Die leuchtenden Sterne werden von Familie Rausch selbst entworfen und im eigenen, türkischen Familienbetrieb produziert

Weihnachtlich, bayerisch oder doch lieber orientalisch? Mit Glitzer oder aus Naturpapier? Bei den Sternleuchten von Familie Rausch wird man auf jeden Fall fündig. Denn nicht nur Engel, Hirsche oder Schneeflocken zieren die Sterne, sondern auch Mondsonnen, Blumen und Ornamente aus 1001 Nacht. Vielleicht habt Ihr die leuchtenden Sternen-Standl von Uta, Hizir und Milan sogar schon mal gesehen? Normalerweise findet man sie am Tollwood, beim Weihnachtsmarkt am Sendlinger Tor und am Münchner Christkindlmarkt auf dem Marienplatz.

  • Wie wird’s gemacht? Die einzelnen Sterndesigns entwerfen die Rauschs am heimischen Küchentisch oder in ihrem Atelier in der Hermann-Lingg-Straße im Februar und März, wenn es noch schön kalt und winterlich ist. Danach entsteht eine Druckvorlage in Zusammenarbeit mit professionellen Designern. Gefertigt werden die Sterne dann aus handgeschöpften, indischen Papieren zu fairen Bedingungen im eigenen Familienbetrieb in der Türkei.
  • Was ist das Besondere? Oft bleiben die Modelle nicht nur ein Jahr, sondern werden weiterentwickelt und bis zur nächsten Saison in Form und Farbe abgewandelt. So entstanden seit 1992 über 200 eigens kreierte Sternmotive.
  • Welche Tradition steckt dahinter? Auf die Idee zu nachhaltigen, ökologischen und fair produzierten Sternen kamen Uta Rausch und Hizir Kocaman bei einer Reise nach Indien. Seit über 20 Jahren erhellen ihre Sternleuchten nun die Münchner Weihnachtszeit.

Entdeckt die bunte Sternauswahl der Familie Rausch und bestellt Euren Weihnachtsstern einfach online »»

Krippen-Schnitzer aus Tradition: das Familienunternehmen Kreutz/Jaumann

, Foto: Michael Jaumann
Foto: Michael Jaumann Michael Jaumann führt die Holzbildhauerei Kreutz/Jaumann bereits in dritter Generation.

Seit über 70 Jahren ist das Familienunternehmen Kreutz/Jaumann auf dem Münchner Kripperlmarkt vertreten. In dritter Generation führt Michael Jaumann das Erbe seines Großvaters mit viel Liebe fürs Detail weiter. Besonders die Qualität seiner Produkte liegt dem gelernten Holzbildhauer aus Gröbenzell dabei am Herzen.

  • Wie wird's gemacht? Krippenfiguren, ganze Krippenhäuser, Tiere und Zubehör in allen Größen und Farben, religiöse Figuren wie Madonnen, Kreuze und Engel: All das wird hier selbst handgeschnitzt oder von namhaften Händlern aus Deutschland und Südtirol eingekauft. Nicht nur individuelle Einzelstücke und Sonderanfertigungen, auch Reparaturarbeiten oder Restaurierungen übernimmt der Familienbetrieb gerne für Euch.
  • Was ist das Besondere? Eine beliebte Besonderheit sind die bekleideten Krippenfiguren: Die Köpfe, Hände und Füße bestehen aus Ahornholz und der Körper ist elastisch. Über 40 verschiedenen Figuren könnt Ihr so ganz persönlich zurechtbiegen und anschließend auch selbst entscheiden, welche Schuhe und Bekleidung der Heilige tragen soll.
  • Welche Tradition steckt dahinter? In der schweren Nachkriegszeit begann der Firmengründer Josef Kreutz im Jahr 1946 mit der Herstellung von Weihnachtskrippen. Auf die bayerisch-barocke Krippenvariante erhielt er 1958 das Urheberrecht.

Mit einer kurzen E-Mail erhaltet Ihr Infomaterial, Bilder und Preise von Krippen Kreutz/Jaumann »»

X

CORONAVIRUS: DIE AUSWIRKUNGEN AUF MÜNCHEN

Alle Infos
Top