Deutsches Museum erhält historischen Transistor

Hans-Joachim Schulze (li.), Senior Principal in der Entwicklung von Infineon, übergibt dem Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl, den Transistor. , Foto: Deutsches Museum
Foto: Deutsches Museum

In Streichholzschachtel wiederentdeckt

(18.1.2019) Einer der ersten Transistoren der Welt ist künftig im Deutschen Museum zu sehen. Am Donnerstag übergab ein Infineon-Vertreter das Exponat als Dauerleihgabe an Generaldirektor Wolfgang M. Heckl. Das geschichtsträchtige Bauteil lagerte lange Zeit vergessen in einer Streichholzschachtel. Was den Transistor so bedeutend macht...

Die "Nummer 9" war wegbereitend für die deutsche Halbleiterindustrie

Der Transistor mit der Nummer 9 (li.) und der erste Nachbau der Firma Siemens vor der Streichholzschachtel, in der das Bell-Laboratories-Original jahrzehntelang aufbewahrt war., Foto: Deutsches Museum
Foto: Deutsches Museum

Die Geschichte des neuesten Exponats im Deutschen Museum liest sich fast wie ein Technologiekrimi. Bis das Stück aus der Halbleitertechnologie - ohne die kein Computer läuft - in München landete, war es ein langer Weg. Wie das Deutsche Museum am Donnerstag zur Präsentation des Transistors bekannt gab, wurde das Exponat in den 1950er Jahren zunächst unter höchster Geheimhaltung von US-Wissenschaftlern der Firma Bell entwickelt.

Auf einem Geheimtreffen 1952 mit westlichen Lizenznehmern - alleine die Teilnahme kostete 25 000 Dollar - bekamen Siemens-Mitarbeiter das Teil mit der handgeschriebenen Nummer 9 überreicht. Siemens baute nach diesem Vorbild Spitzen-Transistoren und wurde zu einem der führenden Halbleiterunternehmen. Laut Museum nahm einer der Mitarbeiter den Transistor vor Jahrzehnten mit nach Hause, steckte ihn in eine Streichholzschachtel und fand ihn erst per Zufall im Jahr 2006 wieder.

Direktor Heckl: "Wichtiges Exponat für das Deutsche Museum"

Eigentümer des historischen Halbleiter-Bauelements ist mittlerweile Infineon; das Unternehmen wurde vor 20 Jahren bei Siemens ausgegliedert. Hans-Joachim Schulze, Senior Principal in der Entwicklung von Infineon, hat das Stück nun dem Museum überreicht.

Generaldirektor Wolfgang M. Heckl freut sich über die Leihgabe: „Ohne Transistor gäbe es die Elektronik, wie wir sie heute kennen, nicht. Ohne diesen Transistor No. 9 hätte es zu diesem Zeitpunkt auch keinen Aufbau der deutschen Halbleiterindustrie gegeben. Er ist ein wichtiges Dokument der Technologiegeschichte – und ein wichtiges Exponat für das Deutsche Museum.“

Der Transistor ist mit weiteren Elektronik-Exponaten zunächst in einer kleinen Ausstellung zu sehen, bevor er im Jahr 2020 in der neuen Dauerausstellung Elektronik seinen endgültigen Platz findet.

(dpa/muenchen.de)

Im Bild ganz oben: Hans-Joachim Schulze (li.), Senior Principal in der Entwicklung von Infineon, übergibt dem Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl, den Transistor.

Im Bild unten: Der Transistor mit der Nummer 9 (li.) und der erste Nachbau der Firma Siemens vor der Streichholzschachtel, in der das Bell-Laboratories-Original jahrzehntelang aufbewahrt war.

Mehr zum Thema und Aktuelles aus München

Top