Stadtrat stellt Weichen für die U9

Visualisierung der künftigen Linie U9, Foto: SWM / MVG
Foto: SWM / MVG Visualisierung: So soll die neue Haltestelle der U9 am Hauptbahnhof aussehen

Neue U-Bahnlinie soll für Entlastung im Nahverkehr sorgen

(16.10.2019) Die U-Bahnlinie U9 ist eines der wichtigsten Münchner Verkehrsprojekte - sie soll neue Direktverbindungen schaffen und das Gesamtnetz entlasten. Nun hat der Stadtrat wichtige Beschlüsse gefällt, unter anderem für einen Bahnhof-Rohbau am Hauptbahnhof - und außerdem die Vorplanung der gesamten Strecke genehmigt. Wie es jetzt mit der U9 weitergeht.

Darum ist der Bau des Vorhaltebauwerks so wichtig

Am Münchner Hauptbahnhof werden derzeit bereits zwei große Zukunftsprojekte im Nahverkehr realisiert: Sowohl an der 2. S-Bahn-Stammstrecke als auch am neuen Empfangsgebäude des Bahnhofs wird bereits eifrig gewerkelt.

Nun kommt eine dritte Baustelle hinzu: Da die geplante U-Bahnlinie U9 zukünftig auch den Hauptbahnhof anfahren soll, muss bereits jetzt ein entsprechendes Vorhaltebauwerk errichtet werden. Das nur jetzt bestehende Zeitfenster ermöglicht so eine integrierte Gesamtlösung an der derzeit wahrscheinlich größten Baustelle der Stadt. Kostenpunkt: 393 Millionen Euro.

Der gemeinsame Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft sowie für Stadtplanung und Bauordnung hat heute einen entsprechenden Beschluss auf den Weg gebracht. Zusätzlich wurden auch die Kosten für die gesamte Vorplanung genehmigt. Die MVG spricht von einem Meilenstein und rechnet fest damit, dass der Beschluss in der kommenden Vollversammlung des Stadtrats bestätigt wird.

Oberbürgermeister Dieter Reiter nahm den Beschluss mit Freude zur Kenntnis: "Die U9-Spange ist die wichtigste Entlastungsstrecke für unser Münchner U-Bahn-Netz. Das ist heute ein richtig guter Tag für den öffentlichen Personennahverkehr!" Der Vorsitzende der MVG-Geschäftsführung und SWM Geschäftsführer Mobilität Ingo Wortmann ergänzt: "Wir freuen uns sehr, dass der Stadtrat mit dieser Entscheidung den Weg für die Vorhaltemaßnahme am Hauptbahnhof und die Vorplanung der Gesamtstrecke freigemacht hat."

Hier verläuft die neue U-Bahnlinie U9

Der Streckenverlauf der künftigen U9

Laut jetziger Planung ist die U9 insgesamt 10,5 Kilometer lang und verbindet Schwabing und Sendling via Hauptbahnhof miteinander. Dort soll ein neuer Umsteigepunkt mit direktem Übergang zur 2. Stammstrecke entstehen. Dadurch ergeben sich auch neue Direktverbindungen mit der U9, zum Beispiel kommt man dann ohne Umstiege vom Hauptbahnhof zur Allianz Arena.

Weitere neue Haltestellen sollen die U9 darüber hinaus noch attraktiver machen: Am Esperantoplatz ist ein neuer U-Bahnhof geplant, der die während des Oktoberfests an ihre Grenzen stoßende Station Theresienwiese entlasten soll. Außerdem werden die Halte Implerstraße und Poccistraße in einem Neubau zusammengelegt. In der Maxvorstadt sollen an den Pinakotheken und in Schwabing am Elisabethplatz ebenfalls neue Haltestellen errichtet werden, während man die bereits bestehenden Stops Theresienstraße und Münchner Freiheit nochmals erweitern will.

„Die U9 macht die Münchner U-Bahn zukunftsfähig. Sie wird unser Netz in der Innenstadt spürbar entlasten, den Betrieb stabilisieren und damit vor dem Kollaps bewahren. Die Neubaustrecke ist auch Voraussetzung für mehr Pünktlichkeit, zusätzliche Taktverdichtungen und Netzerweiterungen an den Außenästen", so Wortmann.

So geht es mit der U9 weiter

Die Ergebnisse der nun genehmigten Vorplanungen sollen 2024/2025 vorliegen. Dann wird auch über die finale Streckenführung entschieden. Anschließend können dann die Bauarbeiten für die gesamte neue Linie beginnen. Die MVG beziffert die geplante Bauzeit mit ca. zehn Jahren, sodass der erste Zug zwischen den Jahren 2035 und 2040 die Strecke befahren könnte.

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