Anschlag am 13. Februar 2025 mit zwei Toten und 44 Verletzten
Anschlag auf ver.di-Demo: Gedenken an Amel und Hafsa
Am 13. Februar 2025 wurde in der Münchner Maxvorstadt ein Auto gezielt in eine Streikdemonstration der Gewerkschaft ver.di gesteuert. Die städtische Mitarbeiterin Amel und ihre zweijährige Tochter Hafsa starben an ihren Verletzungen. 44 weitere Menschen wurden verletzt. München erinnert an die Opfer und alle Betroffenen.
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Kurzüberblick
- Tat: Anschlag auf einen ver.di-Demonstrationszug am 13. Februar 2025
- Ort: Ecke Seidlstraße/Karlstraße in der Maxvorstadt
- Opfer: Amel und ihre zweijährige Tochter Hafsa wurden getötet, 44 weitere Menschen verletzt
- Gedenken: Gedenkveranstaltungen am Tatort und ein dauerhafter Gedenkort am Flaucher
Amel und Hafsa im Mittelpunkt der Erinnerung
Amel arbeitete seit 2017 als Ingenieurin für die Landeshauptstadt München. Sie setzte sich für Gerechtigkeit, Solidarität, Gleichheit und Arbeitnehmer*innenrechte sowie gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung ein. Diese Werte wollte sie auch ihrer Tochter Hafsa mitgeben.
Die Familie dankte den Hilfs- und Pflegekräften sowie allen Menschen, die Anteilnahme zeigten. Zugleich bat sie eindringlich darum, Tod und Verlust nicht zu benutzen, „um Hass zu schüren und ihn politisch zu instrumentalisieren“.
👉 Im Mittelpunkt des Münchner Gedenkens stehen Amel und Hafsa, ihre Angehörigen, die 44 Verletzten und alle weiteren Betroffenen des Anschlags.
Was am 13. Februar 2025 geschah
Am Vormittag des 13. Februar 2025 fuhr der damals 24-jährige Farhad N. mit seinem Auto hinter dem von der Polizei begleiteten Demonstrationszug. Er überholte die Polizeifahrzeuge am Ende des Zuges, beschleunigte und steuerte den Wagen an der Ecke Seidlstraße/Karlstraße gezielt von hinten in die rund 1.500 Demonstrierenden.
Amel und ihre zweijährige Tochter Hafsa wurden tödlich verletzt und starben zwei Tage später im Krankenhaus. 44 weitere Menschen erlitten teils schwere oder lebensgefährliche Verletzungen. Rettungsdienst, Katastrophenschutz und psychosoziale Notfallversorgung kümmerten sich um die Betroffenen. Die Polizei nahm Farhad N. noch am Tatort fest.
👉 Beim Anschlag am 13. Februar 2025 steuerte Farhad N. in der Münchner Maxvorstadt ein Auto gezielt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft ver.di; Amel und Hafsa starben, 44 weitere Menschen wurden verletzt.
So erinnert München an die Opfer
In den Tagen nach dem Anschlag legten zahlreiche Menschen Blumen, Kerzen und Karten am Tatort nieder. Ein interreligiöser Gottesdienst im Münchner Dom, ein Kondolenzbuch im Rathaus und eine öffentliche Gedenkveranstaltung von ver.di gaben der gemeinsamen Trauer Raum.
Am ersten Jahrestag, dem 13. Februar 2026, erinnerten die Landeshauptstadt München und ver.di gemeinsam am Tatort an die Getöteten, Verletzten und weiteren Betroffenen.
Seit Oktober 2025 erinnern zudem eine Bank mit Gedenktafel und ein Kirschbaum am Flaucher an Amel und Hafsa. Die Familie hatte diesen Ort gewählt, weil sie dort oft spazieren ging und Zeit miteinander verbrachte.
Mehr zum Gedenkort für Amel und Hafsa >>
👉 München gedachte Amel und Hafsa mit öffentlichen Veranstaltungen am Tatort; ein Kirschbaum, eine Bank und eine Gedenktafel am Flaucher halten die Erinnerung dauerhaft wach.
Urteil gegen den Täter
Das Oberlandesgericht München verurteilte Farhad N. am 6. August 2026 unter anderem wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest.
Statement der Angehörigen
In einem Statement, das die Familie zur Veröffentlichung auch auf den Kanälen der Landeshauptstadt München und von muenchen.de freigegeben hat, wenden sich die Angehörigen an die Öffentlichkeit:
„Wir möchten uns zunächst bei denen herzlich bedanken, die aufrichtige Anteilnahme und Solidarität gezeigt haben. Wir bedanken uns bei den Hilfskräften, bei den Pflegekräften, Ärzt*innen für die gute Unterstützung, Begleitung und für den emotionalen Beistand. Amel ist in Algerien geboren und ist mit vier Jahren nach Deutschland gekommen. Sie studierte Umweltschutz in Köln und Bingen. Seit 2017 war sie Beschäftigte der Landeshauptstadt München als Ingenieurin. Sie war Projekt- und Sachgebietsleitung.
Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter Hafsa lebte sie seit 2017 in München. Amel war ein Mensch, der sich für Gerechtigkeit eingesetzt hat. War aktiv für Solidarität, Gleichheit und setzte sich für Arbeitnehmer*innenrechte ein und gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Ihr war es sehr wichtig, ihrer Tochter diese Werte mitzugeben.
Wir möchten bekräftigen, dass der Tod und der Verlust nicht benutzt werden, um Hass zu schüren und ihn politisch zu instrumentalisieren. Wir haben mit dieser Erklärung alles gesagt und möchten eindringlich darum bitten, von Anfragen abzusehen, da die Trauer und der Verlust nun im Vordergrund stehen.“
Familie und Freunde