Hütten im Wettersteingebirge
Berghütten bei Garmisch-Partenkirchen: Stützpunkte im Wetterstein
Das Wettersteingebirge ist die alpinste Ecke im Münchner Ausflugsradius: Hier stehen die Hütten an den großen Routen zur Zugspitze, am Fuß der Alpspitze und über der Höllentalklamm – vom bequem erreichbaren Kreuzeckhaus bis zum höchstgelegenen Schutzhaus Deutschlands.
Diese Übersicht zeigt die Hütten der Region mit Lage, Aufstieg, Betriebszeiten und Übernachtungsmöglichkeiten. Wichtig: Mehrere Hütten liegen an anspruchsvollen alpinen Routen – plant Touren hier besonders sorgfältig.
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Das Wichtigste im Überblick
- 📍 Wo: Wettersteingebirge rund um Garmisch-Partenkirchen, ca. 90 Kilometer südlich von München
- 🚆 Anfahrt: Mit dem Regionalzug direkt ab München Hauptbahnhof nach Garmisch-Partenkirchen (Deutschlandticket gilt), weiter mit Bus oder Zugspitzbahn
- 🥾 Für wen: Von der leichten Wanderung (Martinshütte) bis zu alpinen Mehrtagestouren (Reintal, Höllental)
- 🛏️ Übernachten: Auf den meisten Hütten möglich – Plätze vorab reservieren
- 💡 Gut zu wissen: Die Hütten im Wetterstein sind überwiegend Sommerhütten – die Saison reicht meist von Mitte Mai bis Anfang Oktober
Münchner Haus: Deutschlands höchstes Schutzhaus
Auf 2.959 Metern am Westgipfel der Zugspitze steht das höchstgelegene Schutzhaus der deutschen Alpen, seit 1897 betrieben von der Alpenvereinssektion München. Zur Einkehr kommt ihr bequem mit den Bergbahnen – erst mit der Zahnradbahn zum Zugspitzplatt, dann mit der Gletscherbahn zum Gipfel, oder direkt mit der Seilbahn ab Eibsee. Die Übernachtung ist dagegen kein Familienprogramm: Sie ist Bergsteiger*innen vorbehalten, die von hier die alpine Tour über den Jubiläumsgrat starten, und nur mit Reservierung möglich.
- Zugang: Mit den Bergbahnen bis zum Gipfel; zu Fuß nur über die alpinen Zugspitz-Routen (8 Stunden und mehr)
- Betriebszeiten: Sommersaison von etwa Mitte Mai bis Anfang Oktober – aktuelle Termine beim Alpenverein München & Oberland
- Übernachtung: Nur nach Reservierung und Bergsteiger*innen auf der Jubiläumsgrat-Tour vorbehalten
👉 Das Münchner Haus auf 2.959 Metern ist Deutschlands höchstgelegenes Schutzhaus – zur Einkehr mit den Bergbahnen erreichbar, die Übernachtung ist Bergsteiger*innen vorbehalten.
Schachenhaus: Am Königshaus auf dem Schachen
Auf 1.867 Metern unterhalb von König Ludwigs Schachenschloss gelegen: Der schönste Weg dorthin ist der „Königsweg" ab Elmau – knapp zehn Kilometer, gut drei Stunden. Oben lohnt neben der Einkehr auch der Blick in den Alpengarten.
- Aufstieg: Ca. 3 Stunden ab Elmau über den „Königsweg" (knapp 10 Kilometer)
- Betriebszeiten: Sommersaison von etwa Anfang Juni bis Mitte Oktober (witterungsabhängig)
- Übernachtung: Matratzen- und Bettenlager
👉 Das Schachenhaus erreicht ihr über den „Königsweg" ab Elmau in gut drei Stunden – direkt unterhalb des Königshauses am Schachen.
Kreuzeckhaus: Mit der Seilbahn zur Einkehr
Das Kreuzeckhaus auf 1.652 Metern ist die unkomplizierteste Höhen-Einkehr der Region: zu Fuß in rund 2,5 Stunden, mit dem Mountainbike oder ganz bequem mit der Kreuzeckbahn. Bei klarer Sicht reicht der Blick von hier bis nach München. Als eine der wenigen Hütten im Wetterstein hat sie auch im Winter geöffnet.
- Aufstieg: Ca. 2,5 Stunden zu Fuß, alternativ mit Seilbahn oder Mountainbike
- Betriebszeiten: Winter- und Sommersaison, etwa Mitte Dezember bis Mitte April und Mitte Mai bis Anfang November
- Übernachtung: Matratzen- und Bettenlager
👉 Das Kreuzeckhaus auf 1.652 Metern ist mit der Kreuzeckbahn erreichbar und hat als eine der wenigen Wetterstein-Hütten auch im Winter geöffnet.
Reintalangerhütte: Auf dem Weg zur Zugspitze
Die Reintalangerhütte auf 1.369 Metern liegt an der längsten, aber technisch leichtesten Route auf die Zugspitze. Durch das Reintal erreicht ihr sie je nach Variante in drei bis fünf Stunden – für viele der klassische Zwischenstopp auf der Zwei-Tages-Tour zum Gipfel.
- Aufstieg: 3 bis 5 Stunden durchs Reintal ab Garmisch-Partenkirchen
- Betriebszeiten: Sommersaison von etwa Mitte Mai bis Anfang Oktober
- Übernachtung: Matratzen- und Bettenlager
👉 Die Reintalangerhütte im Reintal ist der klassische Zwischenstopp auf der zweitägigen Wanderung zur Zugspitze.
Höllentalangerhütte: Hinter der Klamm
Die Höllentalangerhütte auf 1.387 Metern erreicht ihr von Hammersbach über den Steig durch die Höllentalklamm – schon der Weg durch die Schlucht mit Wasserfällen und Tunneln ist ein Erlebnis. Die Hütte ist Stützpunkt für den anspruchsvollen Höllental-Klettersteig zur Zugspitze.
- Aufstieg: Ab Hammersbach durch die Höllentalklamm (kostenpflichtig, siehe Service)
- Betriebszeiten: Sommersaison von etwa Mitte Mai bis Anfang Oktober
- Übernachtung: Matratzen- und Bettenlager
👉 Die Höllentalangerhütte erreicht ihr über den Steig durch die Höllentalklamm ab Hammersbach – sie ist Stützpunkt für den Höllental-Klettersteig.
Martinshütte: Die kurze Tour am Grasberg
Die Martinshütte auf 1.040 Metern am Grasberg ist das leichteste Ziel der Region: rund eine Stunde Aufstieg, dafür ein schöner Blick auf das Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Auch als Zwischenstopp auf Touren zum Pflegersee oder zum Kramergipfel beliebt.
- Aufstieg: Ca. 1 Stunde
- Betriebszeiten: Mittwoch bis Montag, dienstags Ruhetag; Küche mit früherem Betriebsschluss – aktuelle Zeiten auf der Hütten-Website
- Übernachtung: Keine – Tageshütte
👉 Die Martinshütte am Grasberg ist in einer Stunde erreichbar und bietet einen der schönsten Blicke aufs Wettersteingebirge.
Service: Anfahrt und Tipps
- 🚆 Mit der Bahn: Regionalzug ab München Hauptbahnhof direkt nach Garmisch-Partenkirchen (rund 1,5 Stunden, Deutschlandticket gilt), weiter mit Ortsbussen oder der Zugspitzbahn nach Hammersbach und Grainau
- 🚗 Mit dem Auto: A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen; Wanderparkplätze u.a. an der Höllentalklamm und am Skistadion
- ⚠️ Alpine Touren: Reintal, Höllental und Jubiläumsgrat sind ernsthafte Unternehmungen – Kondition, Ausrüstung, Wetterbericht und ehrliche Selbsteinschätzung sind Pflicht
- 📅 Reservieren: Übernachtungsplätze vorab sichern – im Sommer sind die Wetterstein-Hütten schnell ausgebucht
- ⛰️ Mehr: Alle Regionen im Berghütten-Guide, der höchste Gipfel im Porträt der Zugspitze
- 🏞️ Höllentalklamm: Der Weg durch die Klamm ist kostenpflichtig – Erwachsene zahlen 7 Euro, Kinder von 7 bis 17 Jahren 3,50 Euro, Kinder bis 6 Jahre sind frei; DAV-Mitglieder zahlen gegen Ausweis den halben Preis. Der Durchlass ist rund um die Uhr möglich
- ❄️ Saison: Im Winter ist die Klamm gesperrt – je nach Schneelage wird der Weg erst um Anfang Juni geöffnet
- 🧥 Ausrüstung: In der Klamm ist es auch im Hochsommer kühl und nass – Regenjacke einpacken. Kinderwagen und Fahrräder dürfen nicht mitgeführt werden, Hunde nur an der Leine. Für Kinder empfiehlt der Alpenverein eine Karabinersicherung
- 🅿️ Anfahrt-Tipp: Wanderparkplätze gibt es in Obergrainau und Hammersbach – entspannter ist es, am Parkplatz Alpspitzbahn zu parken und mit der Bayerischen Zugspitzbahn zum Haltepunkt Hammersbach zu fahren
FAQ: Häufige Fragen zu den Berghütten im Wetterstein
Kann man auf dem Münchner Haus übernachten?
Nur eingeschränkt: Die Übernachtung ist Bergsteiger*innen vorbehalten, die von dort die Tour über den Jubiläumsgrat starten, und ausschließlich mit vorheriger Reservierung möglich. Zur Einkehr ist das Haus dagegen mit den Bergbahnen für alle erreichbar.
Welche Hütte bei Garmisch erreicht man ohne langen Aufstieg?
Das Kreuzeckhaus ist mit der Kreuzeckbahn erreichbar, das Münchner Haus über die Zugspitz-Bergbahnen. Die kürzeste Wanderung führt in rund einer Stunde zur Martinshütte.
Welche Hütte eignet sich für die Zugspitz-Wanderung?
Für die zweitägige Tour durchs Reintal ist die Reintalangerhütte der klassische Stützpunkt, für den Höllental-Klettersteig die Höllentalangerhütte. Beide Routen sind nur für Geübte geeignet.
Sind die Hütten im Wetterstein im Winter geöffnet?
Überwiegend nicht – die meisten sind Sommerhütten mit Saison von etwa Mitte Mai bis Anfang Oktober. Eine Ausnahme ist das Kreuzeckhaus mit eigener Wintersaison.