Die besten Tipps für Münchner Pilzsammler

Steinpilze im Wald

Leckerer Steinpilz oder ungenießbarer Gallenröhrling? Damit Eure nächste Schwammerl-Tour ein voller Erfolg wird, haben wir hier die wichtigsten Infos für Pilzesucher zusammengefasst.

Wann ist Pilz-Saison?

Forstenrieder Park, Foto: muenchen.de / Dominik Zientek
Foto: muenchen.de / Dominik Zientek

Die Hauptzeit haben die Schwammerl im Spätsommer und Herbst. Besonders im September und Oktober könnt Ihr mit etwas Glück viele leckere Pilze sammeln. Aber auch im Frühjahr findet Ihr schon so manchen Speisepilz.

Doch nicht nur die Jahreszeit ist entscheidend, auch das Wetter spielt eine sehr große Rolle für das Wachstum der Pilze. Feuchtigkeit und Wärme, also eine Mischung aus Sonne und Regen - das lässt die Pilze in Massen sprießen. Längere Kälteperioden unter 25 Grad sind wachstumshemmend. Optimal ist also ein warmer, sonniger Spätsommertag, nachdem es die vorherigen Tage immer mal wieder geregnet hat.

Wo könnt Ihr Euch über Pilze informieren?

Student liest in Bibliothek, Foto: Diego Cervo/Shutterstock.com
Foto: Diego Cervo/Shutterstock.com

Vor dem Sammeln solltet Ihr unbedingt etwas zum Aussehen der heimischen Pilze nachlesen. Denn so ziemlich alle Speisepilze haben böse Doppelgänger, die nach dem Verzehr von leichten Magenschmerzen bis zu schweren Vergiftungen führen können. Ein gutes Pilzbuch, das alle heimischen Schwammerl genau abbildet, gehört deswegen zur Grundausstattung eines Sammlers. Noch praktischer sind Apps für das Smartphone, die oft auch passende Bilder von allen Seiten beinhalten. Achtet aber darauf, dass die App auch offline nutzbar ist - in den Wäldern rund um München muss man oft auf Highspeed-Netz verzichten.

Wichtig: Für Anfänger sind diese Hilfsmittel nur zur Erstbestimmung gedacht. Sie helfen zu entscheiden, ob Ihr diesen Pilz aufklauben sollt oder nicht. Sie sind jedoch kein Ersatz für einen Experten, der nach dem Sammeln die Pilze anschaut und bestimmt.

Wo gibt's rund um München die besten Pilze?

Pilze im Verkauf am Viktualienmarkt, Foto: muenchen.de/Katy Spichal
Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Klar: Pilzsammler verraten ungern ihre Plätze. Deswegen ist es auch nicht böse gemeint, wenn ein Experte auf die Frage, wo er denn seine Pilze findet, leicht gereizt "Viktualienmarkt" in sich hineinbrummelt. Wir verraten Euch trotzdem einige Schwammerl-Hotspots in und um München. Der Ebersberger, Hofoldinger oder Perlacher Forst sowie der Forstenrieder Park sind gute Anlaufstellen. Zwar haben die unterschiedlichen Pilze jeweils ihr Lieblingsareal, sind jedoch auch "flexibel". Eine Eichenrotkappe wächst zwar gerne unter Eichen, ist aber auch oft unter Buchen zu finden. Schaut Euch aber auch Fichten-Areale genauer an, hier wächst sehr oft der leckere und beliebte Steinpilz. Generell gilt: Überall dort, wo der Boden nicht zu bewachsen ist, lassen sich leckere Schwammerl finden.

Geheimtipp: Fundorte, die mehrere Pilze auf einmal beherbergt haben, solltet Ihr ein paar Tage später noch einmal aufsuchen. Denn das Myzel eines Pilzes bildet oft mehrere Fruchtkörper, die teilweise innerhalb weniger Stunden neue Pilze aus den Boden schießen lassen.

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Auf welche Pilze solltet Ihr Euch konzentrieren?

Geschmückter Gürtelfuß - Pilz, Foto: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
Foto: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Von ca. 8.000 Pilzarten in Bayern sind nur 100 auf der Liste der empfohlenen Speisepilze - darunter der beliebte Steinpilz. Dieser eignet sich aus zwei Gründen besonders für Einsteiger: Zum einen ist er bei gutem Wetter häufig zu finden, zum anderen ist er gut zu erkennen und hat nur einen ungenießbaren Gegenspieler, der ihm ähnlich sieht. Der Gallenröhrling ist zwar nicht giftig, kann aber mit seinem bitteren Geschmack Magen-Darm-Probleme auslösen. Außer dem Steinpilz lassen sich im Spätsommer auch verschiedene Champignon-Arten, Rotkappen, Röhrlinge oder die relativ seltenen Pfifferlinge sammeln.

Wichtig: Anfänger sollten den Pilz immer herausdrehen oder vorsichtig mit dem Messer herausheben. Stiel und Stielbasis sind ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, an dem ein Fachmann schnell erkennt, ob der Pilz essbar oder giftig ist.

Übrigens gibt es auch beim Schwammerlsuchen Regeln, die man beachten muss. Viele Speisepilze stehen unter Artenschutz, dürfen jedoch in geringen Mengen zum Eigenbedarf gesammelt werden. Größere Mengen, die über die Bereicherung des eigenen Speisezettels hinausgehen, dürfen nur mit Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde entnommen werden.

Wer begutachtet Eure Ausbeute?

Pilzberatung beim Verein für Pilzkunde, Foto: Verein für Pilzkunde e.V.
Foto: Verein für Pilzkunde e.V.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Bevor die gesammelten Pilze in der Pfanne brutzeln, sollten diese unbedingt noch einmal von einem Kenner überprüft werden. Oft gibt es in der Familie oder im Freundeskreis einen Schwammerl-Profi, bei dem man eine zweite Meinung einholen kann. Ist das nicht der Fall, könnt Ihr natürlich auch echte Experten um Rat bitten. Der Verein für Pilzkunde in München untersucht kostenlos die Ausbeute der Schwammerlsucher. Beratungsstellen gibt es in der Stadt-Information im Neuen Rathaus sowie im Pasinger Rathaus. Mehr Infos hier.

Nur wenige Pilze gefunden: Was jetzt?

Herbst auf dem Viktualienmarkt, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Keine Bange, auch mit zu wenigen (oder gar keinen) Pilzen muss das Abendessen nicht ausfallen. Am Viktualienmarkt, genauer am Pilz- und Waldstand Zollner, findet man immer die leckersten Pilze der Saison. Übrigens braucht sich keiner des Sammel-Misserfolgs zu schämen. Selbst die erfahrensten Profis gehen hin und wieder mit leeren Körben heim - bei ihnen fällt es nur nicht so auf, denn sie haben dann meist noch ein Sicherheitspäckchen Steinpilze eingefroren.

Wo geben Pilz-Experten gute Tipps?

Wer als Anfänger sofort richtig durchstarten möchte, sollte von echten Pilz-Experten lernen. Der Verein für Pilzkunde e.V. rückt in der Pilzsaison regelmäßig zu Vereinswanderungen "in die Schwammerl" aus. Gäste dürfen einmalig teilnehmen und den Profis beim Sammeln und Spezifizieren von Pilzen zusehen. Wichtig dabei: Die Wanderungen dienen nicht dem Zweck, mitgebrachte Körbe mit Speisepilzen zu füllen - hier steht ganz klar der Lerneffekt im Vordergrund.

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