Münchner Frauenkirche: Wahrzeichen aus dem 15. Jahrhundert
Frauenkirche München: Alle Infos zu Dom, Türmen und Teufelstritt
Der Dom „Zu Unserer Lieben Frau", von allen nur Frauenkirche genannt, ist das unverwechselbare Wahrzeichen Münchens. Die beiden Türme mit ihren Welschen Hauben stehen mitten in der Altstadt, ein paar Schritte vom Marienplatz entfernt. Der Besuch im Inneren kostet nichts, der Aufstieg auf den Südturm dagegen schon. Hier findet ihr alles, was ihr vorher wissen solltet: Zeiten, Preise, Gottesdienste, Führungen und die Highlights, an denen ihr nicht vorbeigehen solltet.
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Das Wichtigste im Überblick
- 📍 Wo? Frauenplatz 1, 80331 München (Altstadt)
- ⛪ Was? Spätgotische Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert, Kathedrale des Erzbistums München und Freising
- 🕗 Öffnungszeiten: täglich 8 bis 20 Uhr, Eintritt frei
- 🗼 Südturm: Mo bis Sa 10 bis 17 Uhr, So und feiertags 11.30 bis 17 Uhr, letzter Aufstieg 16.30 Uhr
- 🎟️ Turmticket: 7,50 Euro für Erwachsene, 5,50 Euro ermäßigt und für Kinder von 7 bis 16 Jahren, bis 6 Jahre frei
- 🚇 Anfahrt: Marienplatz (U3/U6, S1–S8), von dort zwei Minuten zu Fuß
- ♿ Barrierefrei: Kirche ja (Nordportal mit Rampe), Südturm nein
- ℹ️ Gut zu wissen: Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich
Frauenkirche besichtigen: Öffnungszeiten, Eintritt und Regeln
Der Dom ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Wer den Innenraum in Ruhe anschauen will, wirft vorher besser einen Blick auf die Gottesdienstzeiten: Während der Messen und zu den Einlasszeiten davor sind keine Besichtigungen möglich.
👉 Der Innenraum der Münchner Frauenkirche am Frauenplatz ist täglich von 8 bis 20 Uhr kostenlos zugänglich – außer während der Gottesdienste.
Der Domshop im Inneren der Kirche ist die Anlaufstelle für Turmtickets, Führungsanmeldungen und Konzertkarten.
Die Türme: Zahlen, Glocken und Welsche Hauben
Die beiden Türme prägen die Silhouette der Innenstadt – kein Gebäude in der Altstadt ist höher. Ihre charakteristischen Welschen Hauben bekamen sie erst um 1525, rund 36 Jahre nach der Fertigstellung der Kirche. Grund für die Verzögerung: Baumeister Jörg von Halspach war gestorben, und der Landshuter Erbfolgekrieg legte das Vorhaben lahm. Als möglicher Ideengeber für die Kuppelform gilt der Felsendom in Jerusalem.
👉 Die Türme der Münchner Frauenkirche messen 98,45 Meter (Südturm) und 98,57 Meter (Nordturm) und sind damit die höchsten Bauwerke der Altstadt.
Südturm:
- Als Aussichtspunkt zugänglich
- 98,45 Meter hoch
- Sieben Glocken
Nordturm:
- Mit 98,57 Metern minimal höher
- Drei Glocken
- Beherbergt noch das mittelalterliche Tretrad aus der Bauzeit
Turmaufstieg auf den Südturm: die höchste Aussicht der Altstadt
Zehn Jahre lang war der Südturm eingerüstet und nicht zugänglich. Seit März 2022 geht es wieder hinauf: erst über rund 90 Stufen einer engen Wendeltreppe, dann mit dem Aufzug zur Aussichtsplattform. Oben erwartet euch ein Rundumblick durch die Fenster der Turmstube – über die Altstadt, den Marienplatz direkt zu Füßen und bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Die Plattform ist verglast und damit wetterunabhängig nutzbar.
👉 Vom Südturm der Frauenkirche am Frauenplatz habt ihr den höchsten öffentlich zugänglichen Aussichtspunkt der Münchner Altstadt – mit Blick über die Dächer bis zu den Alpen.
Zeiten und Tickets:
- 🕙 Montag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 11.30 bis 17 Uhr
- ⏳ Letzter Aufstieg um 16.30 Uhr
- 💶 Erwachsene 7,50 Euro, Kinder und Jugendliche von 7 bis 16 Jahren 5,50 Euro, ermäßigt (Schüler*innen, Studierende, Menschen mit Behinderung) 5,50 Euro, Kinder bis einschließlich 6 Jahre frei
- 👨👩👧👦 Familienticket 21 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder, jedes weitere Kind 3 Euro (Zusatztickets nur im Domshop)
- 🎫 Tickets im Domshop oder vorab online über München Tourismus
Worauf ihr euch einstellen solltet:
- Auf der Wendeltreppe gilt Einbahnverkehr, der Einlass erfolgt in Gruppen von maximal 20 Personen
- Gleichzeitig dürfen höchstens 60 Personen im Turm sein – kurze Wartezeiten sind möglich
- Der Aufstieg ist nicht barrierefrei
- In der Wendeltreppe ist es eng: Bei Platzangst lieber verzichten
- Bei besonderen Anlässen wie kurzfristigen Gottesdiensten kann der Turm geschlossen bleiben
Die gotische Architektur der Frauenkirche
Die Frauenkirche ist eine spätgotische, dreischiffige Hallenkirche aus Backstein – gemauert, nicht aus Haustein. Das Mittelschiff setzt nur wenig höher an als die Seitenschiffe, was den Raum ungewöhnlich weit wirken lässt. Bis zu 2.000 Menschen finden Platz.
👉 Die Frauenkirche ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche aus Backstein und die größte Kirche Münchens.
Typisch gotisch sind die nach oben strebenden Pfeiler. Die weißen Achteckpfeiler und hellen Gewölberippen ergeben zusammen mit den bunten Glasfenstern einen offenen, lichten Raum: Die Pfeiler verdecken vom Eingang aus fast alle Fenster, fangen aber deren farbiges Licht ein und leuchten selbst. Von außen dominieren große, ruhige Ziegelflächen. Fünf Portale führen ins Innere, je zwei an Nord- und Südseite sowie das Hauptportal im Westen.
Highlights im Inneren: Teufelstritt, Kenotaph und Automatenuhr
Der Innenraum wirkt hell und weit: Weiße Achteckpfeiler, sternförmige Rippengewölbe und bunte Glasfenster, dazu 109 Meter Länge, 40 Meter Breite und 37 Meter Höhe. Wer nur eine halbe Stunde Zeit hat, sollte diese drei Stationen ansteuern.
👉 Zu den bekanntesten Objekten in der Münchner Frauenkirche zählen der Teufelstritt in der Eingangshalle, das Wittelsbacher-Kenotaph und eine Automatenuhr aus dem 16. Jahrhundert.
Innenausstattung und Kunst
Die Ausstattung ist im Vergleich zu anderen gotischen Kirchen zurückhaltend. Den Altarbereich krönen zwölf Reliefs aus dem Leben der Gottesmutter und das Standbild der Maria Immaculata. Die Gemälde zeigen vor allem Maria mit Kind sowie Jesus als Schmerzensmann.
Rund um den Raum liegen unterschiedlich ausgestattete Seitenkapellen mit Altären, Bildwerken und Epitaphien. Ein Blickfang ist die Automatenuhr aus dem 16. Jahrhundert. Das Chorgestühl mit den Bildwerken von Erasmus Grasser wurde bei der großen Renovierung zwischen 1989 und 1994 erneuert.
Wittelsbacher-Denkmal und Bischofsgruft
Das prunkvolle Kenotaph für Kaiser Ludwig den Bayern ist kaum zu übersehen: schwarzer Marmor, reich verzierte Bronzefiguren, an der Spitze eine große Kaiserkrone als Verweis auf die Kaiserwürde. Hans Krumper schuf es im frühen 17. Jahrhundert.
Unterhalb des Doms liegt die Bischofsgruft. Dort sind Mitglieder des Hauses Wittelsbach bestattet, außerdem die Erzbischöfe von München und Freising.
Die Legende vom Teufelstritt
Der berühmte Fußabdruck in der Eingangshalle stammt der Legende nach vom Teufel höchstpersönlich. Er hatte mit dem Baumeister um dessen Seele gewettet, dass in der Kirche kein Fenster zu sehen ist. An besagter Stelle konnte er tatsächlich keines entdecken, weil die Pfeiler alle Fenster verdecken. Vor Freude über die vermeintliche Dummheit der Menschen stampfte er auf und hinterließ seinen Abdruck im Boden.
Als der Teufel einen Schritt weiterging, sah er die Fenster und merkte, dass er getäuscht worden war. Wütend verwandelte er sich in Wind und wollte den Bau zerstören. Er versucht es wohl noch immer – wer in die Nähe des Doms kommt, spürt meist eine leichte Brise.
Dommusik und Orgelkonzerte
Der Dom hat mehrere Chöre, eine eigene Domsingschule und vier Orgeln aus der Werkstatt Georg Jann. Zu hören ist die Dommusik vor allem sonntags, an Feiertagen und zu besonderen Anlässen.
Kirchenführungen: täglich um 11.30 Uhr
Von Montag bis Samstag gibt es um 11.30 Uhr eine Führung durch den Dom, an Feiertagen entfällt sie. Seelsorger*innen zeigen dabei die großen Kunstwerke und die Details, an denen die meisten vorbeilaufen. Anmeldung im Domshop.
👉 Die Kirchenführungen in der Münchner Frauenkirche starten montags bis samstags um 11.30 Uhr, angemeldet wird direkt im Domshop.
Hunde dürfen zu den Führungen und auf den Turm nicht mitkommen.
Die Baugeschichte des Münchner Wahrzeichens
Schon 1271 entstand am Rand der damaligen Stadt eine Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau. Mit dem Wachstum von Stadt und Bevölkerung fiel im 15. Jahrhundert die Entscheidung für einen größeren, repräsentativeren Neubau.
👉 Der Grundstein für die heutige Frauenkirche wurde 1468 gelegt, nach nur 20 Jahren war der Backsteinbau fertig.
Den Auftrag erhielt der Münchner Baumeister Jörg von Halspach, auch Jörg Ganghofer genannt. Zwei Gedenktafeln am Südostportal erinnern an die Grundsteinlegung. 1821 wurde die Frauenkirche Kathedrale der neu gebildeten Erzdiözese München und Freising. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Innenraum aus, das Gewölbe stürzte ein – die Türme blieben stehen. Die wichtigsten Kunstwerke und die historischen Fenster waren rechtzeitig ausgelagert worden. Der Wiederaufbau begann unter Kardinal Michael Faulhaber, die letzte große Renovierung dauerte von 1989 bis 1994.
Gottesdienste im Münchner Dom: die regelmäßigen Termine
Die Frauenkirche ist nicht nur Sehenswürdigkeit, sondern Kathedrale des Erzbistums und Pfarrkirche der kleinsten Pfarrei Münchens. Entsprechend voll ist der Terminkalender. Diese Gottesdienste finden regelmäßig statt:
- 🕣 Montag bis Samstag, 8.30 Uhr: Heilige Messe
- 🕕 Montag bis Freitag, 18 Uhr: Heilige Messe, zeitgleich im Livestream des Erzbistums
- 🕟 Mittwoch, 16.30 Uhr: Rosenkranzgebet in der Sakramentskapelle
- 🙏 Donnerstag, 18.45 bis 19.30 Uhr: Eucharistische Anbetung in der Sakramentskapelle
- 🕕 Samstag, 18 Uhr: Vorabendmesse zum Sonntag
- ⛪ Sonntag, 10 Uhr: Hauptgottesdienst mit Orgelmusik und Gesang, ebenfalls im Livestream
- 🎶 Sonntag, 17.15 Uhr: Vesper
- 🕕 Sonntag, 18 Uhr: Heilige Messe
👉 Im Münchner Dom am Frauenplatz wird von Montag bis Samstag um 8.30 Uhr und um 18 Uhr die Heilige Messe gefeiert, sonntags ist der Hauptgottesdienst um 10 Uhr.
An Hochfesten und kirchlichen Feiertagen weichen die Zeiten ab, dann kommen zusätzliche Gottesdienste dazu. Die tagesaktuellen Termine stehen im Kalender des Münchner Doms. Einen Überblick über weitere Kirchen findet ihr bei den Gottesdiensten in München.
Anfahrt und Barrierefreiheit
- 🚇 U-Bahn und S-Bahn: Marienplatz (U3, U6, S1–S8), von dort rund zwei Minuten zu Fuß
- 🚋 Alternative: Karlsplatz/Stachus (U4, U5, S1–S8, Tram 16, 17, 18, 19, 20, 21, 27, 28), etwa zehn Minuten zu Fuß
- 🚌 Bus: Linie 132, Haltestelle Marienplatz
- ♿ Zugang: Über das Nordportal links vom Hauptportal, dort gibt es eine Rampe mit sechs Grad Neigung
- 🅿️ Behindertenparkplätze: In der Ettstraße und der Maxburgstraße
- 🤲 Angebote: Tastmodelle von Kirche und Grundriss im Innenraum, Tastführungen, Induktionsanlage. Ein Domführer mit taktilen Abbildungen in Braille- und Großschrift ist in der Dombuchhandlung erhältlich (Frauenplatz 14a, Eingang in der Löwengrube, eine Stufe)
- 🗼 Wichtig: Der Südturm ist nicht barrierefrei
FAQ: Häufige Fragen zur Frauenkirche München
Was kostet der Eintritt in die Frauenkirche?
Der Eintritt in die Kirche ist frei. Nur für den Aufstieg auf den Südturm braucht ihr ein Ticket: 7,50 Euro für Erwachsene, 5,50 Euro ermäßigt.
Wann ist die Frauenkirche geöffnet?
Täglich von 8 bis 20 Uhr. Während der Gottesdienste und der Einlasszeiten davor sind keine Besichtigungen möglich.
Kann man auf die Türme der Frauenkirche hinauf?
Nur auf den Südturm. Es geht über rund 90 Stufen einer Wendeltreppe und anschließend mit dem Aufzug zur Aussichtsplattform.
Wann finden in der Frauenkirche Gottesdienste statt?
Montag bis Samstag um 8.30 Uhr und um 18 Uhr, sonntags um 10 Uhr (Hauptgottesdienst), 17.15 Uhr (Vesper) und 18 Uhr. Aktuelle Abweichungen stehen im Kalender des Münchner Doms.
Gibt es Führungen durch die Frauenkirche?
Ja, montags bis samstags um 11.30 Uhr, außer an Feiertagen. Angemeldet wird im Domshop.
Wie lange dauert ein Besuch?
Für den Innenraum reichen 20 bis 30 Minuten. Mit Turmaufstieg solltet ihr eine gute Stunde einplanen, an vollen Tagen etwas mehr.
Darf man in der Frauenkirche fotografieren?
Fotografieren ohne Blitz und Stativ ist im Innenraum üblicherweise möglich. Während der Gottesdienste solltet ihr die Kamera weglassen.
Warum hat die Frauenkirche zwei Türme?
Der Doppelturm war von Anfang an geplant, schon der romanische Vorgängerbau hatte eine Doppelturmfront. Die typischen Hauben kamen erst um 1525 dazu.
Auf einen Blick
Frauenkirche
Frauenplatz 1
80331
München
Tel:
+49892900820
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