Kultur- und Technikgeschichte des Mountainbiking in neuem Ausstellungsbereich

Mountainbiking im Verkehrszentrum des Deutschen Museums

Sie heißen „Schwinn Cruiser“, „Breezer“ oder „Yeti“: Ab sofort sind insgesamt 13 ikonische Mountainbikes in einem neuen Ausstellungsbereich in Halle III des Verkehrszentrums zu sehen. Dazu illustrieren Fachzeitschriften, Spielzeug oder Filme den Kultcharakter dieser ganz speziellen und beliebten Radlbewegung. Und nicht zuletzt könnt ihr an Mitmachstationen unter anderem erleben, was ein Fahrrad fürs Gelände braucht.

Mountainbiking-Ausstellungsbereich im Verkehrszentrum
Deutsches Museum/Hubert Czech
Der neue Ausstellungsbereich Mountainbiking ist passend zum Thema vor einer stilisierten Bergkulisse gestaltet und erstreckt sich über drei Ebenen

Mountainbiking in Deutschland sehr beliebt

Mehr als ein Viertel aller Deutschen fährt Mountainbike. „Damit liegt das Mountainbiking in der Rangliste der aktiv betriebenen Sportarten sogar vor dem Fußball“, sagt Lukas Breitwieser, Kurator im Verkehrszentrum des Deutschen Museums. 

Auch für die Fahrradentwicklung waren Mountainbikes technisch stilbildend: „Scheibenbremsen oder Federgabeln sind heute bei vielen Alltagsrädern Standard“, so Breitwieser. Und nicht zuletzt hat das Mountainbike dazu beigetragen, das Fahrrad vom reinen Fortbewegungsmittel in einen Sport- und Lifestyleartikel zu wandeln. „Es wurde regelrecht zum Kultobjekt.

Mountainbike im Ausstellungsbereich des Verkehrszentrums
Deutsches Museum/Hubert Czech
Ikonisches Rad: das Breezer-Mountainbike (Leihgabe von Otis Guy)

Ausstellungsbereich in Halle III mit Bergkulisse

Den technischen, sportlichen und kultigen Aspekten des Mountainbikings ist jetzt ein 75 Quadratmeter großer, neuer Ausstellungsbereich in Halle III des Verkehrszentrums gewidmet. Auf drei Ebenen vor einer Bergkulisse sind insgesamt 13 besondere Mountainbikes zu sehen. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammt beispielsweise der schwere „Schwinn Cruiser“, der hier gezeigt wird.

Den eigentlichen Durchbruch feierte das geländetaugliche Fahrrad aber erst ab den 1970er-Jahren. „Vor dem Hintergrund der Umwelt- und Fitnessbewegung war damals an der Westküste der USA ein regelrechter Radfahrboom ausgebrochen“, sagt Kurator Breitwieser.

Die technische Entwicklung des Mountainbikes

Neben den Straßenrennen mit Rennrädern etablierte sich auch das Fahren abseits asphaltierter Straßen. Insbesondere Abfahrten auf bergigen Schotterpisten waren beliebt. Dafür wurden zunächst ältere Fahrräder umgebaut und angepasst. Bald darauf kamen spezielle Fahrräder für die Anforderungen der sportlichen Abfahrten im Gelände auf, wie das erste „Breezer“, das im neuen Ausstellungsbereich zu sehen ist. 

Daneben zeigen ikonische Objekte wie das „Yeti F.R.O.“ oder „San Andreas Mountain Cycle“ die rasante technische Entwicklung des Zweirads – „eine Entwicklung, die bis in die Gegenwart nicht abgeschlossen ist, wie die modernen E-Mountainbikes hier demonstrieren“, sagt Lukas Breitwieser.

Mountainbiking als Sportgerät und Spielzeug

Spielzeug-Mountainbike mit Action Man-Puppe.
Deutsches Museum/Hubert Czech
Spielzeug-Mountainbike mit Action Man-Puppe

Auch der sportlichen Dimension widmet die Ausstellung einen Bereich, in dem das Mountainbike zu sehen ist, auf dem Sabine Spitz 2008 olympisches Gold errang. Außerdem steht dort das Downhillrad, auf dem Nina Hoffmann 2023 zum Weltcupsieg fuhr. 

Neben der technischen und sportlichen Wirkung kommt dem Mountainbike als Kultobjekt eine wichtige Rolle in der Fahrradgeschichte zu. Hiervon zeugen Fanzines und Fachzeitschriften, Filme und Videospiele und sogar Kinderspielzeug. 

An Kinder richten sich auch Mitmachstationen, die interaktiv vermitteln, was ein Fahrrad benötigt, um im Gelände fahren zu können, wofür breite Reifen nützlich sind und wie eine Gangschaltung funktioniert.

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

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