Ein musealer und touristischer Streifzug durch München und das Umland

MuSeenLandschaft Expressionismus: Das Jahresprogramm „BLAU machen"

Im Infopoint Museen & Schlösser Bayern hat die MuSeenLandschaft Expressionismus am 3. Februar 2026 ihre Jahresvorschau vorgestellt: Der Themenschwerpunkt heißt „BLAU MACHEN! rauskommen, ankommen, runterkommen". Die Partner aus Museen und Tourismusverbänden wollen mit ihrem Programm aus Austellungen, Mitmachangeboten und Ausflügen für Entspannung mit Kunst und Natur sorgen. Wir stellen hier die Highlights vor...

Radpilgern im Pfaffenwinkel
Tobias Koehler

Durchatmen im Blauen Land

Alles fühlt sich gleichzeitig und zu viel an: Dauerstress, Erreichbarkeit, Informationsflut und Zukunftssorgen prägen den Alltag. Die Sehnsucht nach Orten zum Durchatmen wächst. Genau hier setzt das Jahresprogramm 2026 der MuSeenLandschaft Expressionismus an. Unter dem Motto „BLAU MACHEN. rauskommen, ankommen, runterkommen“ laden fünf Museen und vier oberbayerische Destinationen zu Ausstellungs-, Mitmach- und Ausflugsangeboten ein, die bewusst auf Ruhe, Entschleunigung und sinnliche Erfahrungen setzen.

Gabriele Münter, Jawlensky und Werefkin, 1908/09, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026
VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Gabriele Münter, Jawlensky und Werefkin, 1908/09, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957

Kunst und Natur entfalten dabei ihre stille, aber nachhaltige Wirkung: Museen werden zu Räumen der Muße, die vor Reizüberflutung schützen und zum Innehalten einladen – und Naturerlebnisse fördern nachweislich Gesundheit und Wohlbefinden. 

Seit 2012 verbindet das Netzwerk MuSeenLandschaft Expressionismus beides zu einem einzigartigen Erlebnisraum zwischen München und den Alpen - im „Blauen Land" – dort, wo die Landschaft den Expressionismus prägte. 2026 geht es darum, Tempo herauszunehmen und Kunst- und Naturgenuss als Quelle von Regeneration und innerer Balance neu zu entdecken. Blau mache ist dieses Jahr erlaubt! 

Wer gehört zur MuSeenLandschaft?

Fünf Museen und vier touristische Destinationen zwischen München und der Alpenkette laden seit 2012 gemeinsam dazu ein, Kunst mit allen Sinnen zu erleben – im Museum und im Dialog mit der Natur: Lenbachhaus München | München Tourismus | Buchheim Museum der Phantasie, Bernried | Tourismusverband Pfaffenwinkel | Schloßmuseum Murnau | Tourist Information Murnau | Franz Marc Museum, Kochel a. See | Tourist Information Kochel a. See | Museum Penzberg - Sammlung Campendonk | Tourismusverband Pfaffenwinkel

Highlights aus dem Programm

Lenbachhaus in München

Ab 10. März 2026 rückt die Ausstellung "Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter" die geistigen, inneren und experimentellen Dimensionen des Blauen Reiter in den Fokus – von Kandinskys Abstraktionen bis zu den oft übersehenen Künstlerinnen der Bewegung. Von April bis August 2026 wird das Lenbachhaus bei "Buntes Garten Ciao – Kunst zum Mitmachen" nach draußen erweitert: Performances, Workshops und spontane Formate verwandeln Garten und Vorplatz in eine offene Oase für Begegnung, Muße und gemeinsames Aktivwerden.

Heilige Landschaft Pfaffenwinkel: Ins Pilgern kommen

Auf 311 Kilometern und drei Pilgerwegen zeigt der Pfaffenwinkel, dass bewusstes Gehen mehr ist als Wandern – es bringt Geist, Sinne und Wohlbefinden in Balance. Aber nicht nur zu Fuß: Fünf neue Radpilger-Schleifen verbinden Bewegung und Besinnung auf rund 400 Kilometern zu Kraftorten, Kulturschätzen und stillen Naturräumen – ideal auch mit dem E-Bike.

Franz Marc Museum: Blau machen – Kunst als Pause

Breathe with Me - a participatory public art project by Jeppe Hein © Jeppe Hein, Foto: Frank Kleinbach
Frank Kleinbach

Über das Jahr lädt das Museum mit Slow-Looking, Yoga, freiem Gestalten und Meditationen dazu ein, Kunst bewusst wahrzunehmen und zur Ruhe zu kommen – Höhepunkt des  Vermittlungs- und Workshop-Programms ist die partizipative Atem-Performance „Breathe with Me“ von Jeppe Hein zur Blauen Stunde am 30. April 2026. 

Museum Penzberg: Campendonk malt Blau

Heinrich Campendonk, Kreuzigung, 1946
VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Heinrich Campendonk, Kreuzigung, 1946

Ab 11. April 2026 rückt das Museum Penzberg ganz wörtlich „Blau machen“ ins Zentrum: Werke von Heinrich Campendonk (1889-1957) zeigen Blau als Farbe der Sehnsucht, Tiefe und inneren Bewegung. Yoga am Slow Art Day (11.4.), die „Blaue Stunde“ (30.4.) und ein blaues Sommerfest zum 10. Geburtstag am 14. Juni verbinden Kunst, Achtsamkeit und gemeinsames Erleben rund um Campendonks Lieblingsfarbe.

Museum Buchheim: Entschleunigung am Ufer

Museum Buchheim
Julia Rejmer / Buchheim Museum
Museum Buchheim

Am Buchheim Museum wird Entschleunigung erlebbar: Direkt am Ufer laden Steg, Park und sommerliche Liegestühle zum Innehalten zwischen Natur und Kunst ein, Schaukeln unter dem Steg sorgen für sanfte Bewegung. Ein vielfältiges Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzt das Erlebnis. Neu ab 2026 sind regelmäßige Kreativkurse für Erwachsene. Wegen Bauarbeiten ist das Museum ab 17.03.2026 geschlossen, die Wiedereröffnung erfolgt am 22.05.2026. Mit zwei Ausstellungen: "25 Jahre Buchheim Museum der Phantasie. Rückschau und Ausblick zum Jubiläum" und "Aufruhr der Farben. Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der Brücke". 

Kochel- und Walchensee: Entdecke dich

Die neuen „Entdecke-Dich-Momente“ am Kochel- und Walchensee laden zu bewusster Zeit mit sich selbst ein. An 12 ausgewählten, ganzjährig zugänglichen Orten regen Aufgaben, Impulse und Denkanstöße zur Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Wertschätzung von Mensch und Natur an. Begleitet werden die Erlebnisse von einem persönlichen Booklet (kostenlos in der Tourist-Information und im Franz-Marc-Museum erhältlich) sowie eigens komponierter Entspannungsmusik, die auf Naturklängen und regionalen Klanglandschaften basiert und das achtsame Erleben vertieft.

Und wie ihr noch blau machen könnt...

Der neue Alpenbus
Dietmar Denger
Raus mit dem neuen Alpenbus

München Tourismus stellt die Stadt als grüne Entschleunigungs-Kulisse vor– von Hofgarten, Westpark und Isar bis zu Stadtwander-Routen quer durch die Stadt (inklusive Slow-Food-Adressen am Weg). Dazu kommt die „Viertelliebe“ mit geführten Touren in bekannte und noch zu entdeckende Stadtteile. 

Im Blauen Land/Murnau lädt das Schloßmuseum zum doppelten Rauskommen ein: in farbstarke Orts- und Landschaftsbilder – und zu den Original-Inspirationsorten. Ergänzend führt der Meditationsweg Ammergauer Alpen in sechs Etappen über Moor, Seen und Wälder bis zum Kloster Ettal. 

Und mobil wird’s ebenfalls leichter: Der im Dezember 2025 gestartete Alpenbus verknüpft Orte wie Murnau, Penzberg, Bad Tölz, Miesbach und Rosenheim im Stundentakt; durch den MVV-Beitritt von Garmisch-Partenkirchen noch einfacher. 

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

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