Wie zeitgemäß sind Denkmäler? Künstlerische Interventionen in München

Outdoor-Kunstprojekt in München: past statements – Denkmäler in der Diskussion

Wie zeitgemäß sind Denkmäler heute noch? Mit dieser spannenden Frage befasst sich das Projekt „past statements – Denkmäler in der Diskussion“, das an verschiedenen Orten in München zu sehen ist und war.

Past Statements
Tobias Hase / Kulturreferat der Landeshauptstadt München

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

Projekte im öffentlichen Raum in München

Sieht man sich heute Denkmäler aus den vergangenen Jahrhunderten an, dann scheinen viele aus der Zeit gefallen zu sein. Mal verherrlichen sie Krieg oder Nationalismus, mal grenzen sie Menschen aus. Daher ist die Frage, ob diese Form der Erinnerung heute noch in das Hier und Jetzt passt, durchaus angebracht.

Das Projekt „past statements – Denkmäler in der Diskussion“ in München hat es sich zum Ziel gesetzt, dass eine kritische und vielstimmige Diskussion zustande kommt. Denn natürlich ist die Stadtgesellschaft heute eine andere als etwa vor 100 Jahren und daher wird auch die kollektive Erinnerung anders wahrgenommen.

Künstlerische Interventionen an verschiedenen Denkmälern

Das Projekt besteht aus künstlerischen Interventionen an verschiedenen öffentlichen Orten, z.B. dem Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten. Hier haben Künstler*innen die Denkmäler temporär umgestaltet, so dass sich alle Interessierten ihre eigenen, neuen Gedanken zum jeweiligen Denkmal machen können.

Zudem gibt es an einzelnen, umstrittenen Orten auch immer wieder dezentrale Veranstaltungen. Das Programm ist eine Kooperation zwischen Public Art München und dem Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

Die verschiedenen Projekte in der Übersicht

Maria Luiko, Trauernde, 1938

past statements
Tobias Hase / Kulturreferat der Landeshauptstadt München
  • Wer: Michaela Melián
  • Wann: Bis 19. Dezember
  • Wo: Alter Botanischer Garten
  • Was: Die Künstlerin hat den in der NS-Zeit erbauten Neptunbrunnen verhüllt.

Ein Ort für ein Wort. Ein Wort für einen Ort (ein Zeitzeichen)

Past Statements
Tobias Hase / Kulturreferat der Landeshauptstadt München
  • Wer: Michele Bernardi
  • Wann: 15. August bis 30. November
  • Wo: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
  • Was: Bernardi versieht die dort in den Fenstern immer noch zu sehenden Hakenkreuze mit dem Worten „gestern“, „heute“ und „morgen“.

Victory Spikes

Victory Spikes
Tobias Hase / Kulturreferat der Landeshauptstadt München
  • Wer: Kollektiv Steinbrener / Dempf & Huber
  • Wann: 21. September bis 19. November
  • Wo: Siegestor
  • Was: Das mehrdeutige Denkmal wurde im Angesicht eines Krieges aktualisiert.

Past Monument: Herabsetzung als Kunst – eine Analyse

Past Statements
Department für öffentliche Erscheinungen
  • Wer: Department für öffentliche Erscheinungen
  • Wann: 9. September bis 10. November
  • Wo: Plakatflächen im Stadtraum
  • Was: Das Künstlerkollektiv hat auf seinen Plakatwänden das Reiterstandbild von Otto I. von Wittelsbach modifiziert.

#Makeusvisible X denkFEmale

Past Statements
Carla Gannis (Visual)
  • Wer: XRE (Extended Reality Ensemble, New York) und denkFEmale (München)
  • Wann: 30. September bis 31. Oktober
  • Wo: Stadtraum München
  • Was: Mithilfe von Augmented Reality werden den männlichen Skulpturen der Stadt digitale Monumente von Frauen und nicht-binären Personen entgegengesetzt.

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