Platz der Opfer des Nationalsozialismus

Sehenswerte Plätze | Maxvorstadt, Universität

Platz der Opfer des Nationalsozialismus

Neugestaltung, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Der Platz der Opfer des Nationalsozialismus befindet sich am Nord-Ende des Maximiliansplatzes und bildet eine Verbindung zur Brienner Straße und dem Königsplatz. Schräg gegenüber befand sich das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wittelsbacher Palais. In diesem hatte im Dritten Reich die Gestapo ihren Hauptsitz und betrieb dort auch ein Foltergefängnis, weitere repräsentative Einrichtungen der NSDAP lagen in der Nähe. Die Stadtväter entschieden deshalb 1946 den Ort in „Platz der Opfer des Nationalsozialismus“ umzubenennen. Nach einem Umbau wurde der Platz am 27. Januar 2014 wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Geschichte des Platzes

München wurde im Nazi-Jargon „Hauptstadt der Bewegung“ genannt. Hier stand die Parteizentrale der NSDAP, das „Braune Haus“, an dessen früherer Stätte 2014 das neue NS-Dokumentationszentrum eröffnet wird. Am Odeons- und Königsplatz fanden immer wieder Aufmärsche des nationalsozialsozialistischen Regimes statt. Der Stadtrat entschloss sich daher, einen Platz zu benennen, der dem Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft dienen soll. Die Wahl fiel 1946 auf die Lokalität in der Nähe der einstigen Gestapo-Zentrale. Das Wittelsbacher Palais war seit 1933 ein Ort der Vernichtung und des Terrors.

Granitsäule von Andreas Sobeck

Platz der Opfer des Nationalsozialismus am Nord-Ende des Maximiliansplatzes, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Hier wurden Menschen wegen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer politischen Ansichten oder sexuellen Orientierung misshandelt und getötet. Um die Schrecken dieser Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, gibt es seit 1946 diesen Platz. 1985 gestaltete der Bildhauer Andreas Sobeck eine Granitsäule, die an die Opfer des Hitler-Regimes erinnert. Die hinter einem Bronzegitter gefangene, Tag und Nacht brennende Flamme, steht für das Menschliche, das durch Unterdrückung nicht ausgelöscht werden kann. Sie symbolisiert also nicht zuletzt die Hoffnung, die auch in den dunkelsten Zeiten besteht.

Umbaumaßnahmen

Kranzniederlegung am Platz der Opfer des Nationalsozialismus, Foto: LHM
Foto: LHM

Am 12. Dezember 2008 sprach sich der Ältestenrat des Münchner Stadtrats dafür aus, den Platz der Opfer des Nationalsozialismus würdiger zu gestalten. Das Konzept für dieses Vorhaben entwickelten Sobeck und das Baureferat der Stadt München. Im April 2012 genehmigte der Stadtrat die Maßnahme. Man versetzte beispielweise die beiden großen Platanen nach Norden, um den Platz gegenüber der Straße besser abzuschirmen. Zudem installierte man Sitzbänke, die die Besucher des Platzes zum Verweilen und Nachdenken einladen.

Des Weiteren ist eine 18,5 Meter lange und 1,30 Meter hohe Bronzetafel errichtet worden, die das bestehende Denkmal ergänzt. Sie trägt die Inschrift „Im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Zusätzlich wurde noch in den Boden ein Bronzeband eingelassen.

Am 27. Januar 2014 wurde der umgestaltete Platz der Öffentlichkeit übergeben. Der damalige Oberbürgermeister Christian Ude legte einen Kranz am Platz der Opfer des Nationalsozialismus nieder. Anschließend wurde die Flamme in der von Andreas Sobeck geschaffenen Granitsäule neu entzündet. Die Umbaumaßnahmen waren damit offiziell beendet.

Das könnte Sie auch interessieren

2 Bewertungen zu Platz der Opfer des Nationalsozialismus

4
2 Bewertungen
  • von am

    Der Platz wurde ja ganz neu angelegt. Ich finde den Platz nicht wirklich schön, aber darum ging es, denke ich, auch nicht, das ist eben eine Gedenkstätte. Die Tag und Nacht brennende Flamme, oben auf der Säule gefällt mir gut, vor allem abends sieht das sehr schön aus.

  • von am
Top