St. Paul

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St. Paul in der Ludwigvorstadt - die Kirche an der Theresienwiese

Paulskirche: Zum Oktoberfest ist der Turm geöffnet

Am nördlichen Rand der Theresienwiese steht die Kirche St. Paul mit ihrem mächtigen Turm. Von dort oben gibt es einen fantastischen Ausblick über das Oktoberfest.

St. Paul im Überblick

  • St. Paul, auch Paulskirche genannt, ist seit 1906 die erste Pfarrkirche des Stadtteils Ludwigvorstadt.
  • Wer hat St. Paul erbaut? Das katholische Gotteshaus wurde nach Plänen von Georg Ritter von Hauberrisser, der auch das Neue Rathaus am Marienplatz plante, zwischen 1892 und 1906 im neugotischen Stil realisiert.
  • Aussichtspunkt zur Wiesn: Mit seinem 97 Meter hohem Hauptturm zählt die Paulskirche nahe der Theresienwiese zu den höchsten Sakralbauten in München. Zum Oktoberfest ist der Turm geöffnet.
  • Tragischer Flugzeugabsturz: 1960 streifte ein Flugzeug den Hauptturm und stürzte ab. 52 Menschen starben.

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Der Hauptturm von St. Paul: Aussichtspunkt zum Oktoberfest

Von der Paulskirche hat man einen beeindruckende Aussicht, auch auf die Theresienwiese., Foto: Melina Pfeffer
Foto: Melina Pfeffer

Tausende Menschen besteigen während der Wiesn den insgesamt 97 Meter hohen Hauptturm der Paulskirche, der dann ausnahmsweise für Besucher geöffnet hat - die umlaufende Aussichtsplattform ist als Balustrade angelegt

Auf dem Weg nach oben haben sich inzwischen zahlreiche Gäste auf den kalten Steinwänden der Kirche verewigt. Hier begegnet man Namen und Botschaften in allen Sprachen der Welt.

Eine Legende erzählt, dass selbst der Kirchenerbauer höchstpersönlich eine Erinnerung an sich hinterlassen haben soll. Über der Tür zum Treppenturm hängt ein Bildnis. Die männliche Büste mit Mütze, starrem Blick und Schnauzbart soll den Architekten Hauberrisser zeigen, doch eindeutig belegt ist dies nicht.

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Architektur und Baugeschichte der neugotischen Kirche St. Paul

St. Pauls Kirche an der Theresienwiese, Foto: Sankt Michaelsbund
Foto: Sankt Michaelsbund

In Ausrichtung und Fassade der Kirche drückt sich das erwachende bürgerliche Selbstbewusstsein des ausgehenden 19. Jahrhunderts aus. Georg von Hauberrisser konnte den Bauauftrag zur Kirche St. Paul im Rahmen eines Architekturwettbewerbes für sich entscheiden. Die Grundsteinlegung erfolgte 1892 durch Erzbischof Antonius von Thoma und 1906 feierte die Kirche Eröffnung.

Der zu dieser Zeit eigentlich dominante Gestaltungsstil für Sakralbauten war die Neuromanik, in der man eine Reminiszenz an die römisch-deutsche Kaiserzeit des Mittelalters sah. So drückte sich in diesem Baustil eine Treue zur Monarchie aus.

Ihr steht die Neogotik St. Pauls entgegen, die der Architekt von Hauberrisser in Kontinuität der Blüte Münchens und seiner Bürger in der Gotik verstand. Damit bettete sich die Kirche bestens in ihre Nachbarschaft ein, die durch bürgerliche Villen geprägt war. Eine Besonderheit ist der östlich versetzte Turm.

Hauberrisser hielt sich an die damals der Kirche vorgesehene Orientierung christlicher Bauten in Richtung Sonnenaufgang und Jerusalem. Das Beste daran: die Kirche ist somit auch Zielpunkt der prominenten Blickachse der Landwehrstraße.

Der Innenraum und die Glocken von St. Paul

Die Wiesnkirche St. Paul in München, Foto: Thomas Geist
Foto: Thomas Geist

Ursprünglich war ihr Innenraum nahezu mystisch und reich geschmückt. Das Prunkstück war ein Hochaltar auf schlanken Säulen mit einem 11 Meter hohen Steinbaldachin. Viele Teile der Ausstattung wurden allerdings durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Als die Paulskirche in den 1950er Jahren renoviert wurde, entschloss man sich zu einer moderneren Interpretation des Innenraumes, der nun eine schlichtere Gestalt innehat.

Die ursprüngliche Glocke von 1901 wurde 1958 durch fünf weitere Klangkörper erweitert und formiert mit ihnen nun eines der tontiefsten Geläute Münchens.

Aus der Geschichte: Flugzeugabsturz von 1960 mit 52 Toten

Tragische Bekanntheit erlangte St. Paul im Zusammenhang mit einem Flugzeugabsturz. Ein amerikanisches Militärflugzeug streifte wegen eines Motorschadens am 17. Dezember 1960 die Spitze des Hauptturms und stürzte auf eine Straßenbahn. 52 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.

Die Tragödie befeuerte Diskussionen um einen neuen Flughafen außerhalb der Stadt. Es sollte zwar noch bis 1992 dauern, bis das Vorhaben mit dem Flughafen im Erdinger Moos umgesetzt werden konnte, doch ein neues Anflugverfahren auf den Flughafen Riem, das den Stadtkern umging, wurde schon 1962 ins Leben gerufen.

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4 Bewertungen zu St. Paul

4
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    Wirklich eine tolle Aussicht, nicht nur auf die Wiesn: ganz München liegt einem zu Füßen!

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