Foto: Katy Spichal

Altes Rathaus

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Münchens Altes Rathaus mit Spielzeugmuseum und Festsaal

Altes Rathaus: Warum sich ein Besuch lohnt

Es stehen gleich zwei Rathäuser am Marienplatz. Das Alte Rathaus beherbergt heute unter anderem das Spielzeugmuseum. Doch das ist nicht die einzige Attraktion.

Die wichtigsten Infos: Das ist das Alte Rathaus

  • Wegen seiner schlichten Fassade halten viele das Alte Rathaus für moderner als das reich verzierte, im neugotischen Stil gebaute Neue Rathaus. Tatsächlich reicht die Baugeschichte des Alten Rathauses bis in das 14. Jahrhundert zurück.
  • 1874 zog die Stadtverwaltung aus dem Gebäude. Doch im Festsaal finden noch immer Festakte wie die Verleihung der Ehrenbürgerwürde statt.
  • Auf gleich vier Stockwerken im Alten Rathaus erstreckt sich seit 1983 das Spielzeugmuseum mit seinem Blick in historische und aktuelle Kinderzimmer.

Die Fassade: Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Altes Rathaus München, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Besonders die Westfassade des Alten Rathauses erfuhr im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Neugestaltungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Rathaus stark beschädigt. Für den Rathausturm bestand sogar Einsturzgefahr.

Beim Wiederaufbau orientierten sich die Denkmalschützer an dem gotischen Original aus dem 15. Jahrhundert, das der Baumeister Ganghofer entworfen hatte. Daher setzte man hohe Fenster ein und verwendete neugotische Giebelelemente.

Erhalten blieben die Statuen Ludwigs des Bayern an der Westfassade und Heinrichs des Löwen an der Ostfassade. Verschiedene Münchner Stadtwappen prangen an der neuen Turmfassade.

Der Festsaal: Spätgotisches Tanzhaus mit einmaligem Flair

Altes Rathaus großer Saal, Foto: Stadt München
Foto: Stadt München

Der Festsaal im ersten Stock des Alten Rathauses, der auch als Tanzhaus bezeichnet wird, beeindruckt allein schon wegen seiner kunstvoll verzierten Holzdecke.

Der spätgotische Raum mit dem Tonnengewölbe von Tischlermeister Hans Wengler zählt zu den architektonischen Meisterleistungen der Münchner Gotik.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Decke beinahe komplett zerstört, anschließend aber detailgetreu restauriert. In sie sind verschiedene Holzschnitzereien und Wappen bayerischer Adelsfamilien wie des Hauses Wittelsbach eingelassen.

Heute dient der Saal als Repräsentationsort für Stadtrat und Oberbürgermeister, aber auch Festakte, Gedenkfeiern oder Preisverleihungen werden hier veranstaltet.

Moriskentänzer: Entdeckt die Schnitzfiguren bei ihrem Tanz

Höhepunkt der dekorativen Saalausstattung im Alten Rathaus am Marienplatz sind die Moriskentänzer. Die Schnitzfiguren stammen vom Bildhauer Erasmus Grasser.

Der Moriskentanz war ein weitverbreitetes Tanzspiel im 15. Jahrhundert, wahrscheinlich ein ballettartiger Springtanz, der seine Ursprünge in Afrika hat. Bei der Betrachtung der lebhaften Figuren wird schnell klar, warum der Saal also auch Tanzhaus genannt wird.

Von den ursprünglich 16 Figuren sind 10 als Kopien im Alten Rathaus zu bestaunen. Die Originale befinden sich im Münchner Stadtmuseum.

1931 wurden sie bereits vor der Zerstörung des Rathauses durch den Zweiten Weltkrieg geborgen und dort sicher untergebracht. Was aus den verschwunden 6 Tänzern geworden ist, blieb bisher ungeklärt.

Baugeschichte: Das Alte Rathaus früher

Das Alte Rathaus entwickelte sich teilweise aus der alten leoninischen Stadtbefestigung Münchens heraus. Es folgte dem Rathausbau von 1310. Damals wurde das Talburgtor zum Beispiel zum 56 Meter hohen Rathausturm umfunktioniert.

1392 bis 1394 komplementierte ein großer Saal den Bau, 1460 wurde das Gebäudeensemble vom Blitz getroffen und brannte ab. So kam es, dass der Münchner Baumeister Jörg von Halspach, auch Ganghofer genannt, ab 1470 den Entwurf eines spätgotischen Rathauses umsetzte.

In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde der Rathausbau vielseitig im Barock-, Renaissance- und Historismusstil umgestaltet. Nur das Tanzhaus blieb stets davon verschont.

Nach dem Umzug der Stadtverwaltung 1874 in das Neue Rathaus, diente das Alte Rathaus nunmehr repräsentativen Zwecken. Damals ersetzte man auch das Erdgeschoss durch eine Durchfahrt und Fußgängerpassage vom Marienplatz zum Tal.

Das Spielzeugmuseum: Erinnerungen an das Spielzeug von damals

Modelleisenbahnen, Plüschtiere, Puppen und Blechspielzeug – der Turm des Alten Rathauses ist voll mit historischem Spielzeug. Hier ist seit 1983 das Spielzeugmuseum zu Hause.

Das eignet sich perfekt für einen Familiennachmittag, denn nicht nur Kinder haben hier ihren Spaß. Auch Erwachsene bekommen leuchtende Augen, wenn sie ihre einstige Puppenstube in der Vitrine wiederentdecken.

Das Spielzeugmuseum ist täglich von 10 bis 17:30 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 6 Euro
  • Kinder bis 17 Jahre: 2 Euro
  • Familien (2 Erwachsene mit bis zu 3 Kindern): 12 Euro

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13 Bewertungen zu Altes Rathaus

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13 Bewertungen
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    München ist immer eine Reise wert

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    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Siehe Eintrag unter "Die Fassade" ""Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges war das Rathaus stark beschädigt.""

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    sehr hilfreich. allerdings könnte noch drin stehen ob es im zweiten weltkrieg zerstört wurde.

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