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Königsplatz

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KulturGeschichtsPfade | Maxvorstadt, Universität

Königsplatz

Königsplatz, Zeichnung von Leo von Klenze
Königsplatz, Zeichnung von Leo von Klenze, 1848

Zur Geschichte

Schon vor 1808 stand die Schaffung eines repräsentativen Rechteckplatzes in der geplanten Maxvorstadt im Raum. Dessen Gestaltung und Namensgebung sollte die staatliche Souveränität des zwei Jahre zuvor gegründeten Königreichs unterstreichen. Ludwig I. machte die Bebauung des Königsplatzes bereits als Kronprinz zu seinem persönlichen Anliegen, an dem er auch nach seiner Abdankung festhielt. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte ließ der Griechenland-begeisterte König hier »Isar-Athen« errichten. Den Anfang machte Klenzes Glyptothek (1816–1830) auf der Nordseite des Platzes, in der hinter ionischen Säulen und in wandbemalten, marmorgeschmückten Räumen Ludwigs I. Antikensammlung öffentlich ausgestellt wurde. Georg Friedrich Ziebland schuf 1838–1845 das Kunst- und Industrie-Ausstellungsgebäude (heute Staatliche Antikensammlung) mit einem korinthischen Portikus. Bis zur Erbauung des Glaspalastes fanden hier die Kunstausstellungen der Akademie und Industrieausstellungen statt; später wurde hier die Kunst der Münchner Secession präsentiert. Die Antikensammlung zog erst nach dem Wiederaufbau (1963–1967) ein.

Den westlichen Abschluss des Platzes und ursprünglich auch des »neuen München« sollte ein Stadttor bilden. Freilich war die Stadt bei Baubeginn von Klenzes dorischen Propyläen 1845–1862 (benannt nach dem Vorbau am Aufgang zur Akropolis) bereits über den Königsplatz hinausgewachsen. Nachdem Ludwigs I. Sohn Otto I. 1835 griechischer König geworden war, wurden die Propyläen als Denkmal konzipiert, das an die Befreiung Griechenlands mit Hilfe der Wittelsbacher erinnern sollte; doch noch vor der Fertigstellung der Propyläen war Otto I. bereits wieder abgesetzt worden. Auf dem Giebel der Platzseite stellte Ludwig von Schwanthaler den thronenden Otto I. dar. Aufgrund der Gefährdung durch die starke Luftverschmutzung wurde der Originalgiebelfries 1985 durch eine Kopie ersetzt und ist seither im U-Bahnhof Königsplatz ausgestellt.

Nachdem die NSDAP 1930 das Palais Barlow in der Brienner Straße 45 zum »Braunen Haus« umgestaltet hatte, wurde der Königsplatz zum Kultort der Partei und zum Aufmarschplatz degradiert. Am 10. Mai 1933 fand hier die Bücherverbrennung statt. 1934/1935 wurden die sogenannten »Ehrentempel« für die »gefallenen Kämpfer« des Hitler-Putsches sowie der »Führerbau« und der »Verwaltungsbau der NSDAP« (Ecke Brienner Straße/ Arcis- bzw. Katharina-von-Bora-, bisher Meiser-Straße) an der Stelle historistischer Villen errichtet – in einer war Thomas Manns Ehefrau Katia Pringsheim aufgewachsen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verkam der Königsplatz zum Parkplatz. Erst 1986–1988 wurden die Granitplatten, die die Nationalsozialisten ausgelegt hatten, entfernt und die begrünte Anlage wurde geschaffen. Auch nach 1945 war der Königsplatz Ort zahlreicher Großveranstaltungen. So versammelten sich hier Mitte September 1951 200.000 Menschen zum Bundestreffen der Schlesier, im Mai 1960 veranstalteten US-amerikanische und bundesdeutsche Truppen auf dem Königsplatz eine gemeinsame Militärparade und der Deutsche Gewerkschaftsbund hielt hier regelmäßig seine Kundgebungen zum 1. Mai ab. Heute finden auf dem Königsplatz in begrenzter Zahl kulturelle Veranstaltungen statt.

Im Mai 2015 wird das NS-Dokumentationszentrum München auf dem Grundstück des einstigen »Braunen Hauses« eröffnet. München erhält damit einen zentralen Lernort zur Auseinandersetzung mit den Ursachen, Auswirkungen und Folgen des Nationalsozialismus.

 

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