Foto: Sankt Michaelsbund

Asamkirche

Asamkirche in der Sendlinger Straße Galerie

Bei einem Shoppingbummel durch die Sendlinger Straße in München taucht inmitten der vielen Geschäfte die Asamkirche auf. Imposant sind die reich verzierte Fassade, der prunkvolle Barock und die filigranen Rokokos im Innern. Die Baumeister, die Gebrüder Asam, weihten sie dem heiligen Nepomuk. Daher trägt die Kirche auch den Namen Sankt Johann Nepomuk.

Die Gebrüder Asam und ihre Privatkirche

Asamkirche, Foto: Sankt Michaelsbund
Foto: Sankt Michaelsbund

Cosmas Damian Asam und Egid Quirin Asam zählen zu den wichtigsten Künstlern, die das Münchner Stadtbild mitgestaltet haben. Während Cosmas wie der Vater die Kunst der Freskomalerei betrieb, arbeitete Egid als Bildhauer, Altarbauer und Stuckateur. Zusammen ergänzten sie sich und prägten den bayerischen Barock. Als Egid in der Sendlinger Straße einige Häuser erwarb, errichtete er sich dort sein Eigenheim. Direkt daneben sollte die Asamkirche entstehen, geweiht dem heiligen Nepomuk. Der Clou für Egid Quirin Asam: Aus dem Fenster seines Schlafzimmers blickte er direkt auf den Hochaltar.

Als private Kirche, nur für sich selbst, geplant, sollte sie als ein persönliches Werk zu Ehren Gottes fungieren und somit das Seelenheil der Brüder absichern. Kirche und Bevölkerung sahen so ambitionierte Pläne gar nicht gern. Erst nach langem Hin und Her erteilte man den Gebrüdern 1733 die Erlaubnis zum Bau der Kirche. Vorher mussten sie jedoch erst den Zugang für die Bevölkerung zusichern.

Beim Bau der Kirche setzten sich die Brüder keine Grenzen, schließlich waren sie selbst die Bauherren. Sie mussten sich nicht durch Vorgaben einschränken. Das beweisen der überschäumende Prunk im Inneren sowie ein paar Besonderheiten. So ist die Kirche beispielsweise nach Westen statt nach Osten ausgerichtet und das Kreuz gegenüber der Kanzel hängt tiefer als üblich. 1746 wurde die damals noch unvollendete Kirche eingeweiht. Egids Bruder war inzwischen verstorben und er selbst folgte nur vier Jahre später. Die eigentliche Fertigstellung der Kirche blieb also beiden Brüdern verwehrt.

Die Fassade: Pracht im Alltagstrubel

Zwischen kleinen Geschäften und lauten Cafés erhebt sich auf der Sendlinger Straße die barocke Welt der Asamkirche. Zwei wuchtige Felsen erwachsen aus dem Säulenkapitell des Eingangs. Über dem Portalgiebel wacht vor dem großen Ostfenster die Statue des heiligen Nepomuks. Ihm stehen Engel zur Seite. Im Giebel darüber schlummern die göttlichen Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung.

Der Innenraum: Klein aber fein

Asamkirche in der Sendlinger Straße, Foto: Sankt Michaelsbund
Foto: Sankt Michaelsbund

Durch eine mächtige Tür aus Holz, verziert mit vier Reliefs und zwei goldenen, sternförmigen Verzierungen, betritt man die kleine Kirche. Auf gerade mal 22 mal 8 Metern gelang den Gebrüdern Asam ein Meisterwerk. Mit seinen übermäßig vielen Stuckaturen und Ornamenten auf so geringer Fläche überwältigt der Innenraum der Kirche. Besonders beeindruckend ist der Chorbereich, dessen Dreifaltigkeitsfiguren durch versteckte Fenster indirekt beleuchtet sind. Über dem prunkvollen Hochaltar thront auf einem dreidimensional dargestellten Gnadenstuhl Gottvater mit der dreifachen, päpstlichen Tiara (Papstkrone). Der Anblick gewinnt noch an Intensität, wenn man morgens die Kirche besichtigt. Dann fallen Lichtstrahlen vom Ostfenster herein und zaubern eine mystische Stimmung in die Asamkirche.

Vertikal ist der Innenraum dreigeteilt, sinnbildlich für die barocke Weltanschauung: Der düstere untere Teil mit Sitzbänken gehört dem Besucher und symbolisiert das irdische Leid. Der mittlere, in Weißtönen gehaltene, Abschnitt ist dem Kaiser vorbehalten, der obere Bereich ist Gott gewidmet. Die prunkvolle Deckenmalerei, die das Leben des heiligen Nepomuks darstellt, suggeriert eine Öffnung zum Himmel und erstrahlt durch das Licht der Fenster. Vor allem das Bußsakrament scheint in der Kirche eine wichtige Rolle einzunehmen, vielleicht weil Johannes Nepomuk auch als Beichtheiliger gilt. Gleich vier Beichtstühle sind auf dem engen Raum verteilt.

Asamhaus: Unmittelbar daneben

Asamhaus in der Sendlinger Straße, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ihre künstlerischen Fähigkeiten verewigten die Gebrüder Asam auch direkt neben der Kirche, im Asamhaus. Die viergeschossige Fassade ist mit aufwendigen Stuckarbeiten verziert. Sie schlängeln sich elegant zwischen den Fenstern, erstrahlen im glänzenden Weiß auf gelbem Grund. Die filigrane Gestaltung macht deutlich, dass beide Brüder Meister ihrer Künste waren. Sie verdanken dies ihrer Lehrzeit an der Accademia di San Luca, wo sie Schüler des italienischen Meisters, Lorenzo Bernini waren.

Kurios: Warum Sankt Johann Nepomuk?

Warum die Gebrüder Asam die Kirche in der Sendlinger Straße dem heiligen Nepomuk geweiht haben, darüber gibt es verschiedene Ansichten. Auf der einen Seite galt Nepomuk als Schutzheiliger des Kurfürstentums Bayern, auf der anderen Seite fiel die Grundsteinlegung auf den Namenstag von Johannes von Nepomuk. Eine Legende wiederum erzählt von einer Fahrt auf der Donau zum Kloster Weltenburg. Dorthin wollten die Gebrüder wertvolle Skulpturen per Schiff transportierten. Ein Unwetter gestaltete die Fahrt allerdings zu einem Höllenritt. In ihrer Angst vor dem Kentern riefen die Brüder Johannes von Nepomuk an. Er war 1729 heiliggesprochen worden und galt seit dieser Zeit als Schutzpatron für Brücken, Städte und andere Bauwerke, die vor einem Schaden durch Wasser bewahrt werden sollten. Nachdem die Beiden Nepomuk in ihrer Not um Schutz angefleht hatten, blieb ihr Schiff vor einem Unglück in den Fluten der Donau verschont.

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18 Bewertungen zu Asamkirche

5
18 Bewertungen
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    Ein Kleinod - sehenswert! Muss man gesehen haben

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    Unbedingt besuchen. Eine Kirche, die "einfach mal so" in einer Häuserzeile steht ist etwas Besonderes!

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    Hat mir sehr gut gefallen. Sehr viel Prunk. Klei aber fein

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    Beim betreten der Kirche glaubt man im Himmel zu sein. Es ist ein Wunderwerk an Gestaltung , die Kirche hält einen regelrecht gefangen , man kann gar nicht Alles aufnehmen. Die Beiden Gebrüder sind bestimmt gleich in den Himmel gekommen. Wer so etwas vollbringt steht voll in der Gnade Gottes. wer nach München kommt darf es nicht versäumen die Kirche zu besuchen, das wäre sonst eine Unterlassungs-Sünde.

  • von am
  • von am

    Im ersten Moment eher unauffällig, da die Kirche mitten in der Sendlinger Straße steht und auch nicht freistehend ist. Wenn man aber nicht, wie die meisten nur in Shoppinglaune durch die Straße schlendert, fällt die prunkvolle Barockfassade sofort auf. Von außen ist die Asamkirche, im Gegensatz zu innen, sehr schlicht. Das Innere der Kirche ist richtig kitschig, viel Gold und Schnörkel. Mir persönlich ist das "too much", aber ein Blick sollte man schon mal hinein werfen.

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    Ein Höhepunkt eines Besuchs in München. Sehr zu empfehlen.

  • von am

    Mitten in der Einkaufsstrasse liegend, sieht man die Asamkirche vielleicht erst auf den zweiten Blick. Dann aber entpuppt sich die Asamkirche als wirkliches Kleinod. Eine der schönsten Barockkirchen die ich jemals gesehen habe. Der imposante Innenraum mit seinen Verzierungen und Ornamenten ist atemberaubend schön. Hin und wieder gehe ich einfach in die Kirche um einen Moment lang innezuhalten und die ganz besondere Atmosphäre zu spüren. Wer also sowieso gerade in der Sendlinger Strasse unterwegs ist, sollte sich die Kirche unbedingt einmal angesehen haben.

  • von am

    also, wenn ich noch einmal heiraten könnte, würde ich das hier tun. auf diese einmalige kirche bin ich ganz zufällig gestossen und vorher bestimmt einige male dran vorbeigelaufen. sobald man die türen öffnet, tritt man ein in eine andere welt. das viele gold, die vielen details, haben mich zum staunen gebracht. dieser ort ist ganz bestimmt einer der wundervollsten in münchen für mich. und ein geheimtipp, ein muss, wenn ich besuch bekomme.

  • von am

    Unsere Klassenfahrt als Abiturjahrgang ging 1960 nach München. Ein Höhepunkt unseres Besuchs war die Besichtigung der Asamkirche, eine wunderbare Barockkirche mit ganz eigenem Charakter. Ich habe diesen Eindruck nie vergessen.

  • von am

    Danke für diese wundervolle Kirche

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