Lehel: Alle Infos zum Münchner Stadtteil

St. Lukas an der Isar , Foto: muenchen.de/Lukas Fleischmann
Foto: muenchen.de/Lukas Fleischmann

Eisbach, Museumsmeile & Prachtstraßen: So schön ist es im Lehel

Das Lehel gehört zu den sehenswertesten Stadtteilen Münchens. Mit dem Englischen Garten liegt hier einer der bekanntesten Stadtparks der Welt, die Surfer-Welle im Eisbach besitzt Kultcharakter. Doch auch architektonisch hat das Lehel mit seinen prachtvollen Straßenzügen viel zu bieten. Zudem befinden sich hier mit dem Haus der Kunst und dem Bayerischen Nationalmuseum einige der renommiertesten Museen Deutschlands.

Freizeit: Englischer Garten - Chinesischer Turm, Monopteros & Co.

Ausblick vom Monopteros, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Der Englische Garten ist mit 417 Hektar Fläche größer als der Central Park in New York (ca. 341 Hektar) und eines der Münchner Wahrzeichen. Zum Lehel gehört der südliche Parkteil. Mit dem Chinesischen Turm befindet sich hier einer der schönsten und dank des namensgebenden Bauwerks auch einer der spektakulärsten Biergärten Münchens. Der Rundtempel Monopteros, auf Geheiß Ludwigs I. gebaut und 1836 fertiggestellt, ist bis heute ein Blickfang im "E-Garten", wie vor allem einheimische die grüne Oase gerne nennen. Ob zur sportlichen Betätigung oder einfach nur zum Entspannen - in diesem Park ist für alle etwas geboten.

Im Südteil des Englischen Gartens liegt auch der Kleinhesseloher See, der eines der beliebtesten Ausflugsziele innerhalb Münchens ist. Rudern und Tretbootfahren im Sommer, Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen im Winter sorgen dafür, dass Euch hier garantiert nicht langweilig wird. Und eine Stärkung im Seehaus sollte dabei nicht fehlen. Ebenfalls einen Besuch lohnt das japanische Teehaus ganz im Süden des Englischen Gartens. Mit den ringsum angelegten japanischen Gärten kommt hier auf jeden Fall fernöstliches Flair auf.

Eisbach: Spot für Stadtsurfer

Eisbach Surfen München, Foto: Luisa Fumi/Shutterstock.com
Foto: Luisa Fumi/Shutterstock.com

Eine der Hauptattraktionen im Lehel ist der Eisbach mit der stehenden Welle. Surfer aus der ganzen Welt reisen an, um diesen speziellen Spot im Englischen Garten, direkt neben dem Haus der Kunst, einmal zu testen. Doch Vorsicht: Das Reiten der Eisbachwelle ist anspruchsvoll und zudem nicht ganz ungefährlich, sodass Surfanfänger sich lieber davon fernhalten sollten.

Auch für Besucher ist die Welle ein echtes Highlight: An schönen Tagen kommt hier beinahe Volksfeststimmung auf, wenn die Surfer ihr Können zeigen. Denn eines ist klar: Einfach vorbeigehen kann man an der Eisbachwelle definitiv nicht.

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Kultur: Haus der Kunst, Bayerisches Nationalmuseum & Museum Fünf Kontinente

Bayerisches Nationalmuseum, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Im Lehel befinden sich einige der wichtigsten kulturellen Einrichtungen der bayerischen Landeshauptstadt. Vor allem die Prinzregentenstraße nennt man nicht zu Unrecht "Museumsmeile": Das Haus der Kunst hier genießt einen hervorragenden Ruf weit über die Grenzen Münchens hinaus. Einige der wichtigsten zeitgenössischen Künstler wie Ai Weiwei oder Andreas Gursky haben hier bereits ausgestellt. Durch die Kooperation mit der Sammlung Goetz, der größten Privatsammlung zeitgenössischer Kunst, sind auch immer wieder bedeutende Werke aus diesem schier unermesslichen Fundus zu sehen.

Das Bayerische Nationalmuseum beherbergt eine riesige Sammlung zur europäischen Kunst und Geschichte. Und wer sich dafür nicht so sehr interessiert, sollte trotzdem einmal vorbeischauen, denn das imposante Gebäude von Gabriel von Seidl gehört zu den schönsten Bauwerken Münchens. Zudem steht in der Maximilianstraße auch das Museum Fünf Kontinente, in dem über 160.000 Kunstwerke aus den verschiedensten außereuropäischen Kulturen wie Afrika, Südamerika oder dem Orient ausgestellt sind. Die Galerie Schack beherbergt einige Kunstschätze, darunter Bilder von Anselm von Feuerbach oder Carl Spitzweg.

Das Lehel kurios

Wer in den 1980er Jahren jung war, dürfte nostalgisch werden oder gar wehmütig zurückdenken, wenn man von der Widenmayerstraße 2 im Lehel spricht. Warum? Mittlerweile existiert es zwar nicht mehr, aber Anfang der 1980er Jahre wurde im Innenhof ein etwas baufälliges Kutscher- und Werkstatthaus renoviert, um es als Drehort zu benutzen. Hier trieben dann Gustl Bayrhammer und Hans Clarin ihr Unwesen, besser bekannt als „Meister Eder und sein Pumuckl“…

Events: Praterinsel - Open Airs, Märkte & Kunstausstellungen

Stimmung bei Isarrauschen auf der Praterinsel, Foto: Isarrauschen
Foto: Isarrauschen

Nicht jeder Münchner Stadtteil kann von sich behaupten, über eine eigene Insel zu verfügen - das Lehel schon. Die Praterinsel ist neben der Museumsinsel mit dem Deutschen Museum die einzige bebaute und befestigte Insel in der Isar. Früher befand sich hier unter anderem eine Schnapsbrennerei. Heute werden die großen Hallen vor allem für Musikevents und Kunstausstellungen genutzt.

Aber auch das bayerische Ministerium für Kultus und der Deutsche Alpenverein, der hier auch ein Museum hat, haben hier ihren Sitz. Gut zu erreichen ist die Praterinsel über die Mariannenbrücke. Wenn man über den Wehrsteg läuft, kommt man direkt auf die Museumsinsel.

Sehenswürdigkeiten: Maxmonument, St. Anna & Isarbrücken

St. Anna Platz, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

In der Maximilianstraße thront das Maxmonument, das große Denkmal zu Ehren Maximilians II. Während der König selbst natürlich auf dem Sockel steht, sitzen an den Stufen vier Figuren, die die Herrschertugenden wie Gerechtigkeit symbolisieren. Was man im Lehel ebenfalls unbedingt gesehen haben sollte, ist der St.-Anna-Platz. Zum Ensemble gehört hier die Pfarrkirche St. Anna, die eines der besten Beispiele des Historismus in München gilt. Nicht zu verwechseln übrigens mit der Klosterkirche St. Anna, die ebenfalls hier steht, und die die erste Rokoko-Kirche Altbayerns ist. Am St.-Anna-Platz 2 wuchs übrigens der Schriftsteller Lion Feuchtwanger auf - eine Gedenktafel erinnert noch heute an ihn.

Ein ebenfalls beeindruckender Sakralbau ist die evangelische St.-Lukas-Kirche, die im 19. Jahrhundert errichtet wurde. Sehr speziell sind auch die vier gleichartigen Denkmäler, die sich in der Maximilianstraße zwischen dem Regierungsgebäude und dem Völkerkundemuseum befinden. Im Norden stehen Bernhard Erasmus Graf von Deroy und Sir Benjamin Thompson Graf von Rumford, während sich im südlichen Teil Friedrich Wilhelm von Schelling und Joseph von Fraunhofer befinden. Auch die Isarbrücken im Viertel lohnen einen Besuch, wie etwa die Maximiliansbrücke oder die Praterwehrbrücke.

Prachtstraßen: Prinzregenten- und Maximilianstraße

Maxmonument, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Prinzregenten- und Maximilianstraße – nicht nur München-Kenner wissen, dass es sich hier um zwei wunderschöne und vor allem sehr beeindruckende Straßen in der Stadt handelt. In der Prinzregentenstraße befindet sich noch dazu eine Deutschlandweit bekannte Diskothek: Das P1, dessen Name sich aus der eigenen Hausnummer ableitet, ist direkt am Haus der Kunst gelegen.

Weitere Sehenswürdigkeiten an der Prinzregentenstraße sind das Prinz-Carl-Palais und der über der Isar thronende Friedensengel. Nicht weniger beeindruckend ist die als Prachtboulevard konzipierte Maximilianstraße. Der Westteil der Straße ist dabei eher urbaner Geschäfts- und Wohnbereich, während sich im östlichen Abschnitt zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen befinden.

Leben im Lehel: Hohe Lebensqualität inklusive

Wohngegend in München Lehel, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Das Lehel gehört von der baulichen Substanz sicherlich zu den schönsten Stadtvierteln Münchens, viele Münchner sagen sogar, dass es das schönste Viertel der bayerischen Landeshauptstadt ist. Bei einem Streifzug durch die Straßenzüge nördlich und südlich des Maxmonuments oder entlang der Isar drängen sich Parallelen zur Architektur in Paris auf. Viele der Wohnhäuser sind im neubarocken Stil oder im Stil der Neurenaissance erbaut. Dabei sind nicht nur die Fassaden eine Augenweide, sondern auch die Wohnhäuser an sich. Wer schon einmal im Lehel unterwegs war, kann sich vorstellen, dass der Stadtteil nicht zu den günstigsten Wohnorten Münchens gehört. Die hohe Lebensqualität im Lehel lässt viele Bewohner aber gerne tiefer in die Tasche greifen.

Dienstleistungen im Lehel

Historisches: Münchens älteste Vorstadt

Pferdekutschen in der Prinzregentenstraße, September 1904., Foto: © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel www.schirmer-mosel.com
Foto: © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel www.schirmer-mosel.com

Der Name Lehel stammt von "lohe", lichter Wald. Das ursprüngliche Lehel war ein kleiner Auenwald, der von vielen Bächen durchzogen war. Schon zur Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern (1314-1347) war das Lehel Siedlungsgebiet für diejenigen, denen man wegen ihrer Armut eine Niederlassung in der Stadt verweigert hatte. Im Jahre 1724 wurde das Lehel in den Münchner Burgfrieden einbezogen. Damit ist es die älteste unter Münchens Vorstädten. Mit dem Bau der St. Anna-Klosterkirche, für die 1727 der Grundstein gelegt wurde, erhielt der Stadtteil die amtliche Bezeichnung "St.-Anna-Vorstadt". Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Lehel von einem Viertel der Tagelöhner und Wäscherinnen zu einem beliebten Wohnviertel.

Lage und Abgrenzung: Lehel - der Isar zu Füßen

Die Grenzen des Stadtteils Lehel bilden die Isar im Osten und die Max-Joseph-Brücke im Norden. Die benachbarten Stadtteile sind hier Schwabing und Maxvorstadt. Im Süden wird Lehel von der Ludwigsbrücke begrenzt, im Westen vom Thomas-Wimmer, Karl-Scharnagl- und Franz-Josef-Strauß-Ring (Altstadtring) und weiter nördlich von der Königinstraße. Das Lehel ist über die gleichnamige Haltestelle der Linien U4 und U5 sowie durch mehrere Straßenbahnhaltestellen an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

Das Lehel in Zahlen: Stadtbezirk 1

Das Lehel bildet zusammen mit der Altstadt den Münchner Stadtbezirk 1.

  • Einwohner des Stadtbezirks: 21.100
  • Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 67
  • Fläche in Hektar: 314,57
    (Zahlen: Statistisches Amt 2019)

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