Ludwigsvorstadt

Bavaria Theresienwiese Galerie

Hauptbahnhof, Wiesn, Klein-Istanbul - und als Kontrast das Klinikviertel: Die Ludwigsvorstadt ist ein geschäftiger und ebenso vielfältiger Stadtteil. Die Bavaria mit der Ruhmeshalle an der Theresienwiese ist von besonderer Anziehungskraft. Jedes Jahr pilgern mehrere Millionen Menschen dorthin, wenn es auf dem Oktoberfest heißt: "O‘zapft is".

Stadtteil

Die Ludwigsvorstadt ist Trubel gewohnt: Tagtäglich nutzen tausende Menschen den Hauptbahnhof, seien es Berufspendler, Ausflügler oder Touristen. Südlich des Bahnhofs hat sich seit den 1960er Jahren - der Zeit der Gastarbeiter - vor allem die türkisch-stämmige Gemeinschaft angesiedelt, mit etlichen Geschäften, Cafés, Restaurants und Kultureinrichtungen, was diesen Straßenzügen den Beinamen „Klein-Istanbul“ eingebracht hat. Jedes Jahr ab Mitte September schließlich zieht es knapp sechs Millionen Vergnügungssüchtige aus München und dem Rest der Welt auf die Wiesn zum Oktoberfest.

Münchner Kliniken in der Innenstadt, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Einen krassen Kontrast dazu bildet das Klinikviertel, mit den Universitätskliniken und zahlreich angegliederten Instituten: Während vor allem im Bahnhofsviertel besonders viel Verkehr und Trubel herrscht, ist der südlich angrenzende Klinikbereich verkehrsberuhigt. Auch das Wiesnviertel ist eher ruhig, wenn nicht gerade Oktoberfest, Tollwood, Frühlingsfest oder Flohmarkt stattfinden. Beim Spazieren durch die Straßen fallen vor allem die gründerzeitlichen Bürohäuser auf. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Stadtteil als repräsentatives Villen- und Mietshausviertel konzipiert worden.

Insidertipps für die Ludwigsvorstadt

  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.

Freizeit

Zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen im Viertel zählen das Joggen und Sporteln an der Theresienwiese oder der Besuch in einem der vielen Kinos. In kultureller Hinsicht erwähnenswert ist das Deutsche Theater in der Schwanthaler Straße. Zum Shoppen ist die Altstadt in unmittelbarer Nähe ideal, und auch das Szeneviertel Isarvorstadt ist nicht weit. Wollen Bewohner der Ludwigsvorstadt Schwimmen gehen, so besuchen sie gerne das Schyrenbad im Stadtteil Untergiesing, das per Buslinie 58 direkt vom Viertel aus erreichbar ist.

Shopping, Essen und Übernachten

Bavaria und Ruhmeshalle

Bavaria Theresienwiese, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Der optisch dominierende Mittelpunkt im Stadtteil ist die Bavaria mit der Ruhmeshalle. Ludwig Schwanthaler schuf die Monumentalstatue, gekleidet in einem Bärenfell, in der Hand einen Eichenkranz, bewaffnet mit einem Schwert und neben ihr der Löwe - das bayerische Wappentier. Die 18 Meter hohe Statue, genau an der Grenze und eigentlich zugehörig zum Stadtteil Schwanthalerhöhe, ist aus 1560 Zentnern Erz gegossen, das aus untergegangenen Seeschlacht-Kanonen stammt. Die Bavaria kann von innen erklettert werden und bietet einen herrlichen Blick über die Stadt. Die Ruhmeshalle im Rücken der Bavaria, eine dreiflügelige dorische Säulenhalle aus Marmor, wurde 1843 bis 1853 von Leo von Klenze errichtet. In ihr sind die Büsten vorbildhafter Bayern ausgestellt.

Geschichte

Von der Paulskirche hat man einen beeindruckende Aussicht, auch auf die Theresienwiese., Foto: Shutterstock
Foto: Shutterstock

Der Stadtteil geht ursprünglich auf das Stadterweiterungsprogramm der bayerischen Könige zurück. Er sollte ein modernes und grünes Viertel werden, mit der Bavaria als optischem Höhepunkt. Die Bezeichnung Ludwigsvorstadt taucht zum ersten Mal 1804 auf, benannt nach dem Kronprinzen und späteren König Ludwig I., der im Oktober 1810 anlässlich der Hochzeit mit seiner Therese ein großes Fest auf der nach seiner Gattin benannten Theresienwiese feierte - der Ursprung des heutigen Oktoberfests.

Die St.-Paul-Kirche, der "Vorstadtdom" mit dem zweithöchsten Kirchturm Münchens, ist wie auch das Neue Rathaus am Marienplatz ein Werk der späten Neugotik. Die wohlhabenden Bewohnerinnen und Bewohner des Villenviertels nördlich der Theresienwiese finanzierten den Bau der Kirche mit. Zwischen 1892 und 1906 entstand die mächtige Basilika mit Zweiturmfassade und Kuppelturm. Mit dem Aufbau des Hauptbahnhofs und dem Ausbau der Klinik entstanden zwei neue Schwerpunkte.

Hauptbahnhof München, Foto: Deutsche Bahn AG
Foto: Deutsche Bahn AG

Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte den Charakter des Stadtteils. Verwaltungsgebäude, Büros und Gastgewerbe verdrängten Wohnraum und Kleingewerbe. Das Bahnhofsviertel, im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, wurde mit Geschäftshäusern und vor allem mit Hotels und Gaststätten wieder aufgebaut. Fast zwei Millionen Gäste übernachten dort jährlich.

Lage Ludwigsvorstadt

Zur Ludwigsvorstadt, westlich der Altstadt gelegen, gehören der Hauptbahnhof, die Theresienwiese und das Innenstadtklinikum. Der Hauptbahnhof ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in München: Alle S-Bahnlinien der Stammstrecke und vier U-Bahnlinien fahren den Hauptbahnhof an. Die Theresienwiese ist direkt über die U4 und U5 erreichbar. Über die U-Bahnlinien U3 und U6 ist auch der südöstliche Teil der Ludwigsvorstadt gut an den ÖPNV angeschlossen. Zudem queren mehrere Trambahn- und Buslinien das Viertel.

An der Hackerbrücke in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof befindet sich zudem der 2009 eröffnete Zentrale Omnibusbahnhof, der wichtigste Münchner Knotenpunkt für den überregionalen und internationalen Busverkehr.

Die Ludwigsvorstadt in Zahlen

Die Ludwigsvorstadt bildet zusammen mit der Isarvorstadt den Münchner Stadtbezirk 2.

- Einwohner des Stadtbezirks: 54.915
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 125
- Fläche in Hektar: 440,14
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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