Pasing

Der Pasinger Bahnhof

Pasing ist das vielleicht lebhafteste Viertel des Münchner Westens. Rund um den Bahnhof und den Marienplatz ist immer etwas los. Wer kulturell etwas erleben möchte, ist mit einem Besuch der Pasinger Fabrik gut beraten. Prägend für das Stadtteilbild sind das Villenviertel und der Stadtpark mit seinen einladenden, großzügigen Grünflächen.

Pasinger Kultur

Eingang Pasinger fabrik, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Das kulturelle Angebot in Pasing ist vielfältig. Das liegt hauptsächlich an der Pasinger Fabrik. Hier gibt es ein breit gefächertes Angebot an Theater- und Opernaufführungen. Zudem sind ständig wechselnde Ausstellungen von jungen oder bereits etablierten Künstlern zu sehen. Die Kupa West beherbergt Ateliers von Künstlern, die in den Räumlichkeiten der früheren Kuvertfabrik ihre Werke ausstellen. Auch das Ebenböckhaus lohnt einen Besuch. In den Sommermonaten werden der Garten und die Erdgeschossräume für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Für junge Leute gibt es das Aquarium Jugendcenter. Hier finden oft Konzerte von Nachwuchsbands statt und in den vielfältigen Workshops können sich Jugendliche selbst künstlerisch betätigen.

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Ausgehen, Einkaufen und Übernachten

Shopping in Pasing: Fast wie in der Innenstadt

Eingang der Pasing Arcaden am Bahnhof, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Nicht wenige Leute bezeichnen Pasing als „Stadt in der Stadt“. Und tatsächlich, wenn man sich das lebendige Treiben rund um den Marienplatz und den Pasinger Bahnhof ansieht, dann ist diese Bezeichnung durchaus zutreffend. Die vielfältigen Shoppingmöglichkeiten lassen eigentlich keinerlei Wünsche offen. Die Pasing Arcaden sind mittlerweile ähnlich beliebt wie das Olympia-Einkaufszentrum (Anzeige). Die Gleichmannstraße zwischen Bahnhof und Marienplatz ziehen viele Pasinger den Einkaufsmeilen in der Innenstadt wie Leopold- oder Kaufingerstraße vor. Und auch der Viktualienmarkt in Pasing bietet ähnlich viele frische Köstlichkeiten wie sein gleichnamiges Pendant in der Altstadt.

Pasinger Sehenswürdigkeiten

Die Kirche Maria Schutz in Pasing.

Wenn man sich in Pasing aufhält, sollte man auf jeden Fall den beiden Kirchen einen Besuch abstatten. Maria Schutz in der Bäckerstraße ist vor allem für die beeindruckende Schutzmantelmadonna bekannt, da ihre Augen den Besucher an jeder Stelle des Kirchenraums bannen. Mariä Geburt, die an der Würm liegt, wurde bereits im Jahr 1315 erstmals urkundlich erwähnt. An ihren Wänden befinden sich Epitaphe der Pasinger Hofmarksherren. Neben den christlichen Gebetsstätten gibt es in Pasing auch eine Moschee. Die Haci Bayram Moschee in der Planegger Straße fasziniert durch ihren bunten Gebetsraum mit Kuppeldach. Besucher sind hier stets willkommen.

Pasinger Marienplatz 2015 nach dem Umbau , Foto: Michael Hofmann / muenchen.de
Foto: Michael Hofmann / muenchen.de

Auch in Pasing gibt es eine Mariensäule. Das Wahrzeichen Pasings ist zwar nicht ganz so groß wie die gleichnamige Säule im Münchner Zentrum, aber gesehen haben sollte man sie definitiv einmal. Sie befindet sich auf dem 2014/2015 umgestalteten Pasinger Marienplatz (Foto). Das gilt auch für das spätklassizistische Schloss Gatterburg. Es beherbergt zwar heute Büroräume, doch seine adlig anmutende Aura hat es dadurch nicht verloren. Wer sich nach all dem Sightseeing ein wenig erholen möchte, findet im Pasinger Stadtpark sicherlich ein ruhiges Plätzchen. Auf der fast 20 Hektar großen Grünfläche laden vor allem die idyllischen Flecken an der Würm zum Verweilen ein.

Villenviertel: Traumhaftes Wohnen

Villa in Pasing, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

In Pasing gibt es eigentlich alle Arten von Wohnhäusern. Mehrstöckige Miets- oder Reihenhäuser wechseln sich ab mit Einfamilienhäusern. Am beeindruckendsten sind aus architektonischer Sicht aber die beiden Villenviertel I und II nördlich des Pasinger Bahnhofs. Im Mittelpunkt der Villensiedlung befindet sich der Wensauerplatz, an dem eine Reiterstatue Otto von Bismarcks einen Brunnen ziert. Maßgeblich beteiligt an der Gründung und am Bau der Villenkolonie war der Architekt August Exter, nach dem auch eine Straße hier benannt ist. Viele der einzigartigen Häuser wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte aufwändig renoviert, sodass sich hier eines schönsten Wohnviertel Münchens befindet.

Legendär: Das Pasinger Selbstbewusstsein

Alter Teil des Rathauses Pasing, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Legendär ist das sprichwörtliche Pasinger Selbstbewusstsein. Es gründet nicht zuletzt darauf, dass Pasing erst 1938 nach München eingemeindet wurde und ob dieser „Zwangseingemeindung“ zahlreiche Sonderrechte bekam. Bis zu diesem Zeitpunkt war Pasing übrigens die fünftgrößte Stadt Oberbayerns. Das Pasinger Rathaus, das heute unter anderem als Sozialhaus und Standesamt dient, war bis 2005 die einzige Außenstelle der Münchner Stadtverwaltung, die direkt dem Oberbürgermeister unterstellt war. Viele Einwohner sehen sich auch heute noch zunächst als „Pasinger“ und dann erst als „Münchner“. Obwohl die meisten die Eingemeindung in die Landeshauptstadt mittlerweile verdaut haben: "Münchner geworden, Pasinger geblieben", heißt es nicht selten. Das zeigt auf jeden Fall die gesunde Mischung aus München-Treue und Pasinger Selbstwertgefühl.

Historisches: Von der Stadt zum Stadtteil

Bismarckbrunnen am Wensauer Platz, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Pasing wurde 763 erstmals urkundlich als "villa Pasingas" erwähnt und ist somit deutlich älter als München. Seit dem 16. Jahrhundert ist Pasing als Hofmark mit einer eigenen Gerichtsbarkeit verzeichnet. Maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung Pasings hatte die Eröffnung der zweiten bayerischen Eisenbahnlinie München-Augsburg im Jahr 1840. Am 1. Januar 1905 wurde Pasing zur Stadt erhoben. Die Pasinger sahen darin einen Schutz vor der drohenden Eingemeindung nach München, die zuvor schon den angrenzenden Stadtteilen Laim und Nymphenburg „widerfahren“ war. Wie erwähnt wurde die Eingemeindung dann 1938 dennoch vollzogen, wenn auch unter besonderen Voraussetzungen. Erst am 31.3.2005 wurde Pasing ein vollständiger Stadtteil Münchens.

Insidertipps für Pasing

  • Wer den Stadtteil einmal genauer kennenlernen möchte, sollte sich auf den KulturGeschichtsPfad begeben.
  • Im Luisengarten gibt es nach Meinung vieler Besucher den besten Schweinebraten Münchens.
  • An der Würm entlang kann man wunderschöne Touren mit Fahrrad unternehmen und beispielsweise das Schloss Blutenburg besuchen.

Das Westbad

Mitten in Pasing sind das Hallen- und das Freibad direkt nebeneinander. Das Westbad in Weinbergstraße verbindet unter seiner großen Glaskuppel sportlichen Anspruch mit Badespaß für die ganze Familie und verwöhnt seine Gäste in der offenen Saunalandschaft mit verschiedenen Aufgüssen, Dampfbad und Sanarium. Spätestens in den zwei großen Whirlpools finden sportbegeisterte und freizeitorientierte Badegäste zum gemeinsamen Entspannen zusammen. Im Freibad West kommt Urlaubsstimmung auf: Nirgendwo sonst sind die grünen Liegewiesen so weitläufig wie im Westbad.
Mehr Informationen zum Westbad

 

Pasing kurios

Der „Pasinger Knödelkrieg“ ist bis heute eine Legende im Stadtteil. Der Grafiker Horst Winter wollte im Jahr 1967 unbedingt etwas gegen den Fluglärm im Pasinger Süden unternehmen. Dieser kam von den Starfightern der Bundeswehr, die beim Landeanflug zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck über Pasing hinwegdonnerten. Winter entschloss sich, mit einem Katapult Kartoffelknödel auf die Flugzeuge zu „feuern“. Die humorvolle Aktion fand in der Presse weltweite Beachtung. Schließlich einigten sich die Luftwaffe und sogar die amerikanische Air Force gütlich mit dem „Knödelschützen von Pasing“. Die Flugrouten wurden geändert und auf Überschallflüge über München hinweg wurde verzichtet.

Abgrenzung Pasing

Der Stadtteil Pasing grenzt im Osten an Laim und Nymphenburg und im Süden an Hadern. Nördlich der Bahnstrecke, die den Stadtteil durchquert, verläuft die Grenze zu Obermenzing. Über die DB-Hauptstrecke vom Münchner Hauptbahnhof und die S-Bahn-Stammstrecke ist Pasing optimal angebunden. Am Pasinger Bahnhof halten viele S-Bahnen sowie zahlreiche Fernzüge, die in westlicher Richtung unterwegs sind.

Pasing in Zahlen

Familieneinkauf am Pasinger Viktualienmarkt, Foto: Christian Brunner
Foto: Christian Brunner

Pasing bildet heute zusammen mit Obermenzing den Münchner Stadtbezirk 21.

- Einwohner des Stadtbezirks: 74.432
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 45
- Fläche in Hektar: 1.649,78
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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