Erster Mai in München

Maibaum am Viktualienmarkt in der Sonne, Foto: Lukas Fleischmann
Foto: Lukas Fleischmann

Maibäume und Maifeiern

Mit dem Mai beginnt so richtig der Frühling - klar, dass das groß gefeiert wird! Wir verraten Euch, welche Stadtviertel Maibäume aufstellen, wo Maifeste auf Euch warten und was es mit der Maibaum-Tradition auf sich hat...

Hier seht Ihr das Maibaum-Aufstellen in Allach im Re-Live

Video-Streifzug: Ein 1. Mai in München

Was Ihr über Maibäume wissen solltet

In zahlreichen Münchner Stadtteilen und in den Umlandgemeinden gibt es die Tradition des Maibaumaufstellens - meist alle fünf Jahre wird ein neuer Baum errichtet - oder wenn ein Baum morsch ist.

Wie sehen die Maibäume aus? 
Die Maibäume sind bemalt, in Bayern meist mit einer von links unten nach rechts oben laufenden Spirale in den Farben Weiß und Blau - die dann wie die bayerischen Rauten aussehen. Diese Bemalung des abgeschliffenen, von der Rinde befreiten Baums, nennt man Schnüren. Außerdem werden die Maibäume mit Tafeln etwa von Zünften oder Vereinen geschmückt.

Wie werden sie errichtet?
In der Stadt werden Maibäume meist mit Hilfe von Kränen durch die Berufsfeuerwehr oder das THW aufgestellt, im Umland oft noch auf traditionelle Weise, also in Gemeinschaftsarbeit und mit langen Stangen, den "Schwaiberln", aufgerichtet.

Wo kommt der Brauch her?
Der Ursprung des Maibaumaufstellens ist nicht genau bekannt - sodass immer wieder darüber spekuliert worden ist, woher der Brauch kommt. In Bayern ist das Maibaumaufstellen seit dem 16. Jahrhundert überliefert - aus dieser Zeit gibt es hier auch schon Abbildungen, die wohl Maibäume zeigen.

Maibaumstehlen - eine bayerische Tradition

Was hinter dem Brauch steckt
Das Stehlen eines (noch nicht aufgestellten!) Maibaumes ist ein beliebter Brauch. Gewitzte Diebe scheuen keine Mühen, den Maibaum einer anderen Gemeinde zu entführen und anschließend eine Auslösesumme zu fordern - zahlbar in der Regel in Bier und Brotzeit für alle Beteiligten. Daher muss ein Maibaum bis zu seiner Aufstellung stets gut bewacht werden.

Welche Regeln gibt es?
Wirklich sicher ist der Baum nirgends, solange er noch nicht aufgestellt ist. Aber Vorsicht - beim Maibaumstehlen gibt es ungeschriebene Regeln, an die sich Diebe und Bestohlene zu halten haben:

  • Es gilt als Regel, dass nur derjenige Maibäume stehlen darf, der auch selbst einen aufgestellt hat.
  • Der Maibaum muss schon gefällt sein und muss sich bereits im Gebiet der Stadt oder Gemeinde befinden, wo er aufgestellt werden soll. Maibaumstehlen im Wald gilt als Holzdiebstahl. Auch aufgestellte Bäume dürfen nicht mehr gestohlen werden.
  • gelingt es einem der Wächter, während des Diebstahls die Hand auf den Stamm zu legen, ist der Raub misslungen.
  • Gestohlene Bäume müssen später wieder ausgelöst werden - sonst wird der Stamm als "Schandbaum" mit deftigen Sprüchen über die ehemaligen Besitzer in der Gemeinde der erfolgreichen Diebe aufgestellt.

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