Geschichte und Bräuche zu Ostern und der Karwoche

Karfreitagsprozession in St. Michael, Foto: muenchen.de/Immanuel Rahman (Archiv)
Foto: muenchen.de/Immanuel Rahman (Archiv)

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest im Kirchenjahr. Welche Bedeutung Gründonnerstag, Karfreitag oder Ostersonntag haben und wie die Tage in München begangen werden, erfahrt Ihr hier.

Gründonnerstag: Gedenken an das Passahmahl

Ein mit einem Kreuz verziertes Osterei liegt neben einem Palmzweig., Foto: andia / Shutterstock
Foto: andia / Shutterstock

Der Gründonnerstag ist der fünfte Tag der Karwoche, an dem des letzten Abendmahles Jesu mit den zwölf Aposteln gedacht wird. Das „Passahmahl“ feierte Jesus laut biblischen Überlieferungen als Abschieds- und Hoffnungsmahl vor seiner Gefangennahme. Er brach dabei das Brot, teilte Wein aus und gab ihnen den Auftrag, dies in Zukunft zu seinem Gedächtnis zu tun.

An diesem Abend beginnt die Zeit der österlichen drei Tage. Auch wenn der Gründonnerstag kein gesetzlicher Feiertag ist, hat er eine wichtige Bedeutung in der Liturgie. Im Gottesdienst an Gründonnerstag wird sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche der Einsetzung der Eucharistie in besonderer Weise, u.a. mit Fußwaschungen gedacht. Auch wenn die Namensherkunft des Gründonnerstags nicht eindeutig geklärt ist, essen auch heute noch viele Gläubige nach altem Brauch grünes Gemüse und grüne Kräuter an diesem Tag.

Karfreitag: Ein Tag im Zeichen der Ruhe

Eine Jesusfigur hängt an einem Holzkreuz., Foto: Diego Cervo / Shutterstock.com
Foto: Diego Cervo / Shutterstock.com

Am Karfreitag nehmen sich Christen Zeit zur Besinnung und Ruhe, denn sie gedenken dem Kreuztod von Jesus. Laut den Evangelisten trat der Tod Christi „um die 9. Stunde des Tages“ ein, was nach heutiger Rechnung 15 Uhr bedeutet - deshalb beginnen viele Gottesdienste um genau diese Uhrzeit. In der evangelisch-lutherischen Kirche werden die Andachten oft auch musikalisch untermalt. In der katholischen Kirche ist es hingegen üblich, dass am Karfreitag während des Gottesdienstes keine Kirchenorgel oder sonstigen Instrumente zu hören sind. In der Münchner Innenstadt findet eine große Karfreitagsprozession statt.

Vielleicht die bekannteste Tradition: Am Karfreitag isst man kein Fleisch, sondern Fisch. Wegen des nachdenklichen Charakters des Tages sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen wie Sportereignisse, musikalische Darbietungen in Räumen mit Schankbetrieb oder Tanzveranstaltungen jeglicher Art in München gesetzlich verboten. In den Theatern der bayerischen Landeshauptstadt stehen am Karfreitag keine Komödien auf dem Spielplan. Mehr zu Stillen Feiertagen und Tanzverbot

Karsamstag: Vom Innehalten zum Osterfest

Gemalte Kircheszene von Jesus, der mit Kreuz auf der Schulter, auf dem Weg zur Kreuzigung ist., Foto: Renata Sedmakova / Shutterstock.com
Foto: Renata Sedmakova / Shutterstock.com

Am Karsamstag ist Jesus Christus laut der Bibel in das Reich des Todes hinabgestiegen. Ähnlich dem Karfreitag ist er als Tag der Einkehr und des Innehaltens gedacht. Abends beziehungsweise in den späten Abendstunden beginnen dann die Osternachtsfeiern, die die Osterfeierlichkeiten einläuten. Bereits in der Nacht auf Ostersonntag können die katholischen Gottesdienstbesucher ihre mitgebrachten Speisen segnen lassen.

Ostersonntag: Feier von Christi' Auferstehung

Eine weiße Osterkerze ist in einer Kirche aufgestellt., Foto: kavram / Shutterstock.com
Foto: kavram / Shutterstock.com

Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Versinnbildlicht wird die Auferstehung durch das Entzünden einer Kerze am Osterfeuer. Die Gottesdienstbesucher dürfen selbst eine Kerze am Osterfeuer anzünden, um auf diese Weise das Licht des Sohnes Gottes mit nach Hause zu nehmen. In der katholischen Kirche werden auch an diesem Tag die mitgebrachten Speisen gesegnet. Da nach der biblischen Überlieferung Jesus bereits in den Morgenstunden auferstanden ist, beginnen zahlreiche Gottesdienste entsprechend früh.

Ostermontag: Abschluss der Feierlichkeiten

Ein Priester beim Gottesdienst faltet seine Hände zum Gebet., Foto: Diego Cervo / Shutterstock.com
Foto: Diego Cervo / Shutterstock.com

Der Ostermontag bildet den Abschluss der Osterfeierlichkeiten. Liturgisch gesehen wird an diesem Tag das Osterfest aber weitergefeiert. Zahlreiche sowohl katholische als auch evangelische Gottesdienste mit festlicher Musik finden statt. Meist stellen sie die Geschichte der Emmaus-Jünger in ihr Zentrum, die Jesus Christus nach seiner Auferstehung begegneten.

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