Neue Anlage für die chinesischen Bären wird bis 2028 fertiggestellt – alle Infos zum Artenschutzprojekt
Große Pandas für München: Tierpark Hellabrunn bekommt Pärchen
München erhält zwei Große Pandas für den Tierpark Hellabrunn – doch noch ist etwas Geduld gefragt! Für die beiden chinesischen Bären und etwaigen Nachwuchs wird bis 2028 eine neue Anlage im Asien-Bereich des Geo-Zoos errichtet. Das Artenschutz-Projekt wurde am 21. Januar 2026 mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Bürgermeisterin Verena Dietl vorgestellt. Hier erfahrt ihr alles rund um die Riesenpandas in München.
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Riesenpandas bleiben zehn Jahre in München
Hellabrunn wird für einen Zeitraum von zehn Jahren ein Paar Riesenpandas aus China aufnehmen. Das Zuchtpaar bleibt zunächst für zehn Jahre, wobei die Tiere Eigentum der Volksrepublik China bleiben. Sollte sich Nachwuchs einstellen, würde dieser nach einer vereinbarten Zeit auch nach China gebracht werden. Ziel dieses besonderen Artenschutzprojekts ist es, eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit beim Schutz der Riesenpandas zu erreichen.
Dafür wird eine hochmoderne Panda-Anlage für die bedrohte Tierart Großer Panda errichtet, die auch für die Nachzucht geeignet ist. Die Eröffnung der Anlage ist für Anfang 2028 vorgesehen. Der Spatenstich erfolgt noch in diesem Jahr. Die gesamten Baukosten für das Projekt werden vom Freistaat Bayern getragen.
Das Panda-Projekt stärkt die internationale Sichtbarkeit Münchens als Stadt der Wissenschaft, des Artenschutzes, der Bildung und der Kultur. Es verleiht der Stadt zusätzliche Besucher und weltweite Medienaufmerksamkeit und festigt das Profil des Tierparks Hellabrunn als international vernetzten Natur- und Artenschutzzoo.
Unterzeichnung des Projekts im Elefantenhaus
Bei der Unterzeichnungszeremonie im Hellabrunner Elefantenhaus verkündeten Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der außerordentliche und bevollmächtigte chinesische Botschafter in Deutschland, S.E. Deng Hongbo, Bürgermeisterin und Hellabrunns Aufsichtsratsvorsitzende Verena Dietl, Hellabrunns Tierparkdirektor Dr. h.c. Rasem Baban sowie die chinesische Generalsekretärin der China Wildlife Conservation Association, An Lidan, den offiziellen Projektstart.
Wo entsteht die Panda-Anlage?
Die neue Panda-Anlage entsteht im östlichen Teil des Tierparks auf rund 5.000 Quadratmetern und folgt den Vorgaben des Hellabrunner Masterplans von 2016. Geplant sind großzügige Innen- und Außengehege mit Bambus- und Wasserflächen, Rückzugsräumen sowie integrierten Informations- und Bildungsbereichen. Die Architektur orientiert sich an natürlichen Lebensräumen der Tiere und setzt auf nachhaltige, energieeffiziente Bauweise. Die Pandas leben dort in einer Umgebung, die exakt auf die Bedürfnisse der Art abgestimmt ist. Betreuung, tiermedizinische Versorgung und Verhaltensbeobachtung erfolgen in enger Zusammenarbeit mit chinesischen Expert*innen aus Chengdu.
Was ihr über Große Pandas wissen solltet
Was frisst der Große Panda?
Der Große Panda ernährt sich fast ausschließlich von Bambus, der rund 99 Prozent seiner Nahrung ausmacht. Da er die Zellulose der Pflanze kaum verwerten kann, muss er große Mengen zu sich nehmen und verbringt täglich etwa 10 bis 16 Stunden mit Fressen. Dabei frisst ein Panda zwischen 10 und 40 Kilogramm Bambus pro Tag. In menschlicher Obhut erhält er zusätzlich Obst und Gemüse wie Äpfel oder Karotten sowie einen speziellen „Panda-Kuchen“, der alle wichtigen Nährstoffe enthält.
Wie groß und kräftig ist ein Panda?
Ausgewachsene Pandas werden etwa 120 bis 150 Zentimeter lang und wiegen zwischen 70 und 160 Kilogramm. Trotz ihrer spezialisierten Ernährung gehören sie zu den echten Großbären. Besonders auffällig ist ihr verlängerter Handwurzelknochen, der wie ein „sechster Finger“ funktioniert und ihnen das Greifen der Bambusstängel erleichtert. Charakteristisch ist außerdem ihr sehr niedriger Stoffwechsel, der nur etwa ein Drittel so hoch ist wie bei anderen Bärenarten.
Wie läuft die Fortpflanzung ab?
Geschlechtsreif werden Große Pandas im Alter von fünf bis sieben Jahren. Die Paarungszeit liegt zwischen März und Mai, wobei die Weibchen nur für etwa drei Tage empfängnisbereit sind. Die Jungtiere kommen im August zur Welt. Meist werden Zwillinge geboren, doch häufig überlebt nur eines der Jungtiere, da die Mutter nicht genügend Milch für beide produzieren kann. Neugeborene Pandas wiegen lediglich rund 100 Gramm und haben damit das kleinste relative Geburtsgewicht aller höheren Säugetiere.
Wo leben Große Pandas?
Der Lebensraum der Großen Pandas liegt in den Bergwäldern Südwestchinas, vor allem in der Provinz Sichuan sowie in Teilen von Shaanxi und Gansu. Sie bevorzugen Höhenlagen zwischen 1.500 und 3.000 Metern, in denen dichter Bambus wächst. Der weltweite Bestand liegt bei etwa 2.000 Tieren in freier Wildbahn und rund 650 in menschlicher Obhut (Stand November 2025). Seit 2016 gilt der Große Panda laut der Roten Liste der IUCN als gefährdet.
Welche Gefahren lauern auf Große Pandas?
Der Alltag eines Pandas ist geprägt von einem ruhigen Lebensrhythmus. Neben den langen Fressphasen ruhen oder schlafen die Tiere täglich mehrere Stunden und klettern gelegentlich in Bäume. Natürliche Feinde wie Leoparden, Tiger, große Greifvögel oder marderartige Tiere stellen vor allem für Jungtiere eine Gefahr dar. Die größte Bedrohung für den Großen Panda ist jedoch der Mensch, insbesondere durch die Zerstörung und Zerschneidung seines Lebensraums. Intensive Schutzmaßnahmen haben dazu beigetragen, die frühere Wilderei deutlich einzudämmen.