Ausflugsziel im Pfaffenwinkel südwestlich von München
Hoher Peißenberg: Panoramaberg mit Wallfahrtskirche
Als erste größere Erhebung vor den Alpen steht der Hohe Peißenberg frei im Voralpenland und liefert dafür einen der weitesten Rundblicke Bayerns: Bei klarer Sicht reicht die Alpenkette über rund 200 Kilometer vom Grünten im Westen über die Zugspitze bis zu den Chiemgauer Alpen.
Oben warten aber mehr als nur die Aussicht: eine Doppelkirche mit jahrhundertealter Wallfahrtstradition, die älteste Bergwetterstation der Welt und ein Gasthaus, das seit 1604 Gäste bewirtet. Und all das erreicht ihr ohne Bergerfahrung – zu Fuß in gut einer Stunde oder direkt mit dem Auto bis zum Gipfel.
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Hoher Peißenberg: Die wichtigsten Infos auf einen Blick
- 📍 Wo: Landkreis Weilheim-Schongau, rund 65 Kilometer südwestlich von München; Adresse am Gipfel: Matthäus-Günther-Platz, 82383 Hohenpeißenberg
- ⛰️ Höhe: 988 Meter – höchste Erhebung im oberbayerischen Voralpenland
- 🔭 Was: Aussichtsberg mit Wallfahrtskirche, meteorologischem Observatorium und Berggasthaus
- 🕐 Öffnungszeiten: Wallfahrtskirche täglich etwa 7 bis 18 Uhr, DWD-Infopavillon täglich 8 bis 20 Uhr
- 💶 Eintritt: Frei – für Kirche wie Infopavillon
- 🚆 Anfahrt: Mit dem Zug über Weilheim und die Pfaffenwinkelbahn bis Hohenpeißenberg oder Peißenberg; mit dem Auto bis zum Gipfelparkplatz
- 💡 Gut zu wissen: Die Fernsicht ist im Herbst und nach Föhnlagen am besten — Webcam vorher checken lohnt sich
Der Rundblick: 200 Kilometer Alpenkette
Der Hohe Peißenberg verdankt seine Aussicht seiner Insellage: Weil er als einziger Berg weit und breit aus dem Hügelland ragt, verstellt ihm nichts die Sicht. Nach Süden zieht sich die Alpenkette über rund 200 Kilometer, vom Grünten im Allgäu über das Wettersteingebirge mit der Zugspitze bis zu den Chiemgauer Alpen. Nach Norden liegen euch der Pfaffenwinkel, das Weilheimer Tal und die großen Seen zu Füßen — Ammersee, Starnberger See und Staffelsee, dazu bei guter Sicht das Kloster Andechs auf seinem Höhenrücken.
👉 Vom Hohen Peißenberg reicht der Blick bei klarer Sicht über rund 200 Kilometer Alpenkette – vom Grünten im Allgäu bis zu den Chiemgauer Alpen.
Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt: Die Doppelkirche am Gipfel
Der Gipfel gehört zu den Heiligen Bergen der bayerischen Sakrallandschaft. Den Anfang machte 1514 eine Kapelle, die die Bauern der Umgebung errichteten; als der Zustrom wuchs, kam eine größere Kirche dazu, die 1619 fertig war. Mitte des 18. Jahrhunderts kamen über 40.000 Pilger im Jahr herauf — die Wallfahrt zur Gnadenkapelle und zur Kirche Mariä Himmelfahrt zählt bis heute zu den bedeutendsten Süddeutschlands. Im Sommer findet jedes Jahr eine Trachtenwallfahrt statt.
Im Oratorium über der Sakristei liegt seit 1990 die Schatzkammer, ein kleines Museum, das nach telefonischer Voranmeldung zu besichtigen ist; dort gibt es außerdem wechselnde Ausstellungen.
👉 Die Doppelkirche auf dem Hohen Peißenberg besteht aus der Gnadenkapelle von 1514 und der 1619 fertiggestellten Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt.
Observatorium: Seit 1781 wird hier das Wetter gemessen
An der Westseite des Gipfels steht die älteste Bergwetterstation der Welt. Die Augustiner-Chorherren begannen hier am 1. Januar 1781 mit systematischen Messungen; nach der Säkularisation übernahm der Staat, seit 1952 gehört das Observatorium zum Deutschen Wetterdienst. Die Messreihe läuft seither nahezu ununterbrochen — sie ist eine der längsten der Welt. Heute ist die Station Teil des weltweiten Klimaüberwachungsprogramms und misst neben Wetterdaten auch Ozon, Spurengase und Aerosole.
Seit Mai 2025 gibt es einen öffentlich zugänglichen Infopavillon: Auf rund 40 Quadratmetern zeigen interaktive Monitore, Filme und ein Diorama mit Wettersatellit, woran hier geforscht wird — für Kinder gibt es ein Wettermemory. Draußen führt ein Wetter- und Klimapfad mit zehn Stationen vom Parkplatz aus über den Berg. Das Observatorium selbst ist nur an Tagen der offenen Tür zugänglich.
👉 Das Observatorium Hohenpeißenberg misst seit 1781 Wetterdaten und ist damit die älteste Bergwetterstation der Welt – der DWD-Infopavillon ist täglich frei zugänglich.
Warum hat der Berg den Beinamen „Bayerischer Rigi"?
Den Beinamen verdankt der Berg reisefreudigen Besuchern des 19. Jahrhunderts: Die Rigi in der Zentralschweiz war damals der berühmteste Aussichtsberg Europas – frei stehend über dem Mittelland, mit Rundblick in alle Richtungen. Wer den Hohen Peißenberg sah, erkannte dasselbe Prinzip und taufte ihn kurzerhand „Bayerischer Rigi". Der Name hielt sich: Das Terrassen-Café-Restaurant am Gipfel trägt ihn bis heute.
Eine hübsche Pointe hat die Sache: Die Rigi heißt nicht, wie lange behauptet, nach dem lateinischen „Regina montium", der Königin der Berge. Diese Deutung stammt von einem Humanisten des 15. Jahrhunderts und hielt sich vier Jahrhunderte, bis Namenforscher damit aufräumten. Tatsächlich steckt im Namen das schweizerdeutsche Wort für ein Gesteinsband: gemeint sind die „Riginen", die kahlen Nagelfluh-Rippen an der Nordflanke des Schweizer Bergs.
👉 Der Beiname „Bayerischer Rigi" verweist auf den berühmten Schweizer Aussichtsberg – dessen Name allerdings nicht von der „Königin der Berge" stammt, sondern von Felsbändern.
Einkehr: Gastlichkeit seit 1604
Verpflegung hat auf dem Hohen Peißenberg lange Tradition: 1604 begannen die Augustiner-Chorherren aus Rottenbuch, die ankommenden Wallfahrer zu bewirten. Daraus wurde das heutige Terrassen-Café-Restaurant Bayerischer Rigi, das seit 1954 in dritter Generation von derselben Familie geführt wird. Rund 300 Plätze verteilen sich auf vier Stuben, dazu kommen etwa 180 Terrassenplätze mit Panoramablick.
👉 Das Terrassen-Café-Restaurant Bayerischer Rigi am Gipfel bietet rund 180 Terrassenplätze mit Blick auf die Alpenkette.
Zu Fuß hinauf: Aufstiege und Wanderwege
Der klassische Weg startet im Ortszentrum von Hohenpeißenberg südwestlich unterhalb des Gipfels und führt über den Hanslweg in Kehren durch den Wald bergauf — direkt neben der Wallfahrtskirche kommt ihr oben heraus. Für den Abstieg bietet sich der Kleidorferweg auf der anderen Kirchenseite an, sodass eine Runde daraus wird. Über den Berg laufen außerdem zwei Fernwanderwege: der König-Ludwig-Weg und die „Heilige Landschaft Pfaffenwinkel".
Ein Tipp für alle ohne Auto: Peißenberg und Hohenpeißenberg liegen beide an der Pfaffenwinkelbahn. Wer im einen Ort startet und im anderen wieder einsteigt, spart sich den Rückweg komplett.
👉 Der klassische Aufstieg führt vom Ortszentrum Hohenpeißenberg über den Hanslweg zur Wallfahrtskirche, der Abstieg über den Kleidorferweg.
Rundfunkturm und Bergbau: Zwei Nebenschauplätze
Etwas unterhalb des Gipfels beim Weiler Pröbstlsberg steht der Sender Hohenpeißenberg — sein Stahlbetonturm von 1978 misst knapp 159 Meter und ist von weit her sichtbar. Und unter dem Berg lagern mehrere Millionen Tonnen Weichkohle, die bis 1971 abgebaut wurden. An diese Zeit erinnern ein rund zehn Kilometer langer Stollenweg an den Berghängen und ein Bergbaumuseum in Peißenberg, das allerdings nur an wenigen Tagen geöffnet ist.
👉 Bis 1971 wurde am Hohen Peißenberg Weichkohle abgebaut – daran erinnern ein Stollenweg und das Bergbaumuseum in Peißenberg.
Service: Anfahrt und Besuchsplanung
- 🚆 Mit der Bahn: Ab München mit dem Regionalzug bis Weilheim, dort umsteigen in die Pfaffenwinkelbahn Richtung Schongau bis Hohenpeißenberg oder Peißenberg. Das Deutschlandticket gilt – weitere Routenideen in den Deutschlandticket-Ausflugstipps
- 🚗 Mit dem Auto: Über die A95 Richtung Garmisch, Ausfahrt Penzberg, weiter über Peißenberg; eine Straße führt bis zum Gipfelparkplatz
- 🕐 Öffnungszeiten: Wallfahrtskirche täglich etwa 7 bis 18 Uhr, DWD-Infopavillon täglich 8 bis 20 Uhr. Die Schatzkammer im Oratorium nur nach telefonischer Voranmeldung beim Pfarramt; Öffnungszeiten des Berggasthauses auf bayerischer-rigi.de
- 🌦️ Beste Zeit: Für Fernsicht sind klare Herbsttage und Föhnlagen ideal – eine Webcam am Gipfel zeigt die aktuelle Sicht
- ♿ Barrierefreiheit: Der Gipfel ist mit dem Auto direkt erreichbar, Kirche, Infopavillon und Gasthaus liegen nah beieinander am Gipfelplateau
- 🗺️ In der Nähe: Die Region Pfaffenwinkel und Wieskirche – weitere Gipfel im Berge-Guide
FAQ: Häufige Fragen zum Hohen Peißenberg
Kann man mit dem Auto auf den Hohen Peißenberg fahren?
Ja, eine Straße führt bis zum Gipfelplateau. Schöner ist allerdings der Aufstieg zu Fuß vom Ortszentrum Hohenpeißenberg, der gut eine Stunde dauert.
Was kostet der Besuch?
Nichts: Die Wallfahrtskirche und der Infopavillon des Deutschen Wetterdienstes sind frei zugänglich. Nur die Schatzkammer im Oratorium erfordert eine telefonische Voranmeldung.
Wie kommt man ohne Auto auf den Hohen Peißenberg?
Mit dem Regionalzug bis Weilheim und weiter mit der Pfaffenwinkelbahn nach Hohenpeißenberg oder Peißenberg. Vom Bahnhof aus beginnt der Aufstieg fast direkt – und wer im einen Ort hinauf- und im anderen hinuntergeht, spart sich den Rückweg.
Was kann man dort außer der Aussicht sehen?
Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt samt Gnadenkapelle, den Infopavillon der ältesten Bergwetterstation der Welt, den Wetter- und Klimapfad mit zehn Stationen sowie das Berggasthaus mit Panoramaterrasse.
Ist der Hohe Peißenberg für Kinder geeignet?
Ja: Der Aufstieg ist kurz und ohne alpine Schwierigkeiten, der Gipfel auch mit dem Auto erreichbar. Im Infopavillon gibt es ein Wettermemory, und bei Schnee lädt der freie Südhang zum Schlittenfahren ein.
Wann ist die Aussicht am besten?
An klaren Tagen im Herbst und bei Föhnlagen. Ein Blick auf die Webcam am Gipfel vor der Abfahrt spart eine enttäuschende Anreise.