Der Schäfflertanz: Das solltet ihr zur Tradition wissen

Schäfflertanz am Odeonsplatz 2019, Foto: muenchen.de/Gunnar Jans
Foto: muenchen.de/Gunnar Jans

Die Schäffler tanzen in München nach der Corona-Pandemie wieder

Alle sieben Jahre zeigen die Schäffler ihren Tanz in allen Ecken der Stadt. Doch für das "Ende" der Corona-Pandemie planen sie eine Ausnahme! Was es mit der über 500 Jahre alten Münchner Tradition auf sich hat, und wo getanzt wird, erfahrt ihr hier.

Wegen Corona wollen die Schäffler früher tanzen

Eigentlich wären die Schäffler mit ihrem Tanzreigen erst 2026 wieder an der Reihe, doch für die Corona-Pandemie, die wie einst die Pest das öffentliche Leben lahmlegte, machen sie eine Ausnahme: "Wenn die Luft rein ist", und alle Münchner Bürger*innen und Gäste an den Darbietungen "uneingeschränkt" beiwohnen können, will die Original Münchner Schäfflertanzgruppe mehrere öffentliche Aufführungen geben.

Die bereits geplanten Auftritte im September 2021 wurden wegen den noch notwendigen Einschränkungen bis auf Weiteres verschoben. Aber nicht aufgehoben: Mit ihrem Tanz "außer der Reihe" wollen die Schäffler ein positives Zeichen setzen.

Schäfflertanz – Die Tradition im Überblick

  • Den Schäfflertanz gibt es seit über 500 Jahren
  • Ursprünglich diente der Tanz als Aufheiterung in Zeiten der Pest
  • Heutzutage findet die Tanztradition alle 7 Jahre statt
  • Nach der Saison 2019 ist 2026 der nächste reguläre Temin
  • In München organisiert der Fachverein der Schäffler den Tanz
  • Bei ihren Auftritten tragen die Schäffler rot-grüne Kostüme
  • Getanzt wird eine Abfolge von bestimmten Figuren und Formationen
  • Sehen könnt ihr den traditionellen Tanz beispielsweise am Marienplatz, im Hofbräuhaus, aber auch in vielen weiteren Stadtteilen Münchens

Seit über 500 Jahren: Wissenswertes zum Schäfflertanz

Schäfflertanz 2017 in der Münchner Staatskanzlei, Foto: muenchen.de / Dan Vauelle
Foto: muenchen.de / Dan Vauelle

Was ist eigentlich ein Schäffler?

  • Der Name stammt vom Handwerksberuf der Fassmacher, dessen Angehörige sich mit Holzfässern beschäftigen.

Wie läuft der Tanz ab?

  • Die Tanzabfolge wird am Anfang wie Ende stets mit dem Bayrischen Defiliermarsch eingeläutet. Der Mittelteil besteht aus einer Vielzahl an Figuren, zu denen sich die Schäffler der Gruppe im Kreis drehen und viele kreative Formationen wie Laube, Kreuz, Schlange und Krone präsentieren.

Welche Kostüme tragen die Schäffler?

  • Die Schäffler-Tänzer treten mit grünen Kappen, roten Jacken, einem Lederschurz und schwarzen Kniebundhosen vor ihr Publikum.

Wer darf bei den "Schäfflern" mitmachen?

  • Seit Beginn des Brauchs eigentlich nur „echten“ Fassmachern vorbehalten, dürfen seit einigen Jahren auch Tänzer aus anderen Berufsgruppen teilnehmen. Denn die klassischen Handwerksberufe nehmen immer mehr ab und so fanden sich im Lauf der Zeit nicht mehr ausreichend Schäffler. In München organisiert der Fachverein der Schäffler seit 1871 den Tanz.

Woher kommt der Schäfflertanz? 

  • Der Ursprung des heiteren Tanzes geht angeblich auf das Jahr 1517 zurück. Als zum wiederholten Male die Pest in der Stadt wütete, beschloss ein Schäffler, dessen Name nicht bekannt ist, dem Leid der noch lebenden Bewohner ein Ende zu setzen und sie mit einem Tanz zu erheitern. Weitere Schäffler schlossen sich ihm an und schon bald erfreuten sich die Münchner wieder ihres Lebens, anstatt vor der Pest in die Knie zu fallen. Mit der Zeit hielt der Tanz auch im restlichen Bayern Einzug.
  • Den ersten wirklichen Beleg für den Schäfflertanz gibt es allerdings erst für das Jahr 1702. Dennoch feierten die Schäffler 2017 zum 500. Jubiläum ihren Tanz mit mehreren Auftritten in München.

Warum gibts den Schäfflertanz nur alle sieben Jahre? 

  • Dass der beliebte Tanz nur alle sieben Jahre aufgeführt wird, wird durch eine Vielzahl an Vermutungen erklärt. Neben einer angeblichen Wiederkehr der Pest alle sieben Jahre, der Glückszahl "7" und einer Anordnung von Herzog Wilhelm IV gehören auch ein Zeitplan der Zünfte für ihre Bräuche zu den möglichen Gründen für den Turnus.
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